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sascha (saša ) hawemann/regisseur&autor: textwerkstatt/tekstovi

  • Texte

  • Beograd

    do slobode od fašista nacionalista kriminalaca.vidimo se sutra

    https://fb.watch/ykvv4NGZzx/?

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    14. März 2025

  • THOMAS B.

    I.

    Was ich mit Thomas B teile:

    Die Kälte die man immer spürt,wenn man einmal im Knast war.

    Die Plattensammlung, an die weiße Wand gelehnt.

    Die Liebe zu Tschechow mit Tsch.

    Die Texte, die nicht fertig werden, der Textabbruch.

    Unser Leben in zwei Ländern,dabei in keinem ankommend.
    (Nun gut,ich zähle eigentlich drei…aber vereinnehme mal das D)

    Die Väter,an denen wir wachsen oder verkümmern.
    (Ich liebe meinen sehr.)

    II.

    HAPPY BIRTHDAY

    heut ist friedhofstag
    ich fahre zu mutter vater
    heule alte kaisers bäume
    ziehen vorüber namenlos wie
    der dicke der neben mir sitzt
    in der s - bahn was liest
    brandmauer dabei sind wir
    längst beim aschelöschen
    hinter dem sorglosen
    der weiß er wählt den brand
    zwei mit bleichen manga tattoos
    auf schwammigen schultern in ausgewaschenen laufanzügen wie joggingbabys in feuerland
    kurz hinter friedrichshagen
    lachen schrill

    III.

    den faschismus verschlafen
    eingemauert im fundament
    die befreiung schnell verscharrt
    regt sich träg die faust
    lieber kopf vornüber so hängen lassen
    vom ewigmüde wettbewerb
    schon einmal hat man gewählt
    freiwillig den dreck unterm fingernagel
    fruchtbar das schwarz im sandland
    der wälder der besitzer
    das tier von der leine gelassen
    wenn’s zeit wird
    für die hatz oder
    teuren sanddornmuss

    IV.

    hab nen müller gesehen
    der krieg der welt
    sehr weit weg
    die sprache gewaltig
    hohl wie der tropfstein
    schön zu sprechen
    im schönen kostüm
    im faschistisch krummen schritt
    ohne denken bleiben
    die verse hohlgeschosse der
    müller einer mit mühle und mehl
    nicht der mit dem krieg
    der revolution der stille danach
    in einer clownswelt ein salon
    nach dem dritten
    weltkrieg

    V.

    alle wählen lins
    oder mitte links
    oder grün links
    oder mitte rechts
    oder mitte mitte
    und doch wird es
    viel rechts geben
    in dem so hohen
    haus von junkern
    ohne volk vom volk
    vom adel gebaut
    die mit den rössern
    und schlössern
    oben sitzend
    ich wähle die
    soldaten arbeiter
    räte das jahr 18
    die sozialistische
    republik alles auf
    anfang ohne
    hohe paläste

    VI.

    das mädchen hörte gern
    the cure ich ihr herz in
    der nacht vorm ersten mai
    die panzerketten auf der
    allee unsre auskopplung

    TELEFON I
    Mein Vater führte Regie
    bei Thomas Brasch‘ Hörspiel
    Vom dicken Herrn Bell, der das
    Telefon erfunden hat 1974 und
    ich hasse das Telefonieren seit 1986
    als ich aus der DDR wegging taubstumm
    in Belgrad vor dem Hörer stand
    drei Stunden mein Opa sagte 10 Minuten
    meinem Vater nichts sagen konnte
    das ich geflüchtet bin aus der
    falschen Republik und ihn
    verlassen verraten habe
    Er schwieg zu meinem
    Schweigen

    TELEFON II
    Großmutter hielt den Hörer
    in der Hand ich heulte im Korridor
    Sommer 1990 rief meine große Liebe
    an sagte wir gehen weg vom Krieg
    lieben uns irgendwo hinter dem Ozean
    Ich hatte Angst was soll ich in
    einem fremden Land und zerbrach in
    tausend Stücke im Halbdunkel
    Ein halbes Jahr später zog man
    mir die Uniform an gab mir ein
    Gewehr die Stadt meiner Liebe
    442 km von mir entfernt
    war Feindstadt

    TELEFON III
    ich spreche in den
    telefonhörer der kantine
    mit zerschlagener fresse
    mein rotz tropfte auf den
    steinernen boden im
    militärgefägnis sarajevo
    auf dem weg zum bier
    für meine verhörer die
    gern schlagen und rauchen
    ein bierchen trinken
    ergreife ich die letzte
    chance opa hol mich hier raus
    du warst general
    ich nie spion
    sonst häng ich in drei
    tagen von der decke
    wie die sonne vom
    himmel über der
    beschissenen
    jahorina

    EPILOG
    Ich mag es nicht das telefonieren,da ist zuviel Geschichte zwischen den gesprochenen Worten.

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    21. Februar 2025

  • dalekim ulicama

    sve je u glavi
    ili šeta dalekim ulicama
    fantomi slobode mladosti
    netko čita ove redove
    za sebe daleko tamo
    netko piše nekome izmedju
    redova ostaje zivot dah
    bez uzdaha slatkog slanog
    gluva slova gluvo doba
    prošlo ne hrani dovoljno
    glad ruzna rupa u trbuhu
    snovi oskude i tame
    čitam sanjam retko pišem
    na prošlom jeziku o
    prošlom
    reči se
    rode u utrobi
    ili utihnu

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    20. Februar 2025

  • tišina

    reči se gube u vremenu
    nema adresata nema cilja
    monolog kao kamen kao
    pesak i prsti izmedju
    kao nedirnuto daleko
    je sve na vodi
    mrtvo drvo prošlost bez
    vetra bez jedra gledam
    oči boje meda
    ćutimo
    nemo gledamo
    nestajanje
    gazimo po stazama čitamo u ledjima
    ono šta se ne izgovara
    izmedju redova tišina
    kao udarac šakom
    neizgovoreno u šumi
    pod vodom primirje
    sa samim sobom u sobi
    mirišu tijela odvojena
    spojena ispod i iznad
    plavo knjiga
    je mokra
    slana
    nečitka

    jezik
    ševa
    zrak
    jezik
    zrak
    vreme
    prolazi
    jezik
    duboko
    više
    još
    ševe
    san
    noć
    jutro
    vreme
    zrak
    dan
    noć
    noć
    noć
    ševa
    rana zora

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    8. Februar 2025

  • pesmarica

    lepe zene prolaze kroz grad
    ja na uglu stojim sasvim sam
    heroj ulice kraj kantride ili
    belvedera rijecka picka sa
    odlikovamjem godisnijih odmora
    stojim u luci kraj zatvorene knjiznice
    kraj čopora vojnika koje nose prazne
    zlatne caure kraj gospica i ćale se
    seća svoga rata starog 40 leta ja
    gledam duge noge meke usne koje ljube
    i polazimo u neku noć izmedju
    dva mora nekih okeana kupamo
    se u nepoznatom poznato je samo
    ono slano i ono sto sija iznad glave
    mesec iznad tihog avijona u kojim sedimo
    nemi nadohvat more poneka zvijezda
    noći puni nekih luna i lutanja
    kada mekanim asfaltom prolazis kraj
    stijena i starih tovara ili zlosretnih biciklista
    u sredjenim gradovima nepogledan od
    lose raspolozenih mladih zena i kada
    padne noć i svaki novi dan ko smrt je
    bogom dan raz dva tri prosao ti zivot
    i nisi ljubio u noć odlaziš odlazimo
    zajedno ula la eh
    ena nema kralja
    monologa za
    dijalog je
    potrebno


    posmatram sliku uvek istu
    uklesanu u stari papir kao
    zapisi iz snova deteta pre
    smrti pre odvajanje pre
    gubitaka u kišnim gradovima
    pre tišine prekinutog zivota
    pita me prijateljica dal je
    sve post-war u našim zivotima
    kazem da jeste i gledam sliku
    uvek istu jer novih nema
    papir je beo
    bezslovan
    ucrtano
    nevidljivo

    vetrobran / brdo / šuma
    krivina / srce /srca
    automatska vrata
    palme dve tri
    iza je
    sve


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    6. Februar 2025

  • ANGST (IRGENDWO BEI KLEINMACHNOW)

    ERSTE SIE / 
    Sie also ich inmitten von einem halben Dutzend Schreibtischen.

    ZWEITE SIE /
    ich schreibe und ich quäle mich bei jedem satz
    der schwarze vogel hockt auf meiner brust
    frisst mein herz und ich heule nur noch sechs
    stunden am tag der vorhang zu will nichts sein
    ich ertrage kein licht und hocke oder lege mich
    abhängig von der grôsse der angst
    schreibangst schreiangst lebeangst
    in die schmale ecke wo sonst kinder hocken wenn
    sie von drachen und kz träumen da wo sich sofa
    und weisse wand zu einem kap vereinen in
    kleinmachnow die todgrube das kind darin verschüttet
    vom sand wie ich erstickend an der lebeangst schreibangst erstickt und ich ersticke an der weissen
    unbeschrifteten blutwand dank selbstsschuss
    gekalkt im august ES WAR SOMMER meinhimmel ungeteilt
    ungeschrieben in der ferse gespürt den sprung
    den riss mein anlauf zu kurz zu mutlos
    hocke nun hier an die wand gepresst zwanzig jahre später
    1981 wer ist noch da wer hat noch angst wer
    riecht nach frischen kaffee wer spukt saueren
    magensaft auf seine manuskripte
    krebs statt kommunismus
    säure auf das ausgedachte menschenbild
    ich versteck mein angstich hinter dichtem
    haar ist meine mauer zur welt die schwarze brille ist
    mein minenfeld und vor mir leuchtet der brand
    das feuerpapier dass beschrieben werden will
    ich liegt tot und bleich auf dem arbeitstisch daneben
    wunschtraum unterm kalten sputnik
    ein foto von moskau und maxi wander gleich
    neben dem bildband akropolis lyrikheft
    sarah kirsch richard leising auch zwei
    ängstliche die so lange hockten wie ich
    am kap der hoffnung nun in nebel oder
    schnaps getaucht verschwinden verlassen
    ihr leben im engen hals
    die pappel ost
    die blüht und unsere rote fahne aus
    synthetik mehr ist nicht geblieben
    vom glauben an den besserstaat
    mein sozialismus is aus pvc chemie leipzig
    die erde bewohnen die toten die stillen
    ich quäle mich in der ecke zwischen
    sofa und weisser wand in meine
    subjektive authenzitität stotter wie
    kleist schweige wie kassandra hab
    mir die zunge abgebissen aus einsicht
    in die historische notwendigkeit
    hocke im loch wenn ich schreibe
    und die angst hockt hinter meiner
    stirn ihre punkte und
    kommas setzt sie in meine sätze
    die angst in kleinmachnow die
    sich hineinfrisst unter meine haut
    unter meinen brustkorb
    danke für die stulle
    lieber
    mann
    bist
    mein gebliebener
    kommunismus

    DRITTE SIE /
    meine subjektive authentizität ist ein mann
    er stand neben ihr mir
    als sie also hockte am kap der angst
    und sprach und er hielt
    ein brett mit zwei stullen
    ruhig aus
    haltend

    (Er und Sie, alle essen langsam eine Stulle und Schweigen)

    SIE (nachdem sie aufgegessen hat)
    Danke

    ER
    Keine Angst

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    6. Februar 2025

  • schotter


    I
    ich schrumpfe mit meinen aufgaben
    laufe leise kopf geneigt ideen
    hinter der hirnrinde mein keller
    gewölbe eher luftschutz oder
    faulen mit der zeit das geschlecht
    nagel ich an ein brett
    wie die jakobiner ihre
    mützen die roten

    II
    ich habe texte gefunden von
    meinem vater geschrieben im sommer
    92 kroatien war mitten im krieg
    und ausser den freiwilligen
    einer faschistischen miliz
    sahen nur noch wir beide
    aufs meer und aufs gestern
    auf einer schönen stillen
    insel und die freiwilligen
    grüßten uns jeden morgen
    mit sieg und heil
    und wir liefen
    zu einer stillen bucht

    mein vater erwähnt mich
    mit keiner silbe war nicht
    dabei sah nicht das meer
    war ein schattensohn
    mein krieg war kein jahr alt
    gegen dieselben die nun am
    nebentisch sassen in schwarz
    vielleicht roch er meine angst
    meine wut ich würde töten
    er hasste krieg und armeen
    vielleicht mich den soldatensohn
    auf dieser insel mitten im krieg
    Ich roch nach meer und
    ich war der krieg ein jahr
    alt oder jung
    kein sohn
    kein bild

    mali lošinj
    1992

    III
    hab nen müller gesehen
    der krieg der welt
    sehr weit weg
    die sprache gewaltig
    hohl wie der tropfstein
    schön zu sprechen
    im schönen kostüm
    im faschistisch krummen schritt
    ohne denken bleiben
    die verse hohlgeschosse der
    müller einer mit mühle und mehl
    nicht der mit dem krieg
    der revolution der stille danach
    in einer clownswelt ein salon
    nach dem dritten
    weltkrieg

    IV
    Er trug immer sein Häftlingshemd mit dem rosa Winkel
    egal ob ich ihn im Fenster des Café Schönhauser
    oder am Tresen der Schoppenstube sitzen sass
    einmal begegnet ich ihm an der Parkingausfahrt
    in der Kastaninienallee einem beliebten Ort zum
    cruisen was ich damals nicht wusste da stand er
    mit seinem gestreiften Hemd und dem rosa Winkel
    eines Tages verschwand er ist gestorben sagte der
    Kneiper gab mir ein Bier und ein Taschentuch
    für das Blut Naziskins haben uns überfallen
    Wir sind in die Schoppenstube gerannt
    nur in den schwulen Läden wurden wir Punks
    in Frieden gelassen
    Wo isn der mit dem rosa Winkel
    Gestorben trink dein Bier und raus
    Machst alle nervös
    mit deinem Blutgesicht

    V
    fülle mit vielen worten
    sprachlose herzen die
    vom eignen tod zu früh
    erfahren haben irgendwo
    die werra oder so

    VI
    ich habe von einem dichter
    gelesen der über die habgier die banken
    kredite zinsen das böse der welt
    schlecht hin seine wörter legte
    mit versen gefesselt schäumend
    der zorn daran erstickte sein verstand
    der wurde faschistisch und er
    ein irres tier

    VII

    ICH WAR NEUNZEHN
    ist ein Film von Konrad Wolf, einem deutsch russisch jüdischen Regisseur.Eine Hochschule wurde nach ihm benannt, sein Bruder ist auch bekannt.Ich war Neunzehn ist einer meiner Lieblingsfilme.Ich sehe mir den Film mindestens dreimal im Jahr an.Es gibt acht Gründe warum.
    Ich werde sie hier nicht benennen.
    Ich bin einmal mit Jaeckie Schwarz, dem Hauptdarsteller des Filmsan der jugoslawischen Adria, genaugenommen auf der Halbinsel Rogoznica einen vierzehn Meter hohen Felsen ins Meer gesprungen,
    auf den Kopf.
    Ich war Neunzehn.
    Ich war verliebt.

    (Konrad Wolf zum 100ten)

    VIII
    zu jesus and the merry chaine tanzen / um vier uhr nachts schweissnass vom tanzen sich vom tankwagen nassspritzen lassen / auf der heissen betontreppe sitzen auf ein mädchen warten und der fernseher der halblinden uhrmachers ist zu laut / hundertausende brüllen wir wollen waffen / nach dem verschossenen elfmeter im viertelfinale gegen argentinien brennt das erste haus

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    5. Februar 2025

  • Novi Sad

    https://www.instagram.com/reel/DFjaAZioUnPwXEOlquGorPnl-56Mcs6Eo1W6gM0/?igsh=bDdtdXd0M2FzYW9q

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    2. Februar 2025

  • studenti

    šetaju se da ne bi morali

    da napuste zemlju

    tešku

    govore to u kamere

    ja sam napustio svoj san

    i otad zivim govorim

    u snovima

    i šetam svoju senku

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    1. Februar 2025

  • ÜBER DEN KRIEG (OSTBERLIN)

    (1977 bis 1982)

    Mein Weg zur Schule führte durch eine lange krumme Strasse alle Häuser waren von Kugeln durchlöchert
    es gab keine zehn Zentimeter Putz der nicht ein schwarzes bräunliches Loch hatte
    Ein Schulkilometer im Jahr 77
    sah aus wie
    im Mai 45

    An der Straßenkreuzung vor meinem Hauseingang
    verkaufte ein beinloser Mann im Rollstuhl Zündhölzer Schnürsenkel
    er schüttelte eine seiner Schachtel um mit seiner Strechholzsamba
    auf sein kleines Geschäft aufmerksam zu machen
    Seit 1918 hatte die Stadtverwaltung von Grossberlin Kriegsversehrten
    meist blind oder ohne Gliedmaßen kostenlose steuerfreie
    Lizenzen sowie Standorte für den Strassenverkauf von Zündhölzchen
    und Schnürsenkeln angeboten
    in Ostberlin übernahm man diese Maßnahme
    Schuld war nur der Bossa Nova

    In drei Jahren haben meine Schulfreund Peter und ich
    zwischen der Senefelder Strasse der Schönhauser und dem
    Kollwitzplatz ein verrostetes Stug44 eine Handgranate und
    eine Pilotka gefunden Peter wollte eine Wehrsportgruppe
    damit gründen hat er im ZDF gesehen dass die da sowas haben
    und fast so heissen wie ich Hoffmann Hawemann
    Ich hab ihm eine gescheuert denn ich dachte wir wollten
    eine Partisaneneinheit gründen
    No Pasaran
    dann scheuerte ich ihm noch
    eine

    Meine Mutter ging ab und an ins Ganymed
    um dort mit Heiner Müller Tafelspitz zu essen
    es soll der beste Tafelspitz der DDR gewesen sein
    Sie wurden immer vom selben Kellner bedient
    mit größter Aufmerksamkeit und besonderer Liebenswürdigkeit
    in der sonst sehr unliebenswürdigen DDR
    Heiner Müller sagte während einer der
    Besuche zu meiner Mutter
    Er ist übrigens Jugoslawe wie du
    und sie luden den Kellner auf einen
    Wein ein nach dessen Schichtende
    Er war Ustascha in der schwarzen Legion
    nun Kellner im Ganymed erzählte er
    Mein Vater war Politkomissar seit 41
    in der 6. Krajina Partisanenbrigade
    und hätte dich erschossen Ustascha
    und sie tranken den
    Wein aus und gingen im folgenden
    Monat Tafelspitz essen und der Kellner
    bediente sie wieder mit größter Aufmerksamkeit
    und besonderer
    Liebenswürdigkeit

    Im Schusterjungen gegenüber vom Hackepeter
    zwei sich genau gegenüberliegenden Eckkneipen
    in denen ich frisch gezapftes Bier für meinen Vater
    holen ging saßen in einer Ecke die Überlebenden
    des Sturms 17 der Schusterjunge war schon vor 33 ihr
    Sturmlokal jetzt sangen sie hier jeden Abend das
    Horst Wessel Lied
    Ostberlin 1981
    Machen sie bitte den Krug voll
    Biste 16
    Nee

    Über der Löffelerbse
    einem einfachen Suppenrestaurant
    wohnte ein Mann der zehn Dörfer
    angezündet hat mit Menschen drin
    der sich mit der Wehrmacht zurückgezogen
    hat und nun seit 49 über der Löffelerbse
    wohnt mit falschen Namen und mit Bart
    das erzählte mir sein Enkel mein Schulkumoel
    der Mann sein Opa sagte mir als wir ihn
    besuchten nur wie schön es für ihn
    sei wieder in seiner Muttersprache mit
    mir zu sprechen kroatisch
    ich sagte serbokroatisch
    er sagte nur noch
    geh
    er war Offizier in der
    Schwarzen Legion
    Löffelerbse
    1982


    in illustrer runde umamrte der einarmige
    theaterkritiker meine zierliche mutter
    ich durfte ihr wunderbares land
    als junger mann kennenlernen
    mit meiner junkers 88
    flog ich über den grausamen velebit
    die betörende dinara das berauschende neretvatal
    meine mutter nickte nur artig
    in diesen bergen und schluchten
    kämpfte ihr vater gegen die deutschen
    italienischen einheimischen faschisten
    glücklicherweise hatte der einarmige mit seiner
    JU 88 ihren vater nicht gesehen
    die schönheit der naturinszenierung
    hatte die sprengbomben im mutterbauch
    belassen

    Irgendwann 77 als sie Biermann ausgebürgert haben
    kam mein Opa zu Besuch nach Ostberlin
    dort traf er auf einem Familienfest den Vater
    meines eingeheirateten Onkels
    den weissgardistischen Emmigranten und
    Biognetiker der nun bei Grimma strenggeheime
    Datschengrosse Kürbisse Melonen und Zucchini
    für die DDR züchtete die die NVA billig satt machen
    sollte und heimlich tanzte er in den Gewächshäusern
    er war der begabteste Ballettänzer in Belgrad 1939
    das Biologiestudium nur eine Episode vor dem Sprung
    Die beiden Männer soffen sich unter den Tisch
    redeten russich der Genetiker das seiner Jugend
    der Dreissiger Jahre in Belgrad der Partisanengeneral
    das russisch der Militärakademie Frunse 1946
    mit den Deutschen
    wechselten sie
    kein Wort

    Ich habe regelmässig im Plänterwald
    mit zehn Schüssen zehn Nelken
    getroffen obwohl die Gewehre ihre
    Läufe schief und krumm waren
    die Stofftiere schenkte ich irgendeinem
    Metal oder Hippiemädchen aus Thüringen
    oder Sachsen die am Scooter herumhingen
    Ich war ein guter Schütze das wusste
    meine Pankerbande also gaben sie mir
    ihr gesamtes Geld um den Campari aus dem Intershop
    freizuschiessen meine Schiessschule
    im Plänterwald 1981 machte mich wohl
    zum Scharfschützen der jugoslawischen
    Armee 1991 in der traurigen Ebene
    Ich schoss nur in den
    Himmel keine
    Angst

    Micha hat mit einer Stielhangranate der Wehrmacht
    die Trafostation am Arkonaplatz gesprengt
    in der ganzen Gegend fiel das Licht aus
    und wir brüllten auf den Tischtennisplatten
    RAF RAF RAF die Stasi kam in unsere Schule
    und Micha nach Torgau für vier Jahre
    die schönen Tage von der Schwedter Straße
    waren nun vorüber als ich mir mit Micha im Schafzimmer
    seiner Eltern stillschweigend die Pokerpornokarten
    aus den Fünfziger Jahren ansah
    die Trafostation zerfetzt
    die Häuser ohne Licht
    RAF

    Er trug immer sein Häftlingshemd mit dem rosa Winkel
    egal ob ich ihn im Fenster des Café Schönhauser
    oder am Tresen der Schoppenstube sitzen sass
    einmal begegnet ich ihm an der Parkingausfahrt
    in der Kastaninienallee einem beliebten Ort zum
    cruisen was ich damals nicht wusste da stand er
    mit seinem gestreiften Hemd und dem rosa Winkel
    eines Tages verschwand er ist gestorben sagte der
    Kneiper gab mir ein Bier und ein Taschentuch
    für das Blut Naziskins haben uns überfallen
    Wir sind in die Schoppenstube gerannt
    nur in den schwulen Läden wurden wir Punks
    in Frieden gelassen
    Wo isn der mit dem rosa Winkel
    Gestorben trink dein Bier und raus
    Machst alle nervös
    mit deinem Blutgesicht

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    25. Januar 2025

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