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sascha (saša ) hawemann/regisseur&autor: textwerkstatt/tekstovi

  • Texte

  • SISTERS (Guten Morgen ihr Schönen)


    frei nach Maxi Wander
    
    
    
    
    




    BIRGIT,Autorin
    THOMAS, Autor
    KATHI, ihre Tochter 17
    MARGOT,Physikerin 30
    GUDRUN,Schülerin 17
    ROSI,Sekretärin 32
    RUTH,Kellnerin 28
    PROFESSOR, Onkologe 38

    Ostberlin 1977-1981GLUTSTERNE/ DUNKLE NACHT IM DEZEMBER 1980
    (B auf dem Bett mit Manuskripten.)

    BIRGIT
    Hallo! Könnte ich bitte eine Schreibunterlage bekommen? 

    PROFESSOR
    ham wir nich

    BIRGIT
    Das ist meine Situation
    Eine Autorin Anfang 40 mit Knoten in der Brust/ rennt Woche um Woche zu den Ärzten.Keiner weiß was. Keiner sagt was. Da stimmt doch was nicht. Eine Frauenärztin in Pankow sagt nur: »Das müssen wir im Auge behalten! Fremdkörper abklären. Und gibt mir eine Salbe, die ich auf die Brust schmieren sollte. Und warten / warten in Pankow warten in der Charite 
    Überweisung an die Charite / eine ganz junge Ärztin, Sächsin, betastet den Knoten in meiner Brust und sagt was von Mammographie . „Ich will den Chefarzt sprechen, Kann mir hier jetzt endlich mal jemand sagen was los ist mit mir“? Nach drei Wochen schaut sich der Chefarzt das an und sagt: 'raus muß das auf jeden Fall!« Und verschwindet. Die haben keine Zeit, keiner  hat hier Zeit. Hab ich die denn noch? „beruhigen sie sich,fahren sie in den Urlaub Bulgarien CSSR und schmieren sie sich die Salbe drauf dann werden wir sehen. 
    Also  Ist das jetzt Krebs oder nicht

    PROFESSOR
    Ich kenne jetzt fünfzig Frauen, bei denen es Krebs war, und fünfzig, bei denen es kein Krebs war. Wissen Sie, nur bei der der einen Hälfte ist es Krebs, bei der anderen Hälfte ist alles in bester Ordnung.

    BIRGIT
    Und was fang ich mit diesem Wissen an? Mein Manuskript über Chemieseen in Wolfen hat keinen Verlag, ist ungebunden, so kann ich nicht arbeiten. Ich brauche eine Schreibunterlage!

    KATIE
    frauenklinik. Charite 1980 die frauen mädchen am fenster / die kalte spree kriecht durch das marode fenster/ das mädchen mit dem zerstörten geschlecht zeigt ihre zunge / die losung auf zum 9. parteitag hängt von der zentralen poststelle auf einem schwarzen schneeberg / die synagoge fensterlos /hannelore schläft heute nach einer woche mit ihrem mann/ der dichter richard leising liebt gebrochen inmitten von vier dutzend flaschen korn/ dt 64 spielt kampf um den südpol von der stern combo meissen / in der schoppenstube küssen sich vier männer/ der sohn von biermann tanzt zu cream und sein vater singt etwas in köln/ auf der spree treiben eisschollen/vater Thomas sitzt im Auto und heult, schreibt im auto die schreibmaschine auf den knien seit Prag 68 für die Schublade / die vopo verhaftet meinen freund / thomas brasch schreibt in westberlin ein gedicht / zigaretten ihre glut leuchten wie rote sterne in der nacht in ostberlin

    MARIANNE
    könntet ihr bitte leiser sein ich arbeite und macht doch mal das Fenster auf ,es stinkt

    RAMONA
    Is ja gut, ick mach auf. So, reicht.

    RONJA
    Haben Sie was dagegen wenn ich Radio höre

    SIMONE
    Aber kein RIAS SFB …übrigens hier ist alles im Arsch, die Fenster schließen nicht
    die Klos stinken, die Schwestern sind unfreundlich

    RAMONA
    Frau Mann, Sie müssen sich was in Gesicht schmeißen, so ein bisschen Action, die Typen solln sich ja freuen
    wenn sie uns besuchen, aufm Dach kann man sich ganz gut sonnen

    PROFESSOR
    Frau … Remann bitte zur OP

    POSTOPERATIV CHARITÉ 1980
    (B.wird operiert.Patientinnen erwachen.)

    MARIANNE
    Nach der OP, Aufwachraum, graue Wände im Neonlicht. Um mich herum andere Frauen, wie ich. Mir Schlauch in der Nase.
     
    SIMONE
    Flaschen hängen über meinem Kopf und ich ssehe unruhig zu, wie die milchige Flüssigkeit aus der Flasche in den Schlauch tröpfelt, in meine Venen

    RAMONA
    Ich kann nicht atmen.Der Verband schneidet die Luft ab.Die Brust ist weg! Und ich verbrenne.

    RONJA
    Ich kotze, kotze, den Rest des Tages und die Nacht / Diese Scheiße, eine halbierte Frau, wer soll mich jetzt noch lieben und ich kotze 2 Tage lang.
     
    MARIANNE
    Ich kann den Arm nicht heben. Was ist denn jetzt unter dem Verband? Ist jetzt alles raus? Kann mir mal irgendwer was sagen?

    SIMONE
    Kein Mensch, der mich beruhigt:Noch immer hat kein Chrirurg Schwester (ALLE SCHWESTER)

    RAMONA
    Die Schwester wechselt den Verband sagt: Nicht hinsehen
    Aber ich habe hingesehen /Da wo eine Brust war ist nun dicker roter Strich,ich möchte sterben
    (Alle: Schwester!)

    BAUMALLEEN / ZU HAUSE

    THOMAS
    Pablo Neruda. Hat dir Franz Fühmann geschickt. Christa konnte nicht kommen ist auf Lesereise in Westdeustchland.
    Der Verlag hat sich noch nicht wegen des Manuskriptes gemeldet

    RAMONA
    Sie sind doch Thomas Remann!? (Rudi schüttelt Hände, stellt sich vor)

    THOMAS
    Komm, Birgit, lass uns fahren. Unter den Bäumen durch die du so magst. Birgit…Ich hab deine Geschichte „Ankunft im Alltag“ zum viertenmal gelesen und ein paar Anmerkungen. Gut, aber noch nicht fertig. Das ist eine Geschichte, in der das Wichtigste zwischen den Zeilen steht, das macht ihren ganzen Reiz aus, aber dieses Zwischendenzeilen muß aber noch transparenter werden. Du hast hier als Autorin auf Anhieb dein Thema gefunden hat: die Welt der kleinen Leute

    Du gibst denen eine Stimme, die sonst keiner hört. Die kleinen Leute, Neubaugebiet, die Benachteiligten, die junge Arbeiterfamilien. Das ist super, das ist genau, worum es geht. Das bist du als Autorin, man spürt deine Liebe zu den Menschen. Aber sachlich, so wie sie sind.
    aus’m Neubaugebiet, der Benachteiligten, der jungen Arbeiter. Und was den entscheidenden Ausschlag gibt - und du liebst diese Menschen, aber sachlich, so wie sie sind.

    BIRGIT
    Aber an der Interpunktion muss ich noch arbeiten.
    Zu bürgerlich, zu gestelzt.


    THOMAS
    Die Namen sind nicht gut gewählt, Georg, Stephan mit ph und Christian, die klingen ausgedacht, hochgestochen, bürgerlich, also Scheiße! Wir wollten nie so ne bürgerliche Scheiße. Unsere Sätze sollen klingen wie Beats von Jimmy Hendrix. Aber es ist ne Geschichte von jungen Arbeitern die noch suchen, sich Fragen stellen und sich nicht einschläfern lassen von Losungen und Paraden.

    BIRGIT
    Hast du was neues?

    THOMAS
    Nur so eine lyrische Skizze:
    ich häng mir dem fotoapparat um und fotografier das leben das sterben
    frage mich, wie es dem Polizisten ging als er mich 68 im Knast
    Knipste mit seiner orwoleica aus Wolfen
    die fotos trag ich im kopf von meinen aschebrüdern
    Aus Prag von sowjetischen Panzern zermalmt
    seitdem knipse ich nur weite Landschaften
    und les lieber nen text von meiner frau

    BIRGIT
    die so gerne lebt liebt

    THOMAS
    so wie ich gerne sterbe jede nacht
    denn ich bin im Knast gestorben

    BIRGIT
    lieber überlebe ich leck dir die tätowierung von der haut und wenn ich lange genug lecke
    wird vielleicht ein anker draus seemann

    KATIE
    jeden Tag stehn die Grenzer in unserem Pankower Garten in eurem Auberginenbeet. Ich sollte heute in der Schule einen Satz schreiben in dem die vier Substantive Kapitalismus Faschismus Imperialismus Chavinismus vorkommem, meine Seite blieb leer. ich hab was vor: Wo ist jetzt meine Kassette (Sucht Kassette.) (Julia: Ich würd’ hier auch nichts finden!)
    rosa extra im franz (hört an Kassette)


    STATION V

    (Telefon klingelt.)

    KATIE
    Ne, das ist nicht Rosa Extra. (Geht an Telefon.)
    Ja, Kotze, ich komme ja.

    BIRGIT
    Heißt der Kotze?

    THOMAS
    Wahrscheinlich kurz für Konstantin

    KATIE
    Mutti, is’ für dich. Klinikum Buch.

    SIMONE
    Die Schwester schlechtgelaunt wie immer sagt: was stehen sie hier rum und gackern.Wir werden sie alle bestrahlen müssen. Weil wir nich wissen, wie schlampig die OP in der Charité ausgeführt wurde.

    RONJA
    Sie werden nach Buch überwiesen. Ob wirklich alle Lymphknoten entfernt wurden keine Ahnung

    RAMONA
    was stinkt hier denn so. Die werden nächste Woche auch den Bauch aufschneiden. Im Eileiter ist ne Zyste. Kann gutartig sein, aber mir fehlt im Augenblick der Humor.

    MARIANNE
    Wird ne totale Entfernung der Eierstöcke.Darf ich die Pille nehmen / Weiss ich doch nich
    Solange Eierstöcke Hormone produzieren sind sie gefährdet

    BIRGIT
    (Schlagwerk/Waldrodung)
    Tut mir leid ich hab mich gehen lassen.

    KOBALDBESTRAHLUNG / BUCH 1980
    (Die Frauen und Mädchen bereiten sich auf die Bestrahlung vor / die Bestrahlung beginnt /Professor mit Klavier.)

    PROFESSOR
    Herzlich willkommen in unserer neue Krebsabteilung in Buch ja bei uns fühlen sie sich wie in einem richtigen Hotel,jedes Bett hat ein Spiegelschränckchen über dem Waschbecken,
    Lampen über dem Bett,Zentralheizung,Einbauschränke,Föhren vor dem Fenster klinikeigene Kaufhalle mit Spee gekörnt und drei Sektsorten. (Call an Response: Sekt!) Wir nutzen als erste in der Republik den neuesten Bluttest vom VEB Dresdenchemie Quick 70 der Tumore feststellen kann und sogar ihren Sitz. Bestrahlen mit dem neuesten Kobaldkanone aus der BRD die sehr dosiert, sehr elegant drauflosschiesst postoperativ verabreichen wir nyropamin eldostin glykolat klardotin.
    Ach sind Sie nicht…Ich habe ihre Bücher gelesen also von ihrem Mann und Ihnen…Ankunft im Alltag … Sie müssen was über New York schreiben
    Diese Kontraste / diese Kontraste

    RONJA
    Herr Doktor sie sind aber freundlich

    RAMONA
    Der sieht gut aus

    SIMONE
    Schöne Haares

    RAMONA
    Sind sie verheiratet

    MARIANNE
    Samtpfötchen

    SIMONE
    Duschen sie sich stundenlang ?

    MARIANNE
    Der Kobaltbestraler hat eine Leistung von (/bestrahlt mit einer Energiedosisleistung von bis zu 10 Mikrogray pro Sekunde) und durchdringt den Körper

    PROFESSOR
    Die Damen die Bestrahlung beginnt in zwei Minuten,vorher gibt es noch einen rosa Kreuz hierhin dahin, für den Probeschuss. Bitte einmal die Arme nach oben für die Achselhöhlen. Und drehen. Und drehen. Und drehen…

    RAMONA
    Wir sind ein Köper

    MARIANNE
    wir sind voller Hoffnung

    SIMONE
    nur noch zweimal die Kobaltkanone dann die Chemo

    RONJA
    wir leuchten wie Sterne

    RAMONA
    danach ne Astoria mit Orangengeschmack

    SIMONE
    eine rauchen im Park

    MARIANNE
    Westautos zählen

    RONJA
    ein lied von queen singen / mich ans schwarze meer erinnern

    RAMONA
    mit nem ami schlafen oder chillen die sind schön traurig

    BIRGIT
    Thomas
    zum Festival,des politischen Liedes waren junge Kommunisten bei uns
    aus Kuba / unsere Liebe war lahm und ich schreibe öde und ich liebte einen jungen Kommunisten aus Kuba / ich liebte G im Heu und H an der Ostsee der wenig sprach schön rauchte
    Und schreibe gerade nur Quark / tausend Zettel in mein Krankenbett gestopf/ und bei mir reichts zur stummen Dichterfrau / Putzkolonne und Kochmutti/ meine Sätze sind unlebendig/ lebendig ist nur der arme Dichter von Prenzlauer Berg/ Er ist zehn Jahre jünger als Du / es geschieht dir recht
     / du schläfst auf dem samtenen Ruhekissen ausgeschlossen ausm Schriftstellerverband /Man soll nicht ausruhen auf den Lorbeeren vergangener Tage. Verstehst Du/ ich geh zu meinem Paul auf dem Prenzlauer Berg / der hat das nackte Bett mit der Tischdecke bedeckt ganz einfach, um mich nicht zu beschämen, die blaukarierte. Und die ist schließllich weggerutscht, war zwecklos. So, nun weißt Du wie andere um mich werben und wie / ich hab Dich trotzdem gern, falls Du noch Wert darauf legst

    THOMAS
    Liebe Birgit du musst wachsen in deinen nackten Betten
    aus gebrochener deutscher Lyrik in deinen Prenzlauer Hinterhöfen /
    Wachse aus deinen Ohren in seinen schönen Mund
    verlass alles/ verlass unsre kleinkarierten Tischdecken,
    unsre sonntäglichen Frühstückstische Kaffee Käse Kuchen/ lass alles hinter dir/
    Auch meinen Hendrix zur Nacht / um die Hunde nicht zu hören
    die Grenzer am Tag / die uns in die schale Suppe spucken
    durchbrich die Mauer Birgit Voodoo Child / verlass die Verlage voll steifer Kälte / verlass die Parteisitzungen voll bleiernem Schlaf / Verlass deinen Mann MICH den vom Sozialismus müden und komm wieder
    wachse aus deinen Eingeweiden voll Zorn und Liebe und allem /
    Birgit, du bist Dichterin und frei.
    Ich liebe Dich
    Ich liebe Dich
    Ich liebe Dich wie immer


    ALRAUNE / PHYSIKERIN

    MARGOT
    In meinem Leben verlief alles sehr glatt. Ich hatte früh meinen Berufswunsch, ich hätte ziemlich alles machen können, in allen Fächern war ich gleichmäßig gut. Ich wählte Physik. Physik ist die Königin der Wissenschaften, sie braucht von vielen Gebieten etwas und geht in alle Gebiete ein. Der Meinung bin ich heute noch. Später bin ich von der Experimentalphysik auf die theoretische Physik umgestiegen, weil die experimentellen Dinge mich zu ungeduldig gemacht haben. Man mußte lange was aufbauen, und dann hatte man doch nicht Weltniveau, die Geräte waren nicht gut genug. Was brauche ich in der Theorie? Meinen Kopf,Bleistift, Papier und die neueste Literatur, an die kam ich ran. Fertig. Ich wollte alles aus eigener Kraft machen. Auch im gewöhnlichen Leben, mein Mann liebt mich, habe ich alles erreicht. Und jetzt ists plötzlich aus, jetzt machts plötzlich keinen Spaß mehr.
    Wenn alles läuft, Karriere Mann wie man es plant, wenn man irrsinnig kämpft, weil es mal nicht so läuft, wenn man so unter Leistungsdruck arbeitet wie ich, jahrelang, kriegt man Komplexe, wenn man nicht jeden Moment optimiert, wenn man einfach nur ruhig dasitzt und nicht eingreift in die Ereignisse. Auf einmal spürt man, man ist nicht mehr unterwegs, man ist irgendwo angekommen, man hat seine eigenen Möglichkeiten ausgeschöpft. Es gibt nichts mehr zu kämpfen. Aus! Es war wichtig für mich, daß ich zuerst Physik gemacht habe. Ich bin ein schlampiger Mensch, ich mußte mir bestätigen, daß ich das überwinden kann. Wenn ich es nicht gemacht hätte, würde ich denken, ich hätte versagt. Wenn ich nicht arbeite, habe ich nicht das Gefühl, mich selbst zu gestalten, ich bin mir fremd.
    Ich brauche einen neuen Anfang. Ich muß mich auf einem anderen Gebiet erproben als in der Physik. Ich habe plötzlich einen jungen Mann gern, einen Menschen mit vielen Häuten, schwer durchdringbar, ein bißchen zynisch, das hat mich verführt, das war neu. Ich wollte plötzlich eine neue Persönlichkeit sein, aber Ich habe diese Liebe nicht als schön empfunden.Sie hat mich belastet bis zu Magengeschwüren. Später habe ich diese Liebesgeschichte als psychisches Doping empfunden, das mir Spannkraft gegeben hat. Ich habe mir einfach auf erotischem Gebiet die Spannung verschafft, die ich im Beruf verloren hatte.Wenn man mit so vielen Verklemmungen groß geworden ist wie ich, von einem Vater erzogen, der strenge bürgerliche Moralvorstellungen hat, von einer Mutter, die na ja…“Man darf sich nicht treiben lassen. Man muß lernen, richtig zu gehen, zu lieben ... Sex hat mir eigentlich immer Spaß gemacht. Auf dem Land wars so, daß die Mädchen zusammen ins Heu gingen, mit neun oder zehn Jahren. Die Verklemmungen entstanden erst später, als meine Mutter meine Sexualerziehung in die Hand nahm. Männer sagen mir heute, ich sei hypersexuell veranlagt. Ich kann das nicht so beurteilen, weil ich nicht weiß, wie andere Frauen sind. In der Ehe hat mir auf die Dauer die erotische Spannung nicht gereicht. Sicherlich hat mich das auch bedrückt. Viele Leute halten mich für abscheulich unmoralisch, weil ich so ehrlich bin, auch in meiner Ehe.
    Ich bin in einer Gegend groß geworden mit einem sehr harten Menschenschlag, wo ich mich nie wohl fühlte. Ich habe deshalb furchtbar viel romantisches Zeugs gelesen. Ich habe immer auf einen Märchenprinzen gewartet, der mich erlösen würde. Niemand hat mir geholfen. Mein Vater war beschäftigt, das Leben zu organisieren. Und meine Mutter in ihrem Hausfrauendasein hat immer eine untergeordnete Rolle gespielt und sicherlich auch gelitten ist mir eigentlich egal und als ich meinen Märchenprinzen endlich traf, war ich so verstört, daß ich mich nicht wirklich hingeben konnte, und ich habe Schlaftabletten geschluckt. Mein Vater hat sich fürchterlich über mich aufgeregt: Du bist unausgeglichen, du bringst den Menschen Unglück, du kannst nicht lieben, du bist eine Alraune! - Meine Mutter sagte nur: Männern wollen alle was von dir, anschließend lachen sie dich aus. Dem ersten Märchenprinzen sind dann beide Beine abgefahren worden. Mir war das egal. Ich kannte ihn ja gar nicht, ich kannte nur mein Phantasiebild. Danach habe ich über alle Stränge geschlagen, ich habe die Leute vor den Kopf gestoßen, war leichtsinnig, hab die Rolle der Verworfenen, der Alraune gespielt, obwohl ich in Wirklichkeit mit keinem Mann was hatte. Man hat mir geglaubt, ich wurde abgestempelt und hatte eine gewisse Macht über die Menschen, die ja auch verklemmt waren in diesem spießigen, kleinbürgerlichen Klima von E., wo ich studiert habe.
    Bis ich dann meinem Mann begegnet bin. Er war der erste Mensch, der nicht irgendwas gesucht und verworfen hat in mir, sondern der mich liebte und leben ließ. Er hatte Geduld und hat nur geguckt, wenn ich ihm weh getan habe. Es hat absolut keinen Spaß gemacht, so einen zu betrügen. Es war keine berauschende Liebe für mich, aber seine Haltung hat mich so beeindruckt, daß ich genau wußte, ja, das ist der Mann, mit dem ich leben kann. Was Liebe wirklich war, da war ich mir sehr unsicher. Diese blöden romantischen Bücher hatten mich ja völlig verdreht. Wir haben schnell geheiratet, auch wenn wir nicht gleich sexuellen Kontakt hatten. Er hat mir mit allem Zeit gelassen, das war das Schöne.
    Mein Mann ist Wissenschaftler mit Leib und Seele. Er hat mir immer gesagt: Du bist eine gute Physikerin, was anderes kannst du nicht, niemand will das, was du malst, es ist schlecht. Aber ich glaube, ich muß jetzt malen. In meinem Innern hat sich was angestaut, Ich möchte etwas tun gegen die Gleichgültigkeit und Unehrlichkeit, gegen die Kälte und Resignation. Ich lebe hungriger, unter einem starken Druck und ich male (jetzt).


    ZUHAUSE/ PANKOW WOLLANKSTRAßE

    BIRGIT
    Endlich wieder zu Hause / Ich geniesse unsere Wohnung in Pankow / unseren Hof mir der Birke, leg eine Platte auf, koche uns ein gutes Essen (Rudi: Kotelett!), schau mir Katis HausAufgaben an. Alles ist neu wie verzaubert. Das Schreiben tut weh, der rechte Arm ist noch lahm, die Wunde in der Achselhöhle schmerzt/ aber der Schmerz lässt mich hinhören und denken! Schöpferisch werden / So tun, als wäre ich gesund / Ich möchte von kleinen Dingen schreiben, als wären sie die Welt: frühstücken Hendrix hören (Rudi: Voodoo Child!) und mit Thomas einen Cognac trinken, weisst du?Das wirkliche Leben ist jetzt und jetzt / Wenn ich die Menschen auf m Alexanderplatz sehe. sehe wie sie herumhetzen. Frag ich mich wasn los mit euch / habt ihr nichts begriffen /  Ihr wollt nie was geben / seid nur gierig nHaben wollen, ihr seid unfähig zu geben / haben wollen, haben wollen, haben wollen
     
    THOMAS
    Hast du noch viel?
     
    BIRGIT
    Noch ein Gedanke, entschuldige ich hör bald auf- was ist aus unserem Sozialismus geworden? Allen soll es gut gehen. Das ist die Maxime. Sehr gut! Aber früher, als wir nicht hatten, da haben wir sie verachtet, die Arroganz der Reichen, die Gleichgültigkeit. Aber heute geht es nur noch um diese Dinge - Wohlstand, Sattheit. Satt satt satt! Alle sind satt!


    10:15 SATURDAY NIGHT
    (Szene raw cut/ Zuhause im Garten)

    THOMAS
    Entschuldige ich war gerade beim Verlag wegen deinem Manuskript und dann ist diese blöde
    Karre auch noch kaputtgegangen (Komm da runter, Birgit) / Christa hat dir aus Rom geschrieben (Zitat)

    KATIE
    Thomas und Birgit spazieren durch den verschneiglühten Pankower Bürgerpark, natürlich an den Buchen vorbei, wie so viele die an diesen traurig krummen braunen Bäumen ein vorvorletztes Mal spazieren gingen, meist Ehepaare, zu dieser Zeit, Glückliche Unglückliche Partei oder SED Parteiungebunden, ihre Töchter oder dicklichen Söhne standen meist abseits dissidentisch
    inmitten eines dieser traurigen unbenannten Bürgerparkbüsche, die immer nach Urin und Laubwerk oder Tränen riechen und rauchten Club. Ein Mittwoch im Januar wie Mama sagt. Ich werde Westberlin nie sehen und diese Aufnahme niemals machen.
    10.15 on a Saturday night

    BIRGIT
    Du kommst nur um zu schweigen

    THOMAS
    Oder um zu heulen

    BIRGIT
    ich liebe dich

    THOMAS
    Ich weiß. Lass uns streiten: Sein oder Bewusstsein. deine pseudodokumentarische literatur ist nicht vorbildlich in der realitätswahl sagt der verlag.
    Du musst härter schneiden umeltvergiftung streichen machs knapp ohne Sentiment, sagt der Verlag sonst drucken sie nicht

    BIRGIT
    Was soll denn jetzt kommen?
    Nur noch Bestrahlung, Kobaltkanone, Ärzte und Physiker in Bleischürzen
    Und ich soll mich schonen , meinen Beruf nicht mehr ausführen,
    vielleicht wird Kuchenbacken und Mit - der - Familie - am -Tisch - sitzen,
    das einzige sein,was mir bleibt / Ich will meinen Körper nicht schonen/ Ich will reisen und in Hotelzimmern leben wie die Beauvoir, die Bergmann, die Ahrendt Freunde besuchen, schreiben
    Scheiß Krebs

    THOMAS
    Die Spatzen. Heute hab ich anstatt Semmeln und Kekse Sonnenblumenkerne mitgebracht
    ausm Hofgarten.Sieh mal das Taubenpaar.Die kleinen Köpfe,Hälse und Brüste hellgrau mit einem rosigen Schimmer.

    KATIE
    Der Mutter BIRGIT Waiting /Waiting

    THOMAS
    Ich liebe unser Haus in Pankow. Ich liebe unser Zimmer, in dem die Dielen knarzen. Ich liebe unser Schweigen. Ich liebe es, wenn wir dem Wind zuhören. Ich liebe deine Hände, deinen Atem. Ich liebe deine (duftende) Haut. Und wenn du nachts schreist, erstickt vor Angst, küsse ich dich, du wirst ruhig, Kopf an Brust, Brust an Kopf…draußen der Wind…

    MUTTER TOCHTER / PANKOW
    (Dunkelkammer.)

    BIRGIT
    Weißt du Katie, Tochter, ich glaube das Buch über die Männer vom Chemikombinat Wolfen wird vielleicht nichts, der Chemieingenieur hat nur geschwiegen und der zwangsdeligierte Schauspielschüler konnte sehr gut weinen…Männer eignen sich nicht,können einfach nicht ehrlich sein immer nur lügen
    Über euch die toupierten Töchter des Sozialismus muss man schreiben

    KATIE
    Wie lief die Bestrahlung / Chemo weiss schon gar nicht mehr

    BIRGIT
    Bin das gewohnt, der Strahlkopf ist wie eine grelle Sonne … aber hier mal das Zimmer aufräumen deine Klamotten liegen überall rum

    KATIE
    Ja Jinglerjeans die du mir kaufst in Westberlin / und wenn du dann nach Hause kommst von
    deine Bestrahlungen in unsere Grenzstrasse in Pankow Florastrasse aus Westberlin dank Reisepass und fragst Kati wo ist mein Hesse Fromm Tschechow fragst du mich nie warum ich Angst habe
    vor den Hunden der Grenzsoldaten , die sich von der Kette reissen und nicht davonrennen
    die laufen hin und her, hin und her ganz hysterisch,vielleicht vor Glück immer wieder kehrtmachen als lägen sie an nem langen Draht und der alte Herr Lengfeld sagt mir stotternd :
    Die Hunde kenn gar nett mehr anders , de renn nur noch uff einer Linie,
    wie ä Automat und ich geh dann mit meinen Freunden in den Keller, wir kramen in drei Kartons
    in Abfallbildern von eueren Westreise in der Dunkelkammer
    meine Angstnacht mit Hunden

    BIRGIT
    Katie wie willst du ein nützlicher Mensch werden ohne Widersprüche auszuhalten
    In einer Angstnacht…als die Schwester mich wieder anschnaubtet GEBEN SIE MIR DIE URINUNTERLAGE da kam der mögliche Entwurf also ein neuer Entwurf
    dieses Buch halt, was ich über über über unsere Kinder in der DDR also meine über Töchter
    und du schreist nur ICH WAR NIE IN WESTBERLIN riechst nach Pfeffi

    KATIE
    Immer nur CSSR

    BIRGIT
    Die Grenzer kommen zu mir und sagen Grenzverletzung und ich sage du bist 17
    und spucke heimlich Blut auf meinem kurzen Heimaturlauben

    KATIE
    Wir Kinder von Euch Weltraumtänzern stolpern zu Robert Schmidt
    eure Zärtlichkeit galt Chile Vietnam, wir bezahlen dann eure schönen Urnen mit Neruda Zitat
    von euern Nationalpreisen, reisen aus nach Westberlin zur Sarah und den schönen platten von The Cure und werden vor nem Aldi krepieren
    dein Büchlein wird man immer lesen

    BIRGIT
    Wenn ich da im weißen Kittel unter diesen falschen Sonne liege, weiß ich nicht, ob ich Kraft haben werde das Buch das Buch über die Kinder über euch Kinder Töchter…das schreibe ich auf jeden Fall ja

    GUDRUN / ABITURIENTIN
    MÄDCHEN I (SOPHIA)
    Früher war alles in Ordnung. Da waren eben drei Kinder, ein Vater, eine Mutter und Großeltern, das ging ganz prima bis zur Scheidung. Mein Großvater war ein einfacher Bauer. Meine Mutter, die hat es schon leichter gehabt, sie hat mit dreißig Jahren ihren Lieblingsberuf gelernt - Jugendfürsorgerin. Mein Vater kam ungelernt aus dem Krieg und wurde Neulehrer. Das muß eine ganz unwahrscheinliche Zeit gewesen sein, den Sozialismus aufbauen die wir uns nicht mehr vorstellen können.Bei mir läuft alles ganz glatt, Abitur und dann gleich in Studium.
    MÄDCHEN II (CHARLOTTE)
    Dann auf einmal hat Vati dieses Mädchen kennengelernt. Ein Jahr älter als ich. Das war für Mutti ein Schlag, sie war viel krank in dieser Zeit. Ich bin heimlich zu meinem Vater gegangen. Und Mutti hat mir viel erzählt von ihm, sie mußte es ja jemandem erzählen. Das war zu viel für mich, ich konnte es nicht verkraften. Ich hab zugehört, dann ging ich in mein Zimmer und hab geheult.Vatis Tod kam ziemlich unerwartet. Selbstmord.
    MÄDCHEN III (LILLI)
    Selbstmord finde ich gar nicht so schlimm. Ich habe mir vorgenommen, das mache ich später auch, wenn ich merke, daß es rückwärts mit mir geht und ich nicht mehr alles so stark fühle. Vor dem Sterben habe ich keine Angst. Angst habe ich nur vor dem Altwerden. Wenn ich Großvater sehe! Er hört nichts mehr, er vergißt alles, er merkt nicht, was er ißt. Ich nehme mir vor, das nicht zu erleben.
    GUDRUN
    In der Schule habe ich immer als die Liebe, Gute, Kluge gegolten. Ich wurde immer als Vorbild hingestellt, da haben die andern Mädchen natürlich sauer reagiert. Ich hätte gern irgendeinen Blödsinn gemacht, aber das ging einfach nicht. Ich bin nie so ausgelassen wie die anderen, ich bin viel zu ernst und verschlossen. Keiner merkt es, wenn ich allein in den Wald renne und mich da ausheule,das kann ich nur im Wald, der Natur. Ich liege da und werde ganz ruhig, schlafe und kriege einen furchtbaren Schreck, weil auf einmal der Förster neben mir steht. Freundschaftn in der Klasse hatte ich nie, das hat mir sehr gefehlt. Ich bin zu kritisch, das ist das Schlechte an mir. Dann kam Anke, die war von der 10-11 Klasse mit mir zusammen. Dann kam sie auf eine andere EOS, da entwickelte sich eine richtige Freundschaft.Anke ist sehr gefühlvoll, aber sie versteht es, ihre Gefühle zu lenken. Sie nimmt sich was vor, und das macht sie auf jeden Fall. Ich kann das nicht. Wenn mir was nicht liegt, fliegt es in eine Ecke. Niemand konnte verstehn, warum sie Veterinän werden will. Vielleicht weil sie merkt, daß ihr in der Richtung was fehlt. Sie will sich stark machen, weil sie so zart ist.
    Anke gibt es nur einmal. Anke schaut sich unsere Platten an. Wir liegen auf dem Teppich, träumen, schweigen. Ich interessiere mich für alles und für nichts. Ist was Neues, bin ich Feuer und Flamme, aber ich knie mich in nichts hinein. Was mache ich eigentlich gern? Ich diskutiere gern. Ich lese gern. Ich liebe Musik und die JugendTouristikgruppe. Da bin ich schon seit der siebenten Klasse drin. Da ist man nicht allein und man kommt richtig mit der Natur in Berührung. Zu Pfingsten haben wir eine Zeltwanderung durch Böhmen gemacht, unsere Füße waren voller Blutblasen. Als es ganz toll geregnet hat, sind wir in eine Riesenscheune gekrochen, zwanzig Mann im Heu.Mädchen waren darunter, die erzählten ihre Liebesgeschichten, die sind vollkommen frei. So war ich nie.Das Rauschen des Windes empfängt mich. Und das Brausen des Meeres will mich überfluten. Vor mir das weite Wasser und über mir nichts als die Klarheit der Luft und die Unendlichkeit der Sterne. Ich werfe mich gegen den Wind und laufe / ich lese Bücher stapelweise aus Vatis Regal, lese sie langsam. Anke sagt lese ›Franziska Linkerhand<und ich lese, jetzt lese ich ohne Anke, So stelle ich mir eine Freundschaft vor. Was mir noch gefallen hat, das ist Das ungewöhnliche Mädchen von der Ruch Werner. Ich habe mich nicht getraut, es den andern in der Klasse zu sagen, weil das so ein Kämpferbuch ist. Die beneidet man so, die noch richtig kämpfen können! Die geht als junge Kommunistin nach China, ach, und dann kriegt sie ein Kind, und der Mann ist mit dem Auto verunglückt. Und sie sitzt ganz allein in einem Haus und versucht, eine Radioverbindung zu kriegen. Man stellt sich das richtig vor: Dieses große dunkle Haus, und sie hat ihren Auftrag (ins Mikro) die gleiche Sache haben wir auch, den Sozialismus, aber den haben wir ohne Konflikte bekommen. Dafür kämpfen, wozu? Das haben die anderen schon für uns erledigt. Das ist wirklich ein Problem für mich, daß man einen großen Charakter als Vorbild sieht und seinen eigenen Charakter nicht entwickeln kann. Ich könnte nie so fanatisch kämpfen für eine Sache, ich würde immer meine Persönlichkeit in den Vordergrund stellen. Das ist traurig. In der Schule kapituliert man schon bei Kleinigkeiten.»Sie als künftige Kader dieses Staates- das hören wir in der Schule jeden Tag. Wir sind schon ganz benebelt, wenn ein Lehrer sagt: Gibt es Fragen?, gibt es keine. In Staatsbürgerkunde habe ich mich für einen Vortrag gemeldet: Kampf der Gegensätze im Sozialismus. Schön, dachte ich, dann werde ich mal Gegensätze zeigen, um gegen diese Gleichgültigkeit anzugehen: Ich gab mir Mühe und brachte viel Eigenes. Die Lehrerin war begeistert. Die Schüler…
    MÄDCHEN (CHARLOTTE)
    Das kommt beim Abi nicht dran, damit braucht ihr euch nicht zu belasten.
    GUDRUN
    Mich interessiert das aber.
    MÄDCHEN (SOPHIA)
    das ist was Abstraktes, Trockenes, das brauchen wir im Leben nie.
    GUDRUN
    Ich komme mir blöd vor, wenn ich Fragen stelle, denn die Fragen werden oft so beantwortet, daß man keine Lust hat, die nächste zu stellen.
    MÄDCHEN (LILLI)
    Man nimmt den Stoff einfach an, erwartet von den Lehrern nichts Besonderes, was man nicht kapiert, na, das schaut man sich zu Hause an. …
    MÄDCHEN (SOPHIA)
    unsere Lehrer haben mit uns keine Schwierigkeiten, wir sind einfach eingestellt aufs Konsumieren von Wissen, noch ein Jahr und noch ein Jahr, das spüren wir schon gar nicht mehr.
    MÄDCHEN (CHARLOTTE)
    Die Schule. Das Studium Der Beruf . Alles läuft glatt
    GUDRUN
    Ich interessiere mich für die Natur! Und das hab ich dem Ronny auch gesagt. Wie habe ich mich über den Pfirsichbaum gefreut, und er läßt die kleine Blüte achtlos fallen, die ich ihm an die Jacke gesteckt habe. Dann wollte er mit mir schlafen, ich konnte das nicht, ich wußte ja, daß es keine echte Liebe war. Ronny, du küsst echt scheiße!
    Die Natur ist für mich etwas Großes. Vorigen Sommer habe ich zum erstenmal Geld verdient, als Grabungshelferin in einem Dorf. Jeden Tag acht Stunden Sand schaben. Geschlafen haben wir im uralten verwanzten Gemeindehaus.Da habe ich einen Hochstand entdeckt, auf dem bin ich oft gesessen, und keiner wußte davon. Unter mir viel Schonung und eine Wiese mit Blumen, der Bach unter den Gräsern versteckt, dahinter hohe Kiefern. Und dann der Sonnenuntergang und der Wolkenhimmel in allen Farben. Und ein kleiner Hase, der sich nicht fürchtet…still sitzen, nichts reden, an nichts denken müssen, nur träumen ...


    RUBY TUESDAY/ FRÜHSTÜCKSRAUM 1980

    KATIE
    Frauenklinik / Frühstücksausgabe mit Muckefuck. T 64 läuft was von den Stones. Ich besuche Mutti heute nicht.
    Vater auch nicht.Schneide ihre Bänder mit Geschichten, die nicht mehr meine sind
    wenn ich die Bänder gut schneide, passt noch der neue Song von den Buzzcocks rauf
    Bin Kranfaherrin
    Wir schlafen kaum miteinander
    Kinder wollte ich immer
    Zum Heulen in die Ostsee
    Himmel glotzen
    Der Westen interessiert mich nicht
    War kein Wunschkind
    Studentenwohnheim
    Laube bei Buch
    Als die Russen kamen
    Ich trinke wenig zuviel

    Ich bin in Grenzhundscheiße getreten.

    RONJA
    Birgit erzähl was von Paris du hast dochn Reisepass (Birgit: Hatte!)
    In Paris war ich noch nie und ich komm da auch nicht hin.

    RAMONA
    da komme ich auch nie hin

    SIMONE
    Hör auf zu provozieren
    die Ostsee ist auch schön

    RAMONA
    Ich hab mal einen Portugiesen gehabt mit dem wollt nach Genf,zur UN

    MARIANNE
    (sagt etwas auf französisch)

    SIMONE
    Das war doch kein Portugiesisch.

    MARIANNE
    das warn Wortwitz

    SIMONE
    Das habe ich verstanden.

    (Birgit verteilt Pelze, zeigt Fotos, Projektion.)

    RONJA
    Scheiße Scheiße, Scheiße, Kacke, Kacke, Kacke

    SIMONE
    Das sagt die Ronja immer

    RONJA
    Scheiße keine Luft kein Atmen / sind die Dinger da, die Knoten im Kehlkopf
    Scheisse alles zu dünn alles zu dünn. Was soll die Scheiße …später wird das Mädchen ALSO ICH das Tonbandgerät von sich aus nehmen und etwas erzählen anderen machen Geräusche eines Waldes, Cheep, Cheep Rausch, rausch, still still Himmel Himmel, Niesel,Schneeflocke Weißröckchen und das Mädchen ICH sagt aber jetzt: die Angst wohnt hinter dem Fenster, die Leute in Berndorf sagen ich hab noch
    zwei Monate

    RAMONA
    Lasst uns aufs Dach gehen / den Schnee lecken

    (Schneeballschlacht.)


    RUTH/SERVIERERIN
    ( Plattenbauwohnung.)
     
    RUTH
    Ich schwindle viel, aber nicht mit Absicht, ich bin einfach gewöhnt, den Leuten was vorzumachen. Laß nur, ich bin auch irre kritisch mir gegenüber. Früher war ich das nicht, früher hab ich mir nicht selber weh getan, nur den andern. Immer wenn es mir schlecht gegangen ist, bin ich aggressiv geworden. Ich geh jetzt in so eine Gruppentherapie, wo man aufhören muß, gescheite Reden zu führen. Das geht nur, wenn die Leute ehrlich zu sich selber sind. Die sagen, ich schwindle mir so viel vor, weil ich das Leben, wie es ist, nicht ertrage, ich gebe mich immer viel mutiger, als ich bin. Aber ich schone mich nicht, ich muß es immer irre schwer haben, sonst reizt es mich nicht. Bei meinen Kunden im Café bin ich der reinste Müllschlucker. Da kommt keiner auf den Gedanken, daß ich auch meine Probleme habe. Alle laden sie bei mir ab. Das halte ich nicht lange durch. Manchmal setze ich mich in die Straßenbahn oder in ein fremdes Restaurant und mache ein Gesicht, so eins ... Ich stelle mir vor, welchen Ausdruck die Schauspieler auf der Bühne in ihr Gesicht legen, wenn sie verzweifelt sind oder traurig. Ich sitze da, es ist ja nicht gespielt, es ist nur, damit jemand es merkt. Aber niemand merkt was, niemand. Ich sitze in meinem neuen Sessel vor dem Fernseher, und da sehe ich ganz deutlich, wie in jeder Wohnung einer auf so einem Sessel vor so einem Fernseher sitzt. Die könnten doch miteinander reden, könnte man doch, aber man kennt sich überhaupt nicht. Das macht mich kaputt. Über mir wohnt einer, den sehe ich manchmal im Fahrstuhl oder in der Kaufhalle. Der sieht unwahrscheinlich gut aus, und abends, wenn ich im Bett liege, träume ich von dem. Aber denkst du, ich hätte schon einmal Guten Tag! zu ihm gesagt? Nicht einmal unsere Blicke treffen sich, das tut man in einer Platte nicht. Manchmal, manchmal komme ich mir selber unwirklich vor. Ich meine, der Körper, der hat mit mir auf einmal nichts zu tun, den beobachte ich nur so..
    Meine Mutter, die trinkt furchtbar gern, dann macht sie obszöne Witze, und wenn einmal in der Woche die Sonne scheint, dann reicht ihr das vollkommen. Die stellt keine Ansprüche ans Leben. Die hat auch nie begriffen, was für ein Mensch unter ihrem Dach wohnt. Auf keinen Fall möchte ich dieser Frau ähnlich sein! Wenn mich was anwidert, dann diese amerikanische Art, über alles zu quatschen, das ist pervers. Man muß einige Dinge in Ruhe lassen. Ich hatte einmal einen Amerikaner, der wollte schon nach drei Tagen in meinen letzten Seelenwinkel kriechen. „Show me What’s deep down in your soul“ Der saß noch schneller vor der Tür als die andern. Kann ich dir sagen.
    Ich habe überhaupt nichts von mir hergezeigt. Niemandem. Heute noch halte ich Frauen für dumm, die keine Geheimnisse haben. Sie sind wie abgezupfte Blätter, niemand interessiert sich für sie. Man muß schon einiges auf die Beine stellen, um für die Leute interessant zu bleiben.
    Aber ich falle ohnehin immer aus der Rolle, darum hab ich ja diese ganzen Schwierigkeiten. Ich mache alles wie eine Verrückte, irre lesen, irre lieben, irre fernsehen, dann wollte ich auf einmal studieren, obwohl ich nicht einmal den Zehnklassenabschluß habe. Kannst du dir vorstellen: Ich und studieren? Ich hab ja nichts in der Birne! Beinahe hätte ich auch das noch geschafft, da war ich zufrieden. Nur das Schwierige reizt mich.
    Wahrscheinlich ist es das, was die Leute an mir für verrückt halten. Diese Leute, die es so mit der Wirklichkeit haben: Ich weiß gar nicht, was das ist, diese Wirklichkeit. Die Leute tun so, als ob das ein sicheres Ufer wäre, von dem man sich nur ja nicht entfernen darf, sonst ersäuft man. Aber man muß sich doch mal ins Wasser trauen oder ins Feuer. Und die Angst, die muß man eben überwinden. Ich habe irre Angst. Wenn die Leute wüßten, wie es manchmal in mir ausschaut, das würde die verängstigen. Hast du schon beobachtet, wie die Leute reagieren, wenn sie einen seelischen Knacks wittern? Dabei ist mir gerade das andere so unheimlich, wie die Leute so flau dahinleben können, wo das Leben doch so verwirrend ist, no ja, unwahrscheinliche Einflüsse aus allen Richtungen. Merken die das nicht?
    Das ist auch so ein Zwiespalt: Ich will eigentlich immer weg von dem sicheren Ufer, ich möchte alles ausprobieren. Die Wirklichkeit ist kein Maßstab für mich, ich halte mich lieber an meinen inneren Traum. Aber die Leute in der Psychogruppe (Hallo, ich bin Ruth, ich habe Depressionen,…) sagen, ich möchte immer Herr der Lage sein und keine Überraschungen erleben... Eigentlich ekelt mir vor den Männern. Aber es ist mir eine unwahrscheinliche Befriedigung, wenn ich sehe, wie sie weich werden, wie sie die Beherrschung verlieren. Zuerst so stark und dann so schwach. Da kann ich sie nur verachten. In diesem Sommer habe ich fünf Männer gehabt. Mit keinem länger als drei Tage. Ich hab noch nie einen Orgasmus gehabt. Wenn ich einen kennenlern, im Café, denke ich aber sofort an Sex, weil ich mich da auskenne. Das ist mein Gebiet, verstehst du? Sobald einer an Bindung oder so was Komisches denkt, der braucht nur den Mund aufzumachen, da krieg ich Zustände, da schick ich den weg! Manchmal empfinde ich überhaupt nichts, ich tu nur so. Ich möchte mich ins Bett legen und schlafen, nur schlafen, einen langen, langen Winterschlaf. Aber ich bin immer in Bewegung, damit keiner was merkt. Ich halte es nur in der Stadt aus, wo immer was los ist. (Ich halte ja diese Ruhe nicht aus. Jetzt mal Schnauze hier! Letzte Runde! Hat noch jemand Lust auf Sexualität?)
    Und immer, immer noch hoffe ich auf das Wunder hoffe und hoffe und ich glaube überhaupt nichts mehr. Manchmal liege ich wach, weißt du, da fürchte ich mich so irre vor dem Sterben. Ich möchte jemanden haben, zu dem ich beten kann: Lieber Ichweißnichtwas, laß mich noch
    Jetzt ist dieser Chilene da, schon eine Woche Mit dem Kopf habe ich überhaupt nichts gegen ihn. Im Gegenteil. Er ist einfach gut. Aber ich bin schon wieder so kribbelig, weil der so zutraulich ist.
    Es hat ganz gute Typen gegeben. Aber irgendwie, ich weiß nicht, war immer der Wurm drin. Ich hatte mal einen, das war ein halber Portugiese, der wollte ausgerechnet zur UNO nach Genf und Portugiesisch dolmetschen.Und ich mußte sofort Portugiesisch lernen, um auch nach Genf zu können. Erst jetzt frage ich mich: Wo bleib denn ich eigentlich bei all diesen Geschichten? Was in mir drin war, das sahen die nicht. Dabei bin ich überhaupt nicht schwierig, ich fresse nur nicht, was man mir vorsetzt. Ich möchte mich selber finden. Ich frage mich manchmal: Welche Gesellschaft bauen wir eigentlich auf? Man hat doch einen Traum. Die Menschen werden geboren und haben einen Traum. Ich träume…

    WEIHNACHTEN/ DER HIMMEL DER WALD 24.12. 1980
    PROFESSOR (singt)
    Mir scheint mein Leben
    Wurde mir heut neu gegeben
    Ahnt ihr vielleicht, woran das liegt?
    Ihr sollt es wissen
    Von drei Sonntagabendküsssen
    Wurde mein stolzes Herz besiegt
    Wie ein Stern in einer Sommernacht
    Ist die Liebe, wenn sie strahlend erwacht
    Leuchtet hell und gar durch Raum und Zeit
    Wie ein schöner See Unendlichkeit
    Mädchen, ich lieb dich
    Du machst mich glücklich
    Heut scheint die Sonne heller, mhm
    Seh nur dein Lächeln
    Und augenblicklich
    Dreht sich die Erde schneller, aah
    Herrliches Wunder das wir erleben
    Häuser und Straßen schweben, aah
    Heiß ist die Sehnsucht seit wir uns kennen
    So kann kein Feuer brennen
    Ihr müsst sie sehen
    Denn dann werdet ihr verstehen
    Dass mir zum Glück nun nichts mehr fehlt
    Glaubt mir, ich wette, dass sie jeder gerne hätte
    Doch sie hat mich nun mal erwählt
    Wie ein Stern in einer Sommernacht

    Liebe Genossinnen mit Bauch Brust Rachen frohes Fest euch allen…feiert man in Vietnam eigentlich Weihnachten? Sind nämlich gerade Genossen aus Vietnam auf der Kinderonkologie. Egal.Werdet mir bitte alle bald gesund(er macht eine kurzdiagnose) Keine Knotenbildung in der Brust / BlutwerteWerte sind stabil / Übliche Rötung nach Bestrahlung / Frau Mann die Eileiterwunde ist gut verheilt,keine Zyste in der Leber…Hören Sie bitte auf mich zu küssen

    RONJA
    Tschuldigung, Professor ich weiss ja nicht wie oft ich noch küssen werde

    MARIANNE
    Darf ich auch?

    PROFESSOR
    Is ja gut. Schaut doch mal da hinten. Der Weihnachtsbaum wurde uns von den Genossen des Gartenbauamtes des Stadtbezirks Mitte geschenkt

    RAMONA
    Der ist ja mal gerade gewachsen wie der Johannes von Jörn/ Gerade Bäume
    verkoofen wir sonst immer nach Westberlin / vor den krummen verbeugen wir uns
    Scheiß Osten

    SIMONE
    Ramona! Hör auf zu provozieren Dieser Staat hat dir den vierten Abbruch ermöglicht / in deinen Westberlin kommst du nach reichsdeutschem 218 Paragraph ins Gefängnis , fragst deinen Steglitzer Mann, ob du arbeiten darfst und stehst im Hausfrauenkittel stramm vor deinem Miele Herd …säuselst Heil Herr Kanzler Schmidt Panzerleutnant vor Moskau das Dorf hinter deinem Panzer brennt

    PROFESSOR
    War das Russisch?
    Na los schmücken Sie mal mit:Gemeinsam stellen sie den Baum auf den scharf riechenden Boden. Unser Klinikumboden der von kleinen und grossen dunklen Flecken übersäht war
    die man nicht weggeschrubt bekommt, ohne Schlaf gefressen von Angst und Hoffnung
    die brennende gerötete Haut von der falschen Kobaldsonne, die Lymphknoten der schnelle Atem geweitete Pupille der Tumor gross wie eine Taubenei im Kopf Tschuldigt ich werd sentimetal

    (TELEFON KLINGELT.)

    BIRGIT
    Salute/ Hallo Sarah / Hello Friends
    Wie isses in Westberlin…na ja…Du Ich sitz im Aufenthaltsraum in Buch, vor mir ein krummer Weihnachtsbaum  - wir singen Schöbel Schlager-die Glotze läuft in einer Tour man sorgt hier für Atmosphäre. Ist überhaupt ne sehr gute Station, vom Tod is hier keine Rede. 
    Hab gestern wieder eine Bestrahlung bekommen, liege nackt zwischenBleischürzen und lass mir den Brustkorb beschiessen. Aber nichts davon. Zum Wochenende gehts wida zu Hause, den Körper schonen Stillhalten  sonst, na ja…

    RONJA
    Mensch, Scheiß!
     
    BIRGIT
    das is meine Ronja aus dem Erzgebirge, Mensch Scheiss sagt sie zwanzigmal am Tag. Und das hilft auch. Mensch, Scheiß! Bald hocken wieder zwei vor dem Fernseher, die glotzen tagein, tagaus und die halbe Nacht, und ick find kein Platz, wo ick schreiben kann. Ick glaub, ich muß verduften.

    RAMONA
    Ronja legt eine Platte auf mit Melodien berühmter Weihnachtfilme aus der ČSSR da war sie mit Jugendturistikgrippe so gern im Böhmerwald / lag mir damit in den Nächten in den Ohren

    MARIANNE
    sie atmet schwer / hustet
    birgit erzähl ihr was / du bist doch eine Schriftstellerin

    SIMONE
    Was schönes, irgendeinen Märchenscheiß.

    BIRGIT
    Bäume und Schnee. Eisschollen auf der Spree knacken und ein Mädchen stellt sich auf eine Eisscholle denn das Eis wird den Krebs fressen und das Eis wird schmelzen in die Donau fliessen bis nach Budapest und das Mädchen steigt an der alten Donau aus dem Fluss und ein Mann wartet dort mit einem Tokayer an der Ufermauer und sie trinken auf das gewonnene Leben und treffen auf Monika und Sarah und schimpfen auf Westverlage Ostverlage erinnern sich an alle verbotenen Dichter fern und nah der Donau und der Krebs fließt an Budapest vorbei und an Belgrad vorbei und ein kleiner Junge wirft dort ein Segelboot in die Donau und das Boot erreicht das Schwarze Meer. Und der Krebs ist nun da wo er hingehört in ein Meer und nicht in eine Frau Mutter Tochter Schwester.

    RONJA
    Das Mädchen hustet sieht nun aus wie Rotkäppchen. Der Wald ist schneestill und die Bäume schwarz.Blutig der Schnee.

    Der Ronny küsst wirklich schlecht.

    PROFESSOR
    Blutsturz. Wir können da nichts machen Jörn! Wir haben nen Exitus auf Station 16. Jörn!


    TRABANTEN / KEIBELSTRASSE 1981
    (Im Trabant / ein Ausflug.)

    THOMAS
    Birgit Kati steigt ein…
    Weisst du was Birgit? Ich hab mir den Bart abrasiert, den du nie mochtest und mit ihm meinen jungen Marx und Lenin. Glattrasiert mit Engelszungen red ich mit den Verlagsgenossen aus Dresden Berlin über dein Manuskript, seh die kalten Genossen mit müden Hundeaugen an / / Die sagen nur Papier ist knapp/ Silberseen in Wolfen und Umweltgift gibt es nicht in unserer schönen Republik. Scheiße ! (Jetzt überhol doch einfach!) Warum verlegt ihr Birgits Manuskript nich / fahrt nach Wolfen zum Silbersee, da wachsen den Kindern Häute zwischn kleinen Fingern / bleiben Mädchen ohne Atem / die Jungs mit Segelohren haben keine Stimme / Ich bitte nicht fur mich GENOSSEN schreib eh nur für dir Schublade dünne Lyrik über Prag die Panzer meinen Knast in Rummelsburg und sitze WEISST DU BIRGIT mit Bauarbeitern Kellnern Polizisten in zu stillen Wartesälen, vor und hinter der weissen Tür frisst einen die Angst, dahinter die kahlen Wände ein Tropf liegt kalkweiss meine Frau
    Kopf wie ein Ballon / du liebst mich ich küss dich du lachst ich verkriech mich in meinen kaputten Trabbi zähle verlorenen Jahre unseres Sozialismus, in denen unsere Tochter Kati krummwuchs,Tage an denen du mich brauchtest als das Tier dich frass… dialektisch ist nur noch mein Geheule in der kaputten Karre

    BIRGIT
    Thomas , ich hab ein Würgen im Hals.
    Katie wo warst du ,warum besuchst du mich nicht

    KATIE
    härte gegen punk
    mein kopf auf der tischplatte
    knackt zwei vorderzähne gleich mit
    herabwürdigung öffentlich und paragraph 220 von den nazis.
    der schlag auf mein blutendes mundloch mit dem eingerollten
    proletarier aller länder vereint euch ND
    bricht mir die unteren zähnchen
    kann mir das sandmännchen bringen
    brüll ich und mutter ist ein trampeltier und der
    heiner müller steht bei uns an der tür
    kein mann im fahrstuhl
    den habn wir nicht
    aber die keibelstrasse nen
    paternoster ausm keller zur etage sechs
    zum schnelle schlag auf die brüste links rechts
    rechts links, der genosse macht
    sich leicht mit dem befehl von ganz
    oben mfs ss
    selbstschuss und ein minenfeld damit
    es uns hier gut gefällt, damit es uns hier
    gut gefällt in unserem schönen staat
    in unseren schönen staat
    meine brüste schon schwarz und blau
    von arbeiter- und bauernhand
    kopf an die wand
    ich mach dich kaputt
    du sau sagt der genosse
    schätze Döbeln oder Riesa
    schägt mir den Knüppel zwischen
    den schönen Knutschmund
    pretty vacant schrei ich nur
    das blut auf altem naziholz
    I’M SO PRETTY in der keibelstrasse holten die
    mein helles rot ein langsames
    fliessen mutterwärme auf beton
    die narvaglüh im Keller wärmt statt ihrer dünnen hand
    I’M SO PRETTY
    verlier mit siebzehn mein herzloch
    an den vater staat wegen dem 220er
    der eigne alte ist stumm beim bier
    das weltall genossen
    alles im fluss über unter mir
    mundloch strömt und arschloch
    mit großen ach und weh
    bin der struwwelpeter
    in der keibelstrasse
    hab keine mutter mehr noch vater
    die haben sich verloren im wald
    die schweigen nur und glotzen DDR 1
    willi schwabe ein freund ein guter freund
    lallen Biermann müller prag
    bulgarienurlaub oder datsche
    du gehst ab nach torgau
    4 Jahre jugendwerk
    sagt die bullenfrau
    in der nacht als mutter tausend worte schrieb
    lag ich in meinem
    blut und liege noch da und sehe keinen
    himmel und habe löcher in der fresse
    was kostet eigentlich ein implantat
    im westen mutter HIER schlagen uns
    die volksbullen löcher in mund

    ROSI / SEKRETÄRIN
    (Rosi und Robert zanken auf russisch, singen ein russisches Lied )
    ROSI
    Meine Eltern sagten immer: Du darfst nichts tun und nichts sagen, was du nicht ehrlich meinst. Sie haben mich gegen die Heuchelei erzogen. Meine Schwierigkeiten bewegten sich in den Grenzen des Zumutbaren, da mein Vater ein alter Kommunist war, Insofern hab ich es leichter gehabt als andere, die brauchten mehr Zivilcourage. Die hab ich im Blut.
    Ich glaube, ich habe meinen Mann auch schon im Blut.Wir sind seit zehn Jahren zusammen, und ich kann mir einen anderen Mann nicht denken. Robert ist ein Stiller, einer, den man nicht hört. Er spricht leise, und er macht auch sonst keinen Lärm. Wenn er Holz sägt, im Hof ist ein Schuppen, dort hat er seine Werkstatt, wenn er Holz sägt, ist es das angenehmste Geräusch. Er geht leise, man hört ihn oft nicht hereinkommen. Manche Menschen behaupten, ich spiele ihn an die Wand. Doch die kennen uns schlecht. Am liebsten ist er mit mir allein. Ich denke nicht darüber nach, ob mir das angenehm ist oder nicht, es ist eben so. (Lass mal los.) Ich gehöre nicht zu den Frauen, die sich einbilden, nur mit einem Mann glücklich sein zu können. Ich treffe ständig Männer, die mir gefallen und denen ich gefalle. Ich habe wenig Hemmungen. Gelegentlich gehe mit einem Mann ins Bett oder auf die grüne Wiese. Ich verberge diesen Teil meines Lebens vor anderen Menschen, da ich weiß, wie sie über Frauen wie mich urteilen und wie schlecht mein Mann dabei wegkommt. Die Tugendrichter sind ja weniger die Männer, denen man oft zu Unrecht nachsagt, sie würden sich an unsere Emanzipation nicht gewöhnen. Meistens gehen Frauen auf die Barrikaden, weil sie neidisch sind. Ist ja ein alter Hut. Aber es ist nicht so, daß ich bei Robert zu kurz komme, Robert arbeitet sehr schwer mit seinem Körper. Mit keinem anderen Mann war ich so frei wie mit Robert. Er hat mir noch nie etwas verweigert. Wir kennen unsere Bedürfnisse. Sexualität hat ja nicht nur mit Liebe zu tun, mit Streicheln und Lächeln, sie hat auch etwas mit Gewalttätigkeit zu tun, mit primitiven Trieben. Robert ist Arbeiter. (Lass das.) Ich will keinen Intellektuellen, der mit seinem Körper nichts anfängt. Ich hätte so einen haben können. Der war Chefingenieur. Ging mit einem weißen Mantel herum, mit schmalen weißen Samtpfoten und nach Feierabend hat er Tennis gespielt und ist mit diesen albernen Standfahrrädern in seiner Wohnung beschäftigt gewesen. Als er scharf auf mich war, hat er zuerst eine halbe Stunde geduscht und sich mit Körperspray eingenebelt. Über das Laken, halte dich fest, hat er zwei Handtücher gelegt, damit das Laken nichts Schlimmes abbekommt. Ich habe diese heilige Handlung einmal über mich ergehen lassen, aus Neugier. Wie er beim zweitenmal, eine Woche später, die gleiche Zeremonie startete, bin ich abgehauen. Ich mag, auch Frauen. Frauenhaare und Frauenhaut sind was Phantastisches. Das geht vielen Frauen so, sie gestehen es sich nur nicht ein. Ich sehe also gerne Frauen, die große Brüste haben, sie müssen nicht einmal schön sein. Man geht mit so vielen Menschen in die Kantine, ins Kino sitzt in Versammlungen zusammen, lacht, streitet ... Gibt es einen einleuchtenden Grund, warum man ausgerechnet den Sex ausklammern soll? Weil unsere Großmütter das tun mußten? Alles, was natürlich ist, is...Sex ist für mich ja nicht nur ein Spaß, sondern gelegentlich etwas Totales. Im Sex drücke ich meine ganze Persönlichkeit aus, viel direkter als sonstwo, ja? Ich bin keine Sexmaschine, ich bin eine Frau. Enthemmung ist hervorragend, Wie mein Mann sich dabei fühlt? Ach je, der Stärkere wird immer den Schwächeren beeinflussen oder der Aktive den Passiven. Mein Mann ist ein enorm sinnlicher Typ, wie die meisten gesunden Männer, aber Feingefühl für die Frau hat er nie gehabt. Das habe ich ihm anerziehen müssen. (Zeig mal.)
    Was ich in unserem Präsidium dagegen tagtäglich erlebe...Fachidiotentum, auf das wir zusteuern, unsere leitenden Kader die haben die Kraft nicht, irgendwelche Konsequenzen zu ziehen oder ein Risiko einzugehen. Ich habe ein kleines, ganz kleines bißchen Marxismus gelernt, in meiner Abendschule, und unsere Direktoren haben enorme Parteischulen hinter sich. Was haben die ihnen genützt? Die hören sich gerne reden und haben nichts Neues zu sagen, nur Phrasen, die ihnen aus dem Maul sprudeln, während das Hirn schlummert. Da kommt auf einmal etwas hoch, was man für bewältigt gehalten hat:Wir haben ja keine Vergangenheit zu bewältigen.Wir haben ja mit der Gründung unseres Staates automatisch den Faschismus ausgerottet. Keiner hat mit der ganzen Sache irgendetwas zu tun gehabt, keiner hat etwas gewußt.Gestern in der Kantine. Einer ruft irgendwas wie: Du, die und die fährt nach Ravensbrück. - Oh, schreit eine Frau vergnügt, dort gehört sie auch hin! Niemand hat was dazu gesagt.Ich friere ein, wenn ich so was höre. Ich denke an meinen Vater, den Kommunisten und ich sage mir: Ihn hat es betroffen, und mich betrifft es auch. Über das alles kann mit Robert sprechen, aber es beunruhigt ihn nicht, für ihn ist unsere Gesellschaft ganz in Ordnung, weil alle zu essen haben, weil wir persönlich weiterkommen, uns mit Sachen eindecken, Auto, Badezimmer, Kühlschrank, Datsche, Waschautomaten, die unsere Gewässer ruinieren und Wasser vergeuden.
    Ich bin Sekretärin, schön und gut, aber ich bin auch ich, ich bin Rosa, Tochter des Kommunisten A. R. Die Sekretärin ist purer Zufall, es gibt Schöneres, als Handlanger für ehrgeizige Männer zu sein. Aber ich kann gut zurückstecken. Ich finde es beschämend, was manche Menschen an Weltschmerz verdampfen, nur weil sie ihren Traumberuf nicht kriegen oder weil ihnen einer Schwierigkeiten macht. Damit rechtfertigen sie ihre Unfähigkeit, mit irgendwas mal selbständig fertig zu werden. Jetzt haben sie mir einen Chef vor die Nase gesetzt, das ist vielleicht ein Affe! Papiere, Mitteilungen, Verordnungen, VerhörProtokolle, Berichte, Bestätigungen, Erlasse, alles schriftlich, obwohl es auch ein Telefon gibt. Auf das Telefon ist aber kein Verlaß. Der scheut jede Konsequenz. Konsequent sein, das war doch eine der stolzesten männlichen Eigenschaften. Mütter sind weich und nachgiebig und ein wenig dumm; Väter sind hart, konsequent und klug, nicht?
    Da habe ich gerade durchs WestFernsehen vernommen, welche Eigenschaften für uns Frauen typisch sein sollen: Passivität, Abhängigkeit, Konformismus, Ängstlichkeit, Nervosität, Narzißmus, Gehorsam. Ich bin also ein Mann, dem nur das Stückchen Schwanz fehlt. (Und jetzt ihr: Wir sind Männer ohne Schwänze!) Den Herren der Schöpfung wurde folgendes zugebilligt: Aggressivität, Gefühl für soziale Rangordnung, größere Risikobereitschaft. Erhöht sich allerdings die Aggressivität der Männer, sinkt ihre Intelligenz. Das kann ich bescheinigen. Bei den Frauen liegts andersherum. Höhere Aggressivität ist mit höherer Intelligenz gekoppelt. Soll eine Angelegenheit der Hormone sein. -
    KLINIKUM FRAUENTAG/ STRAHLUNGEN 1981

    RAMONA
    Zweite Bestrahlung. Mit Hilfe von beträchtlichen Mengen Kognac überstehe ich ziemlich gut die Bestrahlungen. Die ersten Male hatte ich grässliche Angst unter dieser Kobaltkanone.

    MARIANNE
    Dritte Bestrahlung. Zwei Jahre lang soll ich meinen Beruf nicht mehr ausüben. Das ist lächerlich und völlig unmöglich. Womit soll ich mein Dasein rechtfertigen?

    SIMONE
    Vierte Bestrahlung. Lauter fremde und bedrohlich summende Maschinen, Ärzte und Physiker mit Bleischürzen, während ich NACKT dem Beschuss ausgesetzt bin.

    RONJA
    Fünfte Bestrahlung. (Charlotte kippt um.)

    PROFESSOR
    Liebe Genossinnen und Nichtgenossinnen zum heutigen internationalen Kampftag der Arbeiterinnen und Bauerninnen gibt es ihre sechste Bestrahlung durch unsere volkseigene Kobaltkanone Z30. (singt Wie Ein Stern) Nach der Bestrahlung, die Damen, bitte die Tabletten nehmen trotz Feiertag. fünfmal unsere sputnik gegen todesfurcht .
    So und nun bitte zur Bestrahlung… Der Beschuss beginnt!
    Die Verspannungen danach sind ganz normal.

    MARIANNE
    Konbaldkanone Z30

    RAMONA
    Is ja gut Marianne, lass den Professor ausreden (Lilli kippt um.)

    PROFESSOR
    Die Verspannungen sind ganz normal, ihre ganze Muskulatur ist noch gelähmt von der Bestrahlung.
    Übrigens Birgit, Ihre Blutwerte sind bestens. Aber Sie müssen nach der Bestrahlung körperlich was machen, (Sophia kippt um.) Ihr Geschirr waschen zum Beispiel oder den Boden schrubben, die Körperertüchtigung beschleunigt die Regeneration.

    (Maxie schrubbt.)

    FRAUEN
    L: während ich am boden liege und die verdammten bretter schrubbe
    Alle: ARBEITET DER KOPF
    S: ich denke dran wie viele frauen jetzt wie ich am boden liegen
    C: und den dreck für ihre lieben kinderchen und den mann wegschrubben
    Alle: MORGEN IST DER DRECK WIEDER DA./ BRUST BAUCH RACHEN KOPF. BRUST BAUCH RACHEN KOPF.
    S: ick protestiere gegen meine kranheit. BRUST BAUCH RACHEN KOPF.
    C: ick gegen die beschissenem knoten. BRUST BAUCH RACHEN KOPF.
    R: ick scheiss auf die offenen wunde. BRUST BAUCH RACHEN KOPF.
    S: ick protestiere gegen diese streuung. BRUST BAUCH RACHEN KOPF.
    L: ich bin keine fortpflanzungsmaschine. BRUST BAUCH RACHEN KOPF.
    S: ich hab keine mutterverpflichtung. BRUST BAUCH RACHEN KOPF.
    (Lilli beginnt den Professor einzutapen.)

    RONJA
    was machst denn du da

    MARIANNE
    ich male

    ZWISCHEN 03:00 UND 05:00

    BIRGIT
    (Ich wurde im April wieder krank. nichts schlimmes sagen die Ärzte, Bauchfellentzündung)
    Liege in einem Dreibettzimmer in Buch auf dem Tisch ein verschlossenes Kuvert, ich öffne es : Metastasen im Bauchfell / Es ist drei Uhr morgens, und ich kann nicht schlafen und muss doch eine Geschichte für die Katie fertigkriegen. Warum gibt es hier keine Schreibunterlage, was ist das für Licht und Frau Schmittke im Nebenzimmer röchelt und die Ärzte geben ihr Morphium, was weiß ich und die Frau Schmittke lebt weiter, warum lässt man die nicht sterben? Sie schreit fällt aus dem Bett,hat alles vollgekackt, sie wälzt sich im eigenen Dreck, der Gestank, der Lärm, das Gerenne, das Stöhnen.Und alle müssen wach sein und mitansehen wie eine nicht leben nicht sterben kann, und das alles vor den Augen von Schwerkranken, die noch was schreiben müssen. Ich hab mich verschrieben.Hier muss doch ein Punkt hin

    MARIANNE
    Die Schwester war eben da, fühlte meinen Puls und rannte weg, um den Arzt zu holen. Draußen dämmert es, die Nacht ist schwül und schwer um 03:55

    SIMONE
    Meine Angst in den Morgenstunden 03:56

    RAMONA
    das Erwachen aus Träumen 03:57
    das Erkennen der Wirklichkeit 03:58

    SIMONE
    Was machste da

    MARIANNE
    Ich male gegen die Resignation die innere Kälte

    SIMONE
    Dachte bist Physikerin nich Picasso

    RAMONA
    Wenn mein Kerl kommt, der Chilene, spiele ich ihm Heiterkeit vor.Wir naschen Früchte.Vorsichtig, zwei Löffelchen Kompott, das genügt.

    MARIANNE
    Auf dem Gang das Scharren der Füße, das Getuschel der jungen Schwestern, Türengeklapper.
    Hier sind alle Türen kaputt

    BIRGIT
    Ich werde um sieben Uhr früh zum Telefon gerufen. Es ist Thomas

    THOMAS
    Birgit.Ich will ein paar Worte sagen. Meine Stimme klingt lieb.Ich sage freundliche Dinge

    RAMONA
    Vor nem Jahr die linke Brust ab, jetzt frisst mich die Galle!

    SIMONE
    Schweineschlachten kann ich.Robert lag drinnen krank, das Schwein hat einen Knochen geschluckt, was weiß ich, ist erstickt daran, röchelte, hat sich gewunden. niemand war da, konnt es nicht mitansehen, hab ich das große spitze Küchenmesser genommen und habe es abgestochen.

    RAMONA
    Ich habe versucht, mit meinem Chilenen zu reden

    MARIANNE
    04:30. Fenster schließen nicht, die Türen auf und zu kommen und gehen flüstern

    SIMONE
    die Toilette voll Blut Erbrochenem Kot, die Schwestern übermüdet und frustriert sind

    RAMONA
    die Ärzte abwesend und gleichgültig, das Essen sauer

    BIRGIT
    Thomas bist du noch dran ?

    THOMAS
    Ja

    BIRGIT
    Lies mir bitte etwas aus deinem letzten Buch vor

    (Sie tanzen.Kati schreibt.Die Mädchen gehen in das Behandlungszimmer)

    (KATIE
    This is minimal punk)


    LEERES HAUS/PANKOW JULI 1981
    (Kati und Thomas im Hof. Blasmusik aus dem Bürgerpark. Laufschrift.)

    KATIE
    Mutter ist wieder zu Hause sagt …Lieber Thomas, ich nutze die wunderbare Ruhe in unserem Hofgarten, das leere Haus um Dir ein paar Worte zu sagen Und Mutter sagt Alles Leben in mir ist in eine winzige BauchKammer gepreßt, bis diese Kammer ihre Wände sprengt, explodiert und sich ausbreitet. Und sie fragen mich nich nach meiner Kammer im Polizeipräsidum in der Keibelstrasse… und ich sag nur Monika ist drüben und die Sarah und
    der Jurek und bald ich
    Das Eis ist zu dünn
    es trägt nicht alle /
    es bricht

    JOY DIVISION/ TRANSMISSION
    (Ein Song. Birgit und Thomas und Katie tanzt)

    Dance Dance to the radio
    Dance Dance Dance

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    14. November 2024

  • FOSSILES (nach Öl) – Part one


    FOSSIL (Drama nach Öl)

    (Filmkulisse.Ein Erdölfeld.Im Hintergrund ein gestrandeter Wal, 1854.1932.1977.)


    CHARLIE CHAPLIN (Hintergrund Filmkulisse Modern Times)
    der sohn des ölmagneten magnaten Daddycool PUFF engagierte sich immer mehr in einer radikalen splitterpartei neomarxistisch,irgendwas mit pflanzen und
    raubbau organen und blalabla UFF PUFF er
    blablabla wachte in fremden betten auf blabla ficken mit schauspieler*innen vor und nach nem cast blabla
    ich kürze mal die Überleitung und strich runter auf
    der sohn die tochter schlagen mit angelruten fliegenfängern auf Big Daddy ein
    der einen dicken Fisch an der Angel hat, aus NY oder Chicago,der will ins Schwarze investieren.
    Am Ufer des öligen Flusses wird eine Pächterfamilie von maskierten Clansmen drangsaliert,ihre Hütte fängt Feuer
    Ein selbstgerechter Pfarrer predigt in seiner halbleere Kirche.Ein Marxist wird an einer Platane aufgehängt.
    Ich EUER CHAPLIN Traumclown für Arbeitnehmer zeig mal kurz mein traurigstes FILMGESICHT ihr schweigt
    lachen tun die feisten von der Wallstreet
    Stiere mit roten blauen Hoden
    Das Kapital ist und bleibt wohl altgriechisch
    Ich tanze stumm ohne Kothurn
    auf der sterbenden Weltkugel herum
    wiedibumm!

    (Chaplin zeigt sein traurigstes Filmgesicht,eine osteuropäische Melodie)

    TEXASBOY
    Ich möchte jetzt dass dieser text gesprochen wird
    verdammte scheisse
    dieser text ist mir sehr wichtig
    wirklich wichtig, scheisse
    also sprechen spielen wir den jetzt:
    ich kann nur noch heulen
    träume vom krieg co2 Überschuss erstickter welt
    und meiner gitarre in nem garagekonzert und dem verkehr danach in houstonoder LA mit fromms damit nichts hineingebohrtem wird
    in die alte sterbende welt fuck mit paula unbedingte genossin
    der fehlende mutterschoss ist ab heute meine neusozialistische fuckheimat

    RUTH (Sis von TEXASBOY)
    ICK HABE
    BULLEMIE

    TEXASBOY
    ICH verhungere unter Vaters Trümmern
    mein Hungerstreik gegen sulfatboden und kuh KZ
    unter vaters türmen fick ich mich wund und schreibe
    RISE AGAINST IT
    was
    wollte ich sagen

    RUTH
    Ick habe LEUKÄMIE

    TEXASBOY
    SISTER PLS habe nasenbluten vom aufregen
    über traurige wälder und meere

    PAULA (ein Mädchen,16 Plattenbau)
    DIESER TEXT HIER IST Sozialistisch UND MIR SEHR WICHTIG mein ökologischer SozialismusKommunismus MEIN FRIEDEN NACH DEM KRIEG um Böden Meere Gaslöcher und SCHIEFERGESTEIN
    Mein Aufstand beginnt so:Auftritt vier Frauen…sie legen Feuer an einer Schwarze Pumpe…ESSO TEXACO WACO WILCO sie legen Feuer im Firmensitz, sie zerschlagen die Fressen von deutschfranzösischen CEOs
    die gern geschlechtsverkehren nach großen Abschlüssen
    wenn’s geht unter Achtzehn und drei vier Gastanks explodieren,ich sitze in einem Panzerturm Abrahms Bradley Challenger Fucker
    beschiesse die Firmenzentrale vier CEOS verkohlen in der Chefetage in Austin Texas

    TEXASBOY
    und mein Platz während des Aufstandes wäre mitten im Feuer mit dir an der Hand DADDY und wir singen nen
    singersongwritersong deiner Generation DADDY

    PAULA
    oder tanzen fuckern flüstern
    auf dem Truck beladen mit Düngemittel der in deine Firmencentrale rast

    TEXASBOY
    Ganz laut hören wir alten Scheiss PATTIE SMITH ODER SO mit Herz
    und Seele heil DAD alter falscher Sechsziger

    PAULA
    Ich bin ein zirkusloch das aus den trümmern deiner Raffinerie kroch und nehme alles das nich kkk ist und jünger als ein panzersoldat von der first brigade vor deinen kalten Augen schwiegerdad
    ja, schreib nur CHARLIE mitkorrigier kuratier mich,dramatisier mich
    lies meine sätze heimlich in der Nacht unter Bauhauslicht deinen dürren Genossen vor, die American Socialist Party hat 100 Mitglieder,davon 80 in NY davon 10 beim FBI,der Rest Dramaturgen und Autoren…
    in der Nacht…wir stopfen uns die Münder mit unseren Geschlechtern
    nehmen sie in Mund
    in jeder Öffnung explodieren
    das muss reichen für Frau Mann

    TEXASBOY
    die Sätze für unsereKAMPFSCHRIFT Kein Blut für Oil oder wasweissich
    sind unser Flaschen Pfand ,ich schenk dir meine Prologe
    ich borge deine Epiloge! das dazwischen ist verloren gegangen
    Geh und denk dir schöne Sätze aus BRUDERHERZ
    hinter abgeschlossener Tür ausgeschieden
    ich spiel jetzt meinen Lieblingssong diesen alten Scheiss
    PATTIE SMITH ODER IGGY PIEP

    DADDY
    Erzähl mir doch mal was schönes etwas mit Wind,mit Konjunktur
    langsamen Flüssen, wachsenden Profiten, vielleicht ohne oder mit
    Wolken,reichen Vorkommen, farbigen Kieselsteinen und herbstbraunen Gras und dabei läuft stumm ein Trickfilm von Warner oder…was andres Bunny aus deiner,unsrer Kinderzeit
    SON AND DAUGHTER ERZÄHLEN ETWAS SCHÖNES
    TWAIN ODER WOLFE ODER SUSAN VOM SONNTAG
    NATÜRLICH EINE NATURBESCHREIBUNG UND MENSCHEN WERDEN URALTE TIERE PFLANZEN LEBE WESEN
    HINTRT MIR BEREITET SICH EIN TEXT VOR VON URALTEN LEBENWESEN WAHL ODER OKTOPUSS
    Scheiss dir in den Säugetierhals
    oder nich

    RUTH
    Dad ich Blutkrebs du Schütze
    Mama hält die schöne dünne Nase
    auf die Koks-Waage dein Sohn isn
    lauer Wassermann ertrunken in unzähligen
    Podcast Küsten seiner Weltangst
    zeig mir deinen Penis
    Wildente

    DADDY
    WALGESÄNGE ÖL in meinem Rücken will mir was einfüstern
    der fette Shrimpshoratio klingt so
    (Daddy übt sich in Walgesängen/ drei Tabletänzerinnen tanzen dazu
    normativ)
    „In euren ländern lässt ihr brennen von unserem öl
    wärmt euch eure nachhaltigen glutenfreien bäuche
    den espresso mit, unter Pilzen in stillen Fusszonen
    der Arsch gewischt mit gesundem Papier
    blutige Schmiere
    ihr schmiert euch schwarzes Gold in eure schiefen Münder
    unsterblich vor dem Spiegelbild die Hautcreme gemacht aus
    unserer Hautf verbrannt die Dörfer kohlschwarz meine Mutter
    mein Vater drin BEI MOSSUL als ihr kamt mit dem Versprechen der Freiheit UND DEMOKRACY“ geht aufs Zwerchfell dieses Walgesinge,
    Girls kommt zum bigger then all Daddy…(Daddy,Texasboy und Ruth in der Bar.Paula sammelt einhundert tote Vögel ein)

    DER WAL (VOM MEER UND STERBEN)

    (Ein Walfisch wird aus dem Meer gezerrt,man zerstückelt ihn,zerhackt ihn,stösst ihm stangen in den Leib, er DER WALFISCH spricht vom Meer vom Sterben. Vier Frauen singen ein sämisches Lied.)

    WAL
    Vor dem Weltbruch, dem kommenden Menschenkrieg
    dem Fieber, dem lodernden Brand verharrt ein Wal nicht in der Starre
    eines Jumboplakates oder im geronnenen Bild eines Umweltschützers
    in der Hanftasche leger über den sehnigen Rücken geschnallt
    Mein Atemziehen durch angstverschnürte Luftröhren
    gleich zählt man mein LebensGeld, in Tranfässer trangiert meine Weltenmeere
    es träumen Kiemen und Flossen
    von verlorenen Körpernden ungeborenen Kindern weiten Meeren
    dem Südstern, dem Kap der guten Hoffnung

    PEER EINS
    machn film draus keine sülze

    WAL
    es strampelt der umgestürzte Käfer im Altölbett
    die Eiskristalle von Sibirien schmelzen, schwarz die Eiserde
    der grüne Tee als letzter Zuhörer, weit weg von der Kernschmelze
    der fiebrige Blick, das Kind im Garten
    ungeboren spielt mit saurem Sand

    PEER DREI
    Eh Wal halt die Fresse
    Als meine Welt zugrunde ging EX YU putzte ich eine Plattenspielernadel von Sommerstaub, während Panzer am Fenster vorbeifuhren...dann knackte es und ich sang meine letzten Lieder
    sang mit den vibrierenden Fenstergläsern
    pevam njoj samo njoj bis sie brachen sie Gläser unter meiner Last
    meldete mich freiwillig und landete in SLAWONIEN

    WAL
    kurz bin ich walklug:
    Für mein alten Freunde die Walfänger von narvik bergen
    Polen Jugos vielleicht ein nativer Norweger ENKIDU schrei
    ein Epos in die bunte bildschirmwelt

    PEER ZWEI
    zwischen kupfermine und walfängerhafen
    von Vorteil ist ein Hintergrund
    nachhaltig votzemfresse
    vom tranöl leben eure unsre kinder
    nicht euren klimaablass broschüren
    gierig gelesen in gates residences
    YOUR RESISTANCE IS GATED RESIDENCE

    PEER EINS
    OstOstOst…restlos vergessen

    WAL
    er sollte nur nicht
    zu schwer wiegen
    DER HINTERGRUND
    schnell reden ist Gold
    Langsam schweigen ist Scheiße
    schweigen ist Sold
    und mein BlutTran Fett tropft
    in einen leeren Eimer und darauf
    werdet ihr eure Bibel lesen odern Porno
    runterwichsen auf der Heimfahrt nach
    Europa blutig gefickter Stier
    Unter meinen Lebensblut
    Ich sang schön
    für nichts als ich die. Welt umkreiste
    (Versuch eines Walgesanges)

    PEER DREI
    ich bin über Fünfzig
    und heiße PEER eigentlich Frank eigentlich Fotzo
    machte mal Figurentheater oder in Polenfluppen
    jetzt Ostnorweger…wenigsten den Präfix gerettet

    WAL
    Meine Welt verbrannte vor der Welt
    Mein Bauch mein Herz meine Eingeweide
    Ungehört zersplittert nicht zusammengesetzt
    s ist Sonnabend und ich liege ausgeweidet am Strand
    und denke dies und das höre schlechte elektronische
    Musik der Kinder die meine dicke Seele retten wollen
    SAGT MAL IST DAS ETWA MODERAT
    SO EINE SCHEISSE EIN POTTWAL KREPIERT DOCH NICHT
    ZU MODERAT
    nach vorne und hinten denken während man ausgenommen
    wird oder zurück ins tote meer gezerrt
    Pazifik und Atlantik meine GÄRTEN
    freie Liebe in der Behringsee
    es kostet mich
    nicht viel mein letztes Singen
    für dreißig Jahre
    und einen Weltenbruch

    PEER EINS
    ich leg nen Zehner drauf und fahre durch
    bis nach Gdynia nach Hause

    DIE ANDEREN PEERS NENNEN IHRE HEIMATSTÄDTE
    DIE MEISTEN IM OSTEN IN DER ARMUT AM RANZIGEN
    RAND EUROPAS LIEGEND.

    WAL
    ANS MEER schrei ich
    tauche hinein
    ein Atemzug still ersticken.
    das schöne ist alt, gebaut vor Jahrhunderten
    belebt es meinen Meergrund
    GALLEEREN DREIMASTER DRACHENSCHIFFE
    das neue Ruinen des Neuen unterm Sonnenlicht das mir fehlt im
    tiefen Blau unter ammoniakschwerer Decke IHR NENNT ES MEERESOBERFLÄCHE liege ich an
    NARVIKSTRAND an der Küste von NARVIKSTADT
    Norwegisch kann ich nicht singe falsch
    ein trauriger Strand, ich schiebe mich ins blau, mitgenommen sechsigMesserstiche HARPUNE IN GESCHLECHT zwischen Nase und Zeh Milz und Leber von vergangenen Schlachten ins stille Blau tauchen
    die Stiche mitgebracht aus einer kalten Nacht neunzehnUND
    auch egal
    der Atlantik liegt vor mir
    Krieg im Kopf auf dem Meer über mir
    Ich kann sehr lange die Luft anhalten
    im Meer hinter Usedom und die Seesterne zählen
    schon eine Minute ohne Luft im Kopf
    ewiger Krieg und arme Schweine
    mein lecken mein heulen
    verbrennen ich brenne nicht
    die walfänger holen sich sechs scheinwerfer reiben sie mit dem walfett ein,die scheinwerfer erstrahlen.licht ein besonderer Stoff.
    Die Walfänger singen ein schönes norwegisches Lied
    oder zitieren ein Stück
    PEER du bist ein Arschloch
    deine Kinder krepieren am Gas
    in einem kommenden
    Weltenkrieg

    PEER
    Na und…unter deinem Fettlich les ich jetzt den
    Moby Dick. (Er liest eine Passage aus dem Roman. Der Wal verlässt leuchtend die Bühne.)

    EIN KRANKENZIMMER IN NEVADA

    (Klimatisiertes Krankenzimmer.Eine Wüse. Irgendwann ein Atompilz,vielleicht eine Fata Morgana)

    BIGDADDY
    Der Himmel verspricht einen schönen Tag die bunten Schläuche in mir einen Chemiesturm. Der Sand bleibt vor meiner Krebstür, tanzt vor dem Fenster oder kriecht durch die Schlüssellöcher. Eine Kalibr zieht ihre Runden über dem brennenden ERDÖLFELD bei Mariupol quakt FoxTV wund, ich hab mich eingeschissen,in meiner überhitzten Sterbebude am Hadesufer mit Kaktusblick.
    Ich bin nun mein eigenes Heizwerk,ist die Chemie aus den Schläuchen der Krebs haucht mir zart in die Hand und draußen brennt die Stadt in der Wüste. Mein Tag am Ende der Zeit in dem Zimmer mit Aircondition beginnt vielleicht mit der Zeitungslektüre in einer BoutiqueHotelbar in Thailand ELEKTRONISCHE MUSIK BITTE oder was schönes fällt aus dem Schnürboden…etwas schönes fällt vom Himmel hallelujah FOSSILE BRENNSTOFFE AM ENDE lese ich und glotz aufs Meer,den toten Sand hinterm
    Fensterkreuz glotz nach Wind und Sonne, ich steige auf das Bett der Sonne entgegen, ein toter Fisch liegt neben meinem Brett hab die Zeichen nicht erkannt,arbeite an meinen Skills und Moves
    FoxTV Ein Überlebender beschreibt ein Blutbad in USA
    ICH LAG UNTER ICHWEISSNICHT WIEVIEL TOTEN
    MIT ANGST DASS EINER LEBT UND BEWEGT SICH
    ODER FÄNGT AN ZU SCHREIN ÜBER MIR SIE
    SCHOSSEN AUF ALLES WAS SICH REGTE ODER LAUT GAB GLÜCKLICHERWEISE WAREN ALLE TOT
    Das Glück muß sich nach der Decke strecken
    Leben weil alle tot sind ein Menschheitstraum
    Leerzeit Ein Tag wirft mich dem andern zu ist tot

    Ich will nun Handarbeiter sein
    MUTTER MUTTER
    WAS HAST DU GETAN
    ICH STERBE HIER ALS TOTER WAL (zeigt auf Krankenhauskleidung)
    BIN EIN KLEINGESPENST TOTES FOSSIL
    BIN GENERAL LEE UND IM BEATHE UHSE MUSEUM
    DIE REITERARMEE IST DAS BLUT DAS AUF PVC BODENAUS MEINEM DÜRREN HALS HINUNTERSTÜRMT ich seh
    meine übelgelaunte Krankenschwester ihre wüstnbraunen
    nervöse Hände der Klasse die einst die Zukunft trug
    und nun meine Kackschüssel,das ist Dialektik
    Ich scheiss Chemie du frisst sie ungesichert dank
    Kapitalismusdemokfatie. Ich seh deine KrankenschwesterSchultern tätowiert lese in meinen Chemiestürmen:
    Die Morgenröte einer Nacht Die Nacht Der Morgenröte
    Gott ist tot seine verwaisten Engel
    Leihen ihre Flügel nicht mehr aus
    Das GottSkelett kreist im Weltraum
    UND ICH BIN GESTORBEN FÜR DIESE GESELI.SCHAFT
    PROSPERO prosperiert in Öl und Chemie sagt der müde Kapitalist. Ich seh mich mit 30 auf dem Bahnhofsstrich frag das junge Mädchen.Wie soll die Welt enden wenn das Geld müde wird wird sie zehn Minuten schlagen, die Deutsche Bank wird mich per Zoom nachhaltig beraten.
    Der Strichjunge zieht sich schon auf dem Marmorbodenklo
    aus,ich liege nun in meinem Unrat, rieche nach Basel Leverkusen und Nestle mitten in der Atomwüste.
    Das Kardiogramm sagt mir zum Anschluss:
    Das letzte Abenteuer ist der Tod
    Ich werde wiederkommen außer mir
    Der Krebs.
    Der Krieg.
    Verloren.
    Vergessen.
    Kein Morgen
    mehr.
    Ist mir egal das
    Morgen ich werde
    heute sterben.

    Motherfucker this is my land
    MUTTERFICKER DAS IST MEIN LAND
    My Father owned ist,my grandfather owned it,my grandgeanfather owned it. Meine Kinder bedeuten nichts ownen nichts
    In meiner Welt die ich
    aus der Erde riss
    das Schwarz aus ihrem Schoß
    leersoff
    allein


    FRACKED (GODS HOUSE)

    (Eine Kirche wird von Unbekannten angezündet.Im Hintergrund heben und senken sich Pferdeköpfe,Ross Oil)

    ELI (Priesterin)
    Schilfborsten Totes Geäst auf dem schwarzen Gottesacker
    DIESE BÄUME WERDEN NIEMANDEN ÜBERWACHSEN
    Fischleichen Schlamm Keksschachteln Kothaufen
    die zerrissenen Monatsbinden der Arbeiterfrauem
    unerhört ihr Anrufen von Gott in Holzbarracken auf
    des Herrn blutigen Acker geschwärzt von der nimmersatten
    Schlange und das Blut der Weiber von ROSS OIL UNITED schreit
    aus diesem Sand dieser Erde
    DU MUSST AUFPASSEN JOHN JOE
    BLOSS NICHTS IN DIESE WELT GEBÄREN
    FLÜSTERN DIE FRAUEN
    in ihren dünnen Bäuchen lacht das tote Kind
    hab Öl mit der Muttrrbrust gegessen sein Herz zugeklebt
    hoffe das Gott mit trotz dem zu sich nimmt

    RUTH
    IHR DAS IST MEIN MANN
    STOSS MICH KOMM SÜSSER
    Bis ihm die Ölpumpe den Schädel zertrümmert das nicht mehr gebrauchte FrachtSchiff im Tankerhafen
    Das im Baum hängt Hangar und Kotplatz der Geier im Wartestand

    ELI
    Die Gotteskinder
    hocken in den Zügen Gesichter aus Tagblatt und Speichel
    Die GLOTZEN
    jeder in der Hose ein nacktes Glied auf gelacktes Fleisch Rinnstein der drei Wochenlöhne kostet bis der Lack Aufplatzt Ihre Weiber stellen das Essen warm nach der Förderschicht,die Kinder fördert man eh nicht
    Leukämie statt Sportunterricht
    Die Mütter hängen die Betten in die Fenster bürsten das Kinderblut, das erwachsene Erbrochene aus dem Sonntagsanzug
    Die Abflußrohre AbortusKinder ausstoßend in Schüben gegen den Anmarsch der Würmer aus dem Erdschichten die im Öl leben
    Der Schnaps ist billig in den USA verkommene Ufer an schwarzen Flüssen.Gott ist gnädig in der Tabledancebar sabbern sie. Die Kinder pissen in die leeren Cola Flaschen Traum von einem ungeheuren Beischlaf in Chikago Blutbeschmierte Weiber In den Leichenhallen
    Die Toten starren nicht ins Fenster
    Sie trommeln nicht auf dem Abort
    Das sind sie Erde von den Überlebenden betrogen

    RUTH
    Ein Arbeiter verbrennt im Feuer das mein Daddy legt
    is wegen dem Gas das vor dem Gewinn steht
    is wie bei den Deutschen bei denen auch das Gas
    vorm HauptGewinn steht,es regnet Asche aufs blonde Haar
    JUNGE MÄDCHEN blutkrank hängen sich an Pferdeköpfen auf
    EINIGE HINGEN AN LICHTMASTEN NEBEN DEN ERDÖLTÜRMEN
    ROSS OIL,ZUNGE RAUS, VOR DEM BAUCH DAS SCHILD ICH BIN EIN FEIGLING
    KANN DIESE WELT
    NICHT MEHR RETTEN
    Auch keinen Wal oder süßen Pinguin
    mein Blut is sauer Mutti auch
    Papa vergisst mich beim
    Verkehr mit der Mutti
    danach ein Bier in
    der Tablebar


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    12. November 2024

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    opis stomaka
    opis prozora
    opis tijela
    opis mirisa
    opis neba
    opis grada
    opis dalekog
    opis ulice
    opis usana
    opis uvale
    opis plakanja
    opis puta
    opis nestalog
    opis mirisa
    opis mora
    opis prozora
    opis zvijezda
    opis tijela
    opis tišine
    opis kucanja
    opis srca
    opis oziljka
    opis snova
    opis hodanja
    opis jecanja
    opis znoja
    opis prozora
    opis
    opis
    opis
    opis i
    nestajanje

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    1. November 2024

  • BULGAKOW / DON QUIJOTTE (ein Ausschnitt,demnächst komplett)

    DER MEISTER UND JELENA
    (Moskau 1938.Nacht.)

    MICHAIL
    JELENA hab nichts zu fressen meine romane dienen den kreml als klopapier unrussisch unpatriotisch sagt unser führer die jungen journalisten zählen meine punkte kommas alte wörter und schöne sätze quaken alt reaktionär

    JELENA
    zu lang ohne parteilichkeit rote gesinnung
    ist der weisse micha alt ist er der weissgardist
    und frauensammler EKEL

    MICHAIL
    und der kremlfürst
    wischt sich mein blut vom universellem arsch

    JELENA
    sancho schwieg und der ritter sprach und sprach,
    die sengende hitze der weiten ebene
    die felder vertrocknet kein wasser
    der staudamm hats gefressen
    die windräder stehen still

    MICHAIL
    ich schweige zu den kindernköpfen die
    man kocht das fleisch ist zart
    ist keine buchstabensuppe kein klassisker
    des marxismus in steppe zwischen dnipro
    und charkiw die mann frau vater mutter
    dort löffeln während moskau schweigt
    den weizen verkauft an paris berlin london
    für devisen und den belgischen stacheldraht
    für die lager in denen man schnell stirbt

    JELENA
    und der ritter von der traurigen gestalt spornte
    sein pferd an, hieb rosinante die sporen
    in die seite und brüllte
    warum führen die menschen krieg
    warum töten menschen menschen
    warum sprechen wir nicht vom frieden
    warum sprechen wir nicht vom krieg
    warum nur vom mehl dass uns die
    windräder auf unsere vollen teller
    scheissen

    MICHAIL
    Jelena das hab ich nicht geschrieben
    Du dumme Pute die brechen mir die Zähne
    schiessen mir ins Maul auf Offener Strasse
    und kein Moskauer ineressert es

    JELENA
    ich verachte deine angst

    MICHAIL
    ich verachte deine angst

    JELENA
    deinen hunger dein fremdgehen
    im MCHAT junger schauspielrinnen
    die deine romane nicht kennen
    die ich mit blutigen fingern in den
    nächten in die maschine hacke
    (zählt sie auf) bevor du regieassistent
    wurdest und ihre gänge aufzeichnest
    den nackten wahnsinn auf seine witze
    kürzt und stalin ein stück zum wichsen
    schreibst EKEL MICHAIL EKEL
    KEINE WÜRDE HAST DU MIT DER
    ANGST DEINE KUNST ERWÜRGT
    wie Stalin unsere Revolution

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    1. November 2024

  • Nebo

    plavo
    sivo
    visoko
    nisko
    oblacno

    ispod se zivi pogresno
    ili daleko od zilavog srca
    od luke i soli nista
    ne boli tudje su price
    sopstvene se izgubile
    u koracanju trcanju
    pod tudjim nebom jedva se vidi
    od kamena i gvozdja
    nebo

    plavo
    sivo
    visoko
    crveno
    slobodno

    ispod more hladno severno
    pod tudjim kamenon zilavo
    sa tudjim mukama se zivi
    bolje mozda bolje zlatno doba
    od jada pravog jalovog
    trcanja koracanje pod nebom
    u zdravom telu kuca neka zila
    neba


    plavo
    oblacno
    kišno
    tiho

    nema kad se ne gleda gore

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    27. Oktober 2024

  • bez titla

    kamen vreo u jesen
    pod tabanima drvo
    jezik vreo trbuh gladan
    oci duboke srce ko’dva

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    6. Oktober 2024

  • CALENDARIUM


    SONNTAG(das vergessene Gespräch,Ende August.)

    irgendwann war ich allein.
    die besten freunde im westen oder knast,ich durfte nicht studieren,die stasi und kripo waren hinter mit her.ich wollte und musste raus aus der ddr. illegal.das habe ich meiner mutter irgendwann erzählt,im frühling 86.ich erinnere mich an kein wort,kein gefühl,kein ton,kein geruch,keinen tag,keinen monat,keine zeit. dieses gespräch ist ausradiert, fand nie statt,mein lebensgespräch. es hat mein leben verändert und ist verschwunden.ich floh nach jugoslawien.lebte und liebte dort.wollte nie zurück nach D. musste in den krieg und zurück nach D.und lebe neugebaut,halbiert nun hier,eigentlich dort und es fällt mir heute ein, das herausgerissene ausradierte gespräch,denn ich putze gerade mit dem schwamm den weissen stein,unter dem nun meine eltern leben, nur drei sätze erinnere ich,trag die worte im brustkorb,die ich meiner mutter sagte,in ostberlin 1986:
    er darf es nie erfahren. es bricht ihm das herz oder die stasi ihn. also kein wort. mein papa.

    DIENSTAG (im September.)

    leg mich ins schiefe regal zu den anderen alten büchern, verwittern nun zusammen,schwedisch.


    sie laufen,schwimmen mit halbem bein,zu kleiner keiner hand
    sehen weder start noch ziel, beine durch sprengstoff
    von herz und kopf getrennt, ihre freude
    kommt aus dem herzen
    und leuchtet.


    antagonistisch die widersprüche sagt mork vom ork oder nanonano,ich warte auf den elektriktrick,der sie löst.


    sonne mond und sterne.

    MITTWOCH ( im September.)

    sich zudecken mit einer hermlin biographie
    hoffe auf keine seeboe,still das wasser


    ganz in blau das kapital hinter corto maltese versteckt,das vereinfacht vieles


    im briefkasten leben nur drohungen oder die angst,bunte postkarten kleingeschrieben und um die ecke, sind postpartisanen


    sieh den augusthimmel,weit und blau,
    dort oben wohnen vater und mutter,
    beim marx und ian curtis

    MONTAG (im September ab zwanzig Uhr)

    Der Sänger auf Krücken, die Zuschauer mit krummen Rücken,die Neubauten sind auf sie auf ihn und uns heruntergestürzt, brüchig das Fundament im Lauf der Zeit. Am Grazer Damm wird man zum Alleinsänger, wir mögen seine kalte Traurigkeit und tanzen
    krumm zu altem schönen Zeug.

    SONNTAG ( in der Mitte vom September.)

    an unbestimmten tagen, monaten, ohne besonderen grund rieche ich plötzlich bestimmtes,vergangenes, erlebtes:


    es riecht nach erkaltetem kohlenrauch, russverschmiert und dunkel die gebäude. hauptbahnhof dresden und dresden neustadt - in den fugen lebt schwere und rauch.


    es riecht nach trockenen würzig süßen kiefernadeln, wie das grab meiner eltern heute, wie auf dem kleinen felsvorsprung am eingang zur bucht von veli lošinj. das meer ist dort schwarz im februar.


    es riecht nach sommerstaub,tausende kleiner staubsterne fallen träge auf den teppich,das mädchen schliesst leise die tür, sie möchte nicht, dass sie meine oma sieht. ende september in belgrad.


    es riecht nach seife aus dem spiegelschrank,durch das heruntergezogene fenster breitet sich drückende hitze, nach maisblättern riechend, im schlafwagenabteil aus. im feld stehen ungarische grenzer in schmutzigblauen overalls, die AKs auf uns gerichtet.


    es riecht nach mottenmolver im schrank meiner tante aus sarajevo.
    sie rief einmal aus der belagerten stadt an. danach nie wieder.


    schlamm und mündungsgas.
    FREITAG (Ende September)

    meine zeimaschine: den staub von der 30 jährigen lieblinggsplatte lecken,unkown pleasures
    joy division.
    träume von cypressen sind schön
    die nicht endende hecke
    ist der tod

    fallende sterne mit einer hand auffangen
    in der geballten faust glühenden sterne
    zwei minuten

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    21. September 2024

  • hod

    hodam po beloj crti iznad teske glave zvijezde koje gledaju dete mladica polusedog izmedju zivota i zivota. zvijezde su padale kao sto padaju usred poljubaca na rame grudi u srce u otvorena usta zvone u njima

    progutao sam
    mrtvi kamen
    u meni

    hodam usred ceste usred noći,iza brda bezšumno je more,tiho tiho tiho je svijet je uplašen
    zvijezde kamenje u plamenu vatra na nebu
    pušim filter 57 i gledam malo ostrvo

    krvave su mi ruke
    svijetle u mraku

    moja utroba kao kofer pun nemih prozora u neki drugi svijet: zagrli me,uhvati me,jezik u ustima
    da mi kaplje sa usana na crvenu zemlju
    onu gladnu bez kiše kraj daleke reke
    kada se šaputalo neizmerno čekalo
    dani zapisani pod kozu bezkrajne nedelje
    urezani u grudi neka stara sreca
    iza očiju usred ruznih prizora
    blizu pobacanih kofera
    u makiji neka majica, izbledece
    poprimiti boju nekog oblaka
    nestati medju stijenama
    vrucim učvorenim tijelima
    ljudi mirisu na smolu
    daleko je mlecni put
    hodam po beloj crti na popucanom
    asfaltu kraj bezšumnog mora
    umoran od hodanja

    neke zvijezde
    tišina
    mirisi
    svijet
    an unbestimmten tagen, monaten, ohne besonderen grund rieche ich plötzlich bestimmtes,vergangenes, erlebtes:

    I
    es riecht nach erkaltetem kohlenrauch, russverschmiert und dunkel die gebäude. hauptbahnhof dresden und dresden neustadt - in den fugen lebt schwere und rauch.

    II
    es riecht nach trockenen würzig süßen kiefernadeln, wie das grab meiner eltern heute, wie auf dem kleinen felsvorsprung am eingang zur bucht von veli lošinj. das meer ist dort schwarz im februar.

    III
    es riecht nach sommerstaub,tausende kleiner staubsterne fallen träge auf den teppich,das mädchen schliesst leise die tür, sie möchte nicht, dass sie meine oma sieht. ende september in belgrad.

    IV
    es riecht nach seife aus dem spiegelschrank,durch das heruntergezogene fenster breitet sich drückende hitze, nach maisblättern riechend, im schlafwagenabteil aus. im feld stehen ungarische grenzer in schmutzigblauen overalls, die AKs auf uns gerichtet.

    V
    es riecht nach mottenmolver im schrank meiner tante aus sarajevo.sie rief einmal aus der belagerten stadt an. danach nie wieder.

    VI
    schlamm und mündungsgas.

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    16. September 2024

  • odlomljen / u daljini more

    skice


    I
    na savi na jadranu
    gledas cempres iz daljine
    citas sam na obali jezera
    brojiš avijone u kojima ne sediš
    brišeš pesak sa belog kamena
    zamišljaš glas koji se gubi
    u prošlosti koji te dira duboko
    pod lipom čitaš knjige na
    lošem papiru i blede slova
    dugo nisi video more
    pa lizes potajno slanik
    kafica kraj save a on
    dugacak kao slatki vrat
    prerezan pored ceste
    dok su sijale zvezde
    na autoputu prolaze
    tudji zivoti od pocetnih
    slova sastavljas imena
    onih koji su umrli zbog
    dope rata i kraja ljubavi
    onima nisu citane bajke

    II (makadam)
    makiški putevi ponekad
    liče na staze pored knina
    ili benkovca u mom sećanju
    makadam u utrobi na putu
    ništa sem senki stare 30 godina
    hodam po crnini gadjam djonom
    srce istrošeno
    puklo
    zašiveno

    III (luke)
    volim trajektnu luku pored kolodvora
    obećavala mi sve
    svu srecu nalazim
    u lukama
    kolodvorima

    IV (album I)
    tetka mi je poklonila 42 fotografije
    bledih boja na jednoj ja na terasi
    kraj mora oslonjen na ogradu
    pod borom oci gladne
    vole da gledaju
    da ljube

    VI (album II)
    tetka mi je poklonila 42 fotogarfije
    bledih boja na jednoj
    ja u uniformi

    VII (album III)
    tetka mi je ziva i poklanja mi fotografije
    ja ih gledam dok sam ziv i boje blede
    i avijoni lete daleko tamo preko mora
    ja cu sledeceg leta u ny
    kad prodam ono zadnje
    parce zemlje

    VIII (drugi gradovi)
    na novom groblju je tiho
    negde oko 12 sunce visoko
    kao zvizdan po kome se
    najsladje ljubi ili vodi ljubav
    kad miris borova i tijela
    zavladaju podnevnom tišinom
    i tako u mislima idem od kamena
    do kamena od kolena do kolena
    od bake do brata od ujaka do
    ujne od tate do mame koji su na
    nekom drugom dalekom hldnom
    grobnom mestu i placem i mislim
    na drugove poznanike kolege
    koji su se preselili u ovu tihu nekropolu
    pod kamen crni beli na lešću b.kosi
    ovde na novom groblju cigani sviraju
    iza ciglanog zida sa druge strane
    karaburme o zivotu o janji o milanu
    valjda imaju neki nastup
    večeras dok budem plakao
    jer se setim drugova
    u tihim gradovima
    pod zemljom

    XIV (ona)
    u autobusu kad prodjem blok 45
    svakog dana zbog odlaska na reku
    mislim
    kad prodjem blok 45
    kratko zivim
    drugi zivot

    XV.
    polazi autobus za berlin
    odlazim kao sto uvijek odlazim
    ćutim i pun sam teske sete
    neko mi maše u sarajevskoj
    to sam ja
    koji ostajem

    XVI
    radije iznajmljujem stanove u vojnim neboderima dam svoje zracne b and b evre unucima majora pukovnika generala jna nego novim starim cetnicima onim sa kokardom ili kokainom svejedno sa kamom
    za linije bijele ili vrata
    kupljene kod ikeje

    XVII
    volim da šetam dalmatinskom
    uglavnom je pusta kad zavlada beogradski zvizdan
    nicim se tada ne razlikuje od dalmatinskog zvizdana
    a i grobljanski čempres
    lijepo mirise

    sipaj malo morske soli u savu
    otpij gutljaj
    isti hvarski zaliv
    majke mi

    XVIII
    boja stepeništa u vojnoj ustanovi 2 na novom beogradu je ista kao one smedje stijene od poreca do prevlake, gdje zive oni penušavi rakovi.mnogi stanari su sluzili u ratnoj mornarici i prekomermo se utapaju u savi i dunavu.kaze mi komšija,italijanskog prezimena,deda je sluzio u „hajduku“ omanjoj podmornici jugoslovenske ratne mornarice

    major hasanagic je zapalio neka sela u bosni,sad zivi u potkrovlju u prepravljenom golubarniku u ulici marsala tolbuhina na nbg.nikad ga nisam video,samo ga čujem u gluhim noćima

    XIX
    na trgu marksa i engelsa sam gledao orgazam i djavole sada gledam brkatog pašalučkog
    mitomanca.
    pa ti vidi.

    bio sam u jednoj vracarskoj fotokopirnici,fini vlasnik po bontonu pozdravlja,nudi ljubaznost i uslugu,enterijer izgleda kao u doba kad se investiralo u fotokopirnice,bilijar salone i hemijsko čišćenje.kod natara preko puta du svi na pickс ti materina,supstekstualno ali gromko.

    XX
    na kozalama u rijeci sam napravio selfie sa stepenistem gde se bend PARAF ocevokovecio, na dorćolu sam napravio
    selfie u haustoru gde je ziveo čavke.
    e pa što

    bitka za ranjenike se vodi sada u frankfurtu,štutgartu,minhenu il drezdenu bez uzdignute pesnice-za šaku evra kaze mi bosanski negovatelj usred vracara i brze kafe. kupio je ploču: joy division i hteo da vidi „glavni grad juge.“ ima 22 i pradeda mu ubijen na sutjesci.

    XXI
    oci smedje usne nezne
    na savi na jadranu gledam
    tko izlazi
    iz vode

    XII
    gledam ćutim letim
    sanjam teško slatko
    secam tugom duboko
    miris drva koze
    mora smokve betona
    iza prozora tresnje
    i visoka brda šume
    zelene iza njih
    grad i teško more
    pod sitnom kišom
    gledam slike
    ostatak
    odlomak
    kraj
    ceste

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    4. September 2024

  • prodavac plinskih boca

    neko me pitao zasto more
    rat neke atlantide
    juzne prošle
    pisem o moru
    ratu proslosti
    ljubavi smrti

    dolazim iz mora
    iz atlantide
    zato

    ima jedna prodavnica plinskih boca koja mi se u snovima
    javlja svake godine. u toj prodavnici je radio najviši čovjek iz maloga mesta,imao je više od dva metra i mogao je bez merdevina da dohvati neke lakove sa najvišeg regala mozda i poneku palu zvijezdu,jer su tu gde je prodavao plinske boce i lakove često padale,nestale u crvenoj zemlji i svakih sto godina radjale maslinova drva koja su svetlela u tami. mislim da je taj prodavac ziveo u splitu,sudeći po njegovim starim fordom svetloplave boje,kojim se nakon zatvaranja radnje vozio ka magistrali,skretavši u pravcu trogira,splita.fordom je prošao kraj maslinjaka, koji su rasli pored krivudavog puta, pošao magistralom i napravio je uvijek jednu malu pauzu u jednom bezimenom mestu izmedju marine i trogira gde je popio kavu kraj ceste u sour „jadran“.
    u hladovini starog krivog bora okomcan ispucanim betonom,lizi me jace, čekao je da prodju deset automobila iz nemacke,dublje vrhom jezika, zbog nekog samo njemu znanom praznoverju,stavi mi ga u usta i crne tacke (paznja opasna krivina) kraj trogira. kad je svojim starim fordom prošao izrovanom cestom, još pre skretanja,kada se on vraca doma,ne znam, prodavac nije primetio buku sa obliznjeg igrališta niti ogradu od kupina,koja je delila igralište od ceste od zivota odraslih, zatvaran odbranjen od strahova i strepnji.retko je neka gumena lopta odletela na cestu,polizi sve svaku kap,u svijet starih.
    retko je neki auto pregazio neko dete,koje bi nečujno iskrvarilo negde izmedju pekare i prodavnice plinskih boca.tijelo je našao neki tezak,koji je ranom zorom pošao u maslinjak,lopta je bila nabijena na kupine,kao
    glava na trnje razgoracenih očiju.svijet mirakula,gledaj samo mirakule.

    ford prolazi kraj kupina i visoki vozac,prodavac plinskih boca nije primetio da se usred maslinjaka nalazilo igralište za nogomet.tu su deca igrali nogomet, oni iz naselja malih kucica i ona iz kamenih koja su mirisala na tesko crno vino i ribu. kraj igralista su cure brale kupine,jedan deo u usta drugi u crvene ili plave kofe, sa krvavih usana odjeknuo je smijeh star dvesta godina. krvavih usta i kolena vracamo se preko stijena nasim malim kucama.krvavi smo hrckovi,drzimo se za zidove stare i vrele,poneki gušteri zacudjeno izviruje iz svoga skrivenog zivota,oseca slatki miris kupina i svijeze krvi.lezim na kamenju ili na zemlji,uzeo sam dope,lezim umirem gledam nebo.dope sam kupio u splitu 94. napravio malu belo crtu,tamo gde je nekad bila tocka za jedanaesterce. gde je A. volejom pocepao mrezu jer je igrao u podmladku velikog kluba,gde je jednooki O.izgubio svoje stakleno oko, neki tovar je oko pojeo sledeceg leta,dobio svoje trece oko,ne znajuci za sva cuda u svom stomaku. ja lezim na igralistu lijepo mi je,hvala dopu i maslinjaku,grumen srece iznad mene kuca,tamo na brdu,koju sam hteo da potrazim.
    osecam i dalje strah,nije dope baš čelik,prije sat vremena je jedan kosmati bojnik uperio pištolj u mene.

    mater ti jebem,sto buljis
    idi dalje,gospe ti,tamo gdje zivi goli kamen
    u moru zivi mrtvo kamenje
    moje sada pizdo
    od zida srušenog
    tvog

    jezik se ljubi jezik gde zivi duša usta puna slatke sline jezici zaigrani u ustima spojena tijela spoznaju pevaju sve sija u utrobama izmijesali smo naša neba naša sazvijezdja izrast ce maslina za sto godina iz dva tijela pred svanuce kap po kap ce hraniti suhu zemlju

    visoki prodavac plinskih boca je mom dedi prodao
    jednu veliku narandzastu bocu, posto je bila jako teska
    pomagao je,da se utovari u zuti golf ispred prodavnice,
    razmenili su dve tri reci gde se moze kupiti sir i vino u brdima,onim iznad mora, koja se vide sa straznjih strana malih kucica,tamo gde se nase majke suncaju u toplesu popodne,same sa w.reichom ili bahtinom pod glavom ili zaspalom nad nekom teskom krizaljkom. iza spustenih roletni ih posmatraju decaci,krutih udova.mladici ce postati muskarci i setice se na nekim sirokim bulevarima tih zena,necijih mama,koje su umrle,zemlja pod glavom,sa druge strane,bez sunca i njihove knjige se bacaju u kante za smece i kamijoni ce knjige mrtvih majki odvoziti na deponiju kraj grada,i tamo ce spaljivati tri tisuce kjnige sedmicno i vatra puna slova crnih uspinje se ka visokom nebu severa i pepeo ce pasti na polja kraj deponija i svako zrno psenice ce u sebi nositi jednu recenicu iz knjiga koje su nase majke citale na straznjoj strani malih kucica,reci na kojima su zaspali u vrelo podne kraj tihog mora.

    neko stenje,iza spustene roletne u stanu u solinu visokog prodavca.ona zena njegova i uciteljica i
    komšija koji nesto radi u luci,ona cvrsto steze glavic uda u ustima dok on svojim jezikom lize mokru nju,slatkasti miris starog smokvinog drva kroz male rupice u roletni nalazi svoj put u zatamnjenu vrelu sobu.sokovi i smokvin miris lepe se na kozu,sve se okrece izlazi i ostaje,duboko, curi,kaplje.butine i bedra,usta.dokoni komšijski ljubavnici gledaju nebo sa kog padaju bele pahuljice,to su deca cementare,polozit ce se na more kao bijeli ogrtac.otrovni.daleko od toga hiljadu hladnih godina kasnije neke tudje zvezde mozda neki ford prolazi širokom ulicom, kraj svetlih prodavnica,neka stara knjizara jel ste čitali ciorana neka hladna gusta kiša pada,na zidu praznog stana jedna fotografija, pomalo izbledela.jedna pevacica peva svoju najtuzniju baladu,necija omiljena pesma na izgrebanoj crnoj ploči.vrti se,vrti i kapi kiše kroz poliotvoreni prozor kaplju na pjesmu,na tuznu pevacicu koja gleda sivo nebo strašnog grada.kiša, kap po kap curi u usta,druga usta su krvava puni kupina kraj maslinjaka,gde je tovar gledao visokog prodavca u novoj uniformi kako natovara plinske boca na kamion koji ce odvoziti iste noci do jedne kapije iza koje stoje sive barake,na njima izbledele reci o pobedi,staroj kao pola zivota.kamijon ce buknuti svetliti kao najsjanija zvezda u jednoj noci,pasce tmina na ozareno lice visokog covjeka.zgrade gore i ljudi,crni se parola o pobedi
    nad napustenim igralištem.

    prodavac plinskih boca lagano ustaje sa stola gostione i vadi kljuceve svojih kola.trebao bi za sat da stigne u solin,do svoje nedovrsene bijele kuce kao prelivene secernjim prahom od fabrike cementa,koja je zimu dovela u zaliv i trnje neke ljude gipsanih lavova, neke kamene zivote i njegovu zenu,učiteljicu sa okusom smokve.
    jedan zuti golf se sporo uspinje ka brdima,ka siru i kiselom vinu i more ce u predvece prestati da dise u tisini se kupaju neki,daleko od brda,govore gustoj šumi svoje tajne i zelje.ljube se ili ćute,gledaju zvijezde ja lezim na beloj tocki jedanesterca
    dope je moja gusta šuma
    zelja i srece u leto 94
    na igralištu puno kupina
    i crvene zemlje, lijepih cura
    krvavih usana jezika kraj
    mora curi mi krv iz nosa
    ravno u more
    trafo stanica

    je izgradjena na dohvat jedne ruke od mora,naslonila se na makadamsku kasnije asfaltitanu cestu. otkad pamtim svoje prolazke pored stanice pamtim brujanje i zujanje,svirali su talasi udaljeni pit i to je amerika, volim te,kad slikece avijon,kako je u švedskoj,umreo je deda,ostajem necu se vratiti, nikad me nisi razumela,ponesi vino i sir,voz ima zakasnjenje,sestra
    ti je poginula,polozio si ispit vode je pitka barsunasta,vodicemo ljubav u njoj,isijava novi zivot
    brujanje strujanje je sviralo jednolicno ali snazno,zvuk
    nastao od vode u brdima, zvuk kroz vodu je pratio zivot kraj ceste…. kada se išlo po hleb,ili ribu,na sladoled i trafiku,u podne kad se stiglo sa aerodroma split,u predvecer kada se izlazilo u malo mesto ili malo veće : uvek je brujala stanica. brujanje svijeta se skupilo iza betona splitske cementare,toranj svijetla izgradjen 60tih kada su fini i čisti digle svoje vikendice na neplodnom kamenjaru kraj zalivske obale,trafo toranj se zvao nešo,igor,davor,mik,sonja, andrea, krešo,tomi, buca,ivo,zvone,sanja.crna slova ljubljena neljubljena, trafo stanica je slala svoje poruke prolaznicima;da je k.peder, a m.kurva,da neko nekome puši kurac ili da su dinamo ili hajduk svetinje,cesto garnirani slovom U ili nekom sitnom crnom svastikom,naopako naslikanom.
    kada se prolazilo kraj trafo stanice svatko koji se setio je brujanje i zujanje pokušao da prevede na svoj zivot: koliko ce ziveti,koga ce voleti,kada ce umreti,gde ce ziveti,gde ce umreti,voleti.bio bi potreban dobar sluh i vrijeme, nekad je trajalo citavu sedmicu da se razume brujanje i zujanje u samo jednoj kratkoj recenici,ja sam jednom stajao satima pred tornjem,lepinja u kesi je postala prah,tiho more se gušilo pod nekim novim belim brodicama,kuce su izrasle u neke mermerne utvare
    krivih belih usta,sa velikim krizevima izna malih glava
    ja sam prolazio kraj trafo stanice i cuo bez radosti nesto šta nisam zeleo
    od cega sam strepeo
    ponekad duboko sanjao
    ali ima nade
    je šapnulo brujanije na kraju.i sanjaj.
    rodjen si iznedju sna i jave,šetac u
    polutami
    trafo stanica je postala neko malo delfijsko proročanstvo kraj neurednog supermarketa,pantenona
    kratkih uzitaka ,na trafostanicnim zidinama su se nagovestile nove drzave,umirale stare,osvajale sportske
    titule ili ostvarile zivotne nesreće (ubi se…potom se devojka zaista ubila,u penatrpanom ormaru majke) necije kuce su izgorele,neki spisatelji ljubavnih i felatio poruka su ubijeni u drniškom kamenjaru,dok su palili maslinjake nalik na ocevljeve maslinjake.
    jednog dana u kolovozu je trafo stanica
    cak postala sudnica i gubiliste u jednom.jedan tihi osobenjak je ciglama i motikama pretucen od mladih ljutih mestana (isti koji su crtali svastike,kurceve i torcida na zidove trafoslane) na krv,razmazana krv od unezverenog je prekrizila sva slatka imena,ljubavi, klubove i svastike,u podnozju krvave stanice na dohvat jedne slomljene ruke je čučao N. u svojoj krvi i sopstvenim govnima,jer su ga toliko tukli da je strah veci od bola terao ono najskrovitije napolje,ravno na morsku obalu.usran i pun dubokih rupa iz kojih je šiklaja krv N.je vrištao
    mama
    mama
    a gde je moja mama
    mama
    neki mali decko na biciklu je javio mami da su skoro pa ubili njenog
    zgoljavog i prepametnog sina i mama je dotrcala do trafo stanice i vrištala
    sine,moj
    sine jedini
    mladici sa ciglama i motikama su vec odavno otišli na sladoled,korneti krvavi kao maline,hladnih srca.
    mama je odvela svog sina skroz usranog i krvavog u svoju malu kućicu.
    vodila ga je kroz pola naselja,na njenu srecu je rano pao mrak u kolovozu,i niko nije primetio mamu i sina,
    ili nitko nije zeleo da ih primeti.te veceri se osetio miris govana i krvi duz obale u pola naselja.besni mladici ce pobacati motike i cigle u jedan raspusteni vrt u kome su dvije smokve prezivele bez ljudiskih ruku,i bujno su radjale,kiša ih je hranila i poneki vikendas,koji je krišom zaljevao obe smokve.pri izlazku iz naselja slucajni bi prolaznici ubrali po jednu smokvu za srecu,ili povratak iduceg leta,neka kola bi stala pored rusevne kuce,jedna ruka bi zgrabila smokvu i stavila u kofer. poziv za zadnji let brda gore,trafo stanica bruji,imena ce nestati i ljubav i zelje
    samo torcida zivi vjecno
    i motike i cigle
    krvave u rajskom
    smokvinom vrtu kraj
    trafo stanice

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    20. August 2024
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