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sascha (saša ) hawemann/regisseur&autor: textwerkstatt/tekstovi

  • Texte

  • bez titla

    kamen vreo u jesen
    pod tabanima drvo
    jezik vreo trbuh gladan
    oci duboke srce ko’dva

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    6. Oktober 2024

  • CALENDARIUM


    SONNTAG(das vergessene Gespräch,Ende August.)

    irgendwann war ich allein.
    die besten freunde im westen oder knast,ich durfte nicht studieren,die stasi und kripo waren hinter mit her.ich wollte und musste raus aus der ddr. illegal.das habe ich meiner mutter irgendwann erzählt,im frühling 86.ich erinnere mich an kein wort,kein gefühl,kein ton,kein geruch,keinen tag,keinen monat,keine zeit. dieses gespräch ist ausradiert, fand nie statt,mein lebensgespräch. es hat mein leben verändert und ist verschwunden.ich floh nach jugoslawien.lebte und liebte dort.wollte nie zurück nach D. musste in den krieg und zurück nach D.und lebe neugebaut,halbiert nun hier,eigentlich dort und es fällt mir heute ein, das herausgerissene ausradierte gespräch,denn ich putze gerade mit dem schwamm den weissen stein,unter dem nun meine eltern leben, nur drei sätze erinnere ich,trag die worte im brustkorb,die ich meiner mutter sagte,in ostberlin 1986:
    er darf es nie erfahren. es bricht ihm das herz oder die stasi ihn. also kein wort. mein papa.

    DIENSTAG (im September.)

    leg mich ins schiefe regal zu den anderen alten büchern, verwittern nun zusammen,schwedisch.


    sie laufen,schwimmen mit halbem bein,zu kleiner keiner hand
    sehen weder start noch ziel, beine durch sprengstoff
    von herz und kopf getrennt, ihre freude
    kommt aus dem herzen
    und leuchtet.


    antagonistisch die widersprüche sagt mork vom ork oder nanonano,ich warte auf den elektriktrick,der sie löst.


    sonne mond und sterne.

    MITTWOCH ( im September.)

    sich zudecken mit einer hermlin biographie
    hoffe auf keine seeboe,still das wasser


    ganz in blau das kapital hinter corto maltese versteckt,das vereinfacht vieles


    im briefkasten leben nur drohungen oder die angst,bunte postkarten kleingeschrieben und um die ecke, sind postpartisanen


    sieh den augusthimmel,weit und blau,
    dort oben wohnen vater und mutter,
    beim marx und ian curtis

    MONTAG (im September ab zwanzig Uhr)

    Der Sänger auf Krücken, die Zuschauer mit krummen Rücken,die Neubauten sind auf sie auf ihn und uns heruntergestürzt, brüchig das Fundament im Lauf der Zeit. Am Grazer Damm wird man zum Alleinsänger, wir mögen seine kalte Traurigkeit und tanzen
    krumm zu altem schönen Zeug.

    SONNTAG ( in der Mitte vom September.)

    an unbestimmten tagen, monaten, ohne besonderen grund rieche ich plötzlich bestimmtes,vergangenes, erlebtes:


    es riecht nach erkaltetem kohlenrauch, russverschmiert und dunkel die gebäude. hauptbahnhof dresden und dresden neustadt - in den fugen lebt schwere und rauch.


    es riecht nach trockenen würzig süßen kiefernadeln, wie das grab meiner eltern heute, wie auf dem kleinen felsvorsprung am eingang zur bucht von veli lošinj. das meer ist dort schwarz im februar.


    es riecht nach sommerstaub,tausende kleiner staubsterne fallen träge auf den teppich,das mädchen schliesst leise die tür, sie möchte nicht, dass sie meine oma sieht. ende september in belgrad.


    es riecht nach seife aus dem spiegelschrank,durch das heruntergezogene fenster breitet sich drückende hitze, nach maisblättern riechend, im schlafwagenabteil aus. im feld stehen ungarische grenzer in schmutzigblauen overalls, die AKs auf uns gerichtet.


    es riecht nach mottenmolver im schrank meiner tante aus sarajevo.
    sie rief einmal aus der belagerten stadt an. danach nie wieder.


    schlamm und mündungsgas.
    FREITAG (Ende September)

    meine zeimaschine: den staub von der 30 jährigen lieblinggsplatte lecken,unkown pleasures
    joy division.
    träume von cypressen sind schön
    die nicht endende hecke
    ist der tod

    fallende sterne mit einer hand auffangen
    in der geballten faust glühenden sterne
    zwei minuten

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    21. September 2024

  • hod

    hodam po beloj crti iznad teske glave zvijezde koje gledaju dete mladica polusedog izmedju zivota i zivota. zvijezde su padale kao sto padaju usred poljubaca na rame grudi u srce u otvorena usta zvone u njima

    progutao sam
    mrtvi kamen
    u meni

    hodam usred ceste usred noći,iza brda bezšumno je more,tiho tiho tiho je svijet je uplašen
    zvijezde kamenje u plamenu vatra na nebu
    pušim filter 57 i gledam malo ostrvo

    krvave su mi ruke
    svijetle u mraku

    moja utroba kao kofer pun nemih prozora u neki drugi svijet: zagrli me,uhvati me,jezik u ustima
    da mi kaplje sa usana na crvenu zemlju
    onu gladnu bez kiše kraj daleke reke
    kada se šaputalo neizmerno čekalo
    dani zapisani pod kozu bezkrajne nedelje
    urezani u grudi neka stara sreca
    iza očiju usred ruznih prizora
    blizu pobacanih kofera
    u makiji neka majica, izbledece
    poprimiti boju nekog oblaka
    nestati medju stijenama
    vrucim učvorenim tijelima
    ljudi mirisu na smolu
    daleko je mlecni put
    hodam po beloj crti na popucanom
    asfaltu kraj bezšumnog mora
    umoran od hodanja

    neke zvijezde
    tišina
    mirisi
    svijet
    an unbestimmten tagen, monaten, ohne besonderen grund rieche ich plötzlich bestimmtes,vergangenes, erlebtes:

    I
    es riecht nach erkaltetem kohlenrauch, russverschmiert und dunkel die gebäude. hauptbahnhof dresden und dresden neustadt - in den fugen lebt schwere und rauch.

    II
    es riecht nach trockenen würzig süßen kiefernadeln, wie das grab meiner eltern heute, wie auf dem kleinen felsvorsprung am eingang zur bucht von veli lošinj. das meer ist dort schwarz im februar.

    III
    es riecht nach sommerstaub,tausende kleiner staubsterne fallen träge auf den teppich,das mädchen schliesst leise die tür, sie möchte nicht, dass sie meine oma sieht. ende september in belgrad.

    IV
    es riecht nach seife aus dem spiegelschrank,durch das heruntergezogene fenster breitet sich drückende hitze, nach maisblättern riechend, im schlafwagenabteil aus. im feld stehen ungarische grenzer in schmutzigblauen overalls, die AKs auf uns gerichtet.

    V
    es riecht nach mottenmolver im schrank meiner tante aus sarajevo.sie rief einmal aus der belagerten stadt an. danach nie wieder.

    VI
    schlamm und mündungsgas.

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    16. September 2024

  • odlomljen / u daljini more

    skice


    I
    na savi na jadranu
    gledas cempres iz daljine
    citas sam na obali jezera
    brojiš avijone u kojima ne sediš
    brišeš pesak sa belog kamena
    zamišljaš glas koji se gubi
    u prošlosti koji te dira duboko
    pod lipom čitaš knjige na
    lošem papiru i blede slova
    dugo nisi video more
    pa lizes potajno slanik
    kafica kraj save a on
    dugacak kao slatki vrat
    prerezan pored ceste
    dok su sijale zvezde
    na autoputu prolaze
    tudji zivoti od pocetnih
    slova sastavljas imena
    onih koji su umrli zbog
    dope rata i kraja ljubavi
    onima nisu citane bajke

    II (makadam)
    makiški putevi ponekad
    liče na staze pored knina
    ili benkovca u mom sećanju
    makadam u utrobi na putu
    ništa sem senki stare 30 godina
    hodam po crnini gadjam djonom
    srce istrošeno
    puklo
    zašiveno

    III (luke)
    volim trajektnu luku pored kolodvora
    obećavala mi sve
    svu srecu nalazim
    u lukama
    kolodvorima

    IV (album I)
    tetka mi je poklonila 42 fotografije
    bledih boja na jednoj ja na terasi
    kraj mora oslonjen na ogradu
    pod borom oci gladne
    vole da gledaju
    da ljube

    VI (album II)
    tetka mi je poklonila 42 fotogarfije
    bledih boja na jednoj
    ja u uniformi

    VII (album III)
    tetka mi je ziva i poklanja mi fotografije
    ja ih gledam dok sam ziv i boje blede
    i avijoni lete daleko tamo preko mora
    ja cu sledeceg leta u ny
    kad prodam ono zadnje
    parce zemlje

    VIII (drugi gradovi)
    na novom groblju je tiho
    negde oko 12 sunce visoko
    kao zvizdan po kome se
    najsladje ljubi ili vodi ljubav
    kad miris borova i tijela
    zavladaju podnevnom tišinom
    i tako u mislima idem od kamena
    do kamena od kolena do kolena
    od bake do brata od ujaka do
    ujne od tate do mame koji su na
    nekom drugom dalekom hldnom
    grobnom mestu i placem i mislim
    na drugove poznanike kolege
    koji su se preselili u ovu tihu nekropolu
    pod kamen crni beli na lešću b.kosi
    ovde na novom groblju cigani sviraju
    iza ciglanog zida sa druge strane
    karaburme o zivotu o janji o milanu
    valjda imaju neki nastup
    večeras dok budem plakao
    jer se setim drugova
    u tihim gradovima
    pod zemljom

    XIV (ona)
    u autobusu kad prodjem blok 45
    svakog dana zbog odlaska na reku
    mislim
    kad prodjem blok 45
    kratko zivim
    drugi zivot

    XV.
    polazi autobus za berlin
    odlazim kao sto uvijek odlazim
    ćutim i pun sam teske sete
    neko mi maše u sarajevskoj
    to sam ja
    koji ostajem

    XVI
    radije iznajmljujem stanove u vojnim neboderima dam svoje zracne b and b evre unucima majora pukovnika generala jna nego novim starim cetnicima onim sa kokardom ili kokainom svejedno sa kamom
    za linije bijele ili vrata
    kupljene kod ikeje

    XVII
    volim da šetam dalmatinskom
    uglavnom je pusta kad zavlada beogradski zvizdan
    nicim se tada ne razlikuje od dalmatinskog zvizdana
    a i grobljanski čempres
    lijepo mirise

    sipaj malo morske soli u savu
    otpij gutljaj
    isti hvarski zaliv
    majke mi

    XVIII
    boja stepeništa u vojnoj ustanovi 2 na novom beogradu je ista kao one smedje stijene od poreca do prevlake, gdje zive oni penušavi rakovi.mnogi stanari su sluzili u ratnoj mornarici i prekomermo se utapaju u savi i dunavu.kaze mi komšija,italijanskog prezimena,deda je sluzio u „hajduku“ omanjoj podmornici jugoslovenske ratne mornarice

    major hasanagic je zapalio neka sela u bosni,sad zivi u potkrovlju u prepravljenom golubarniku u ulici marsala tolbuhina na nbg.nikad ga nisam video,samo ga čujem u gluhim noćima

    XIX
    na trgu marksa i engelsa sam gledao orgazam i djavole sada gledam brkatog pašalučkog
    mitomanca.
    pa ti vidi.

    bio sam u jednoj vracarskoj fotokopirnici,fini vlasnik po bontonu pozdravlja,nudi ljubaznost i uslugu,enterijer izgleda kao u doba kad se investiralo u fotokopirnice,bilijar salone i hemijsko čišćenje.kod natara preko puta du svi na pickс ti materina,supstekstualno ali gromko.

    XX
    na kozalama u rijeci sam napravio selfie sa stepenistem gde se bend PARAF ocevokovecio, na dorćolu sam napravio
    selfie u haustoru gde je ziveo čavke.
    e pa što

    bitka za ranjenike se vodi sada u frankfurtu,štutgartu,minhenu il drezdenu bez uzdignute pesnice-za šaku evra kaze mi bosanski negovatelj usred vracara i brze kafe. kupio je ploču: joy division i hteo da vidi „glavni grad juge.“ ima 22 i pradeda mu ubijen na sutjesci.

    XXI
    oci smedje usne nezne
    na savi na jadranu gledam
    tko izlazi
    iz vode

    XII
    gledam ćutim letim
    sanjam teško slatko
    secam tugom duboko
    miris drva koze
    mora smokve betona
    iza prozora tresnje
    i visoka brda šume
    zelene iza njih
    grad i teško more
    pod sitnom kišom
    gledam slike
    ostatak
    odlomak
    kraj
    ceste

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    4. September 2024

  • prodavac plinskih boca

    neko me pitao zasto more
    rat neke atlantide
    juzne prošle
    pisem o moru
    ratu proslosti
    ljubavi smrti

    dolazim iz mora
    iz atlantide
    zato

    ima jedna prodavnica plinskih boca koja mi se u snovima
    javlja svake godine. u toj prodavnici je radio najviši čovjek iz maloga mesta,imao je više od dva metra i mogao je bez merdevina da dohvati neke lakove sa najvišeg regala mozda i poneku palu zvijezdu,jer su tu gde je prodavao plinske boce i lakove često padale,nestale u crvenoj zemlji i svakih sto godina radjale maslinova drva koja su svetlela u tami. mislim da je taj prodavac ziveo u splitu,sudeći po njegovim starim fordom svetloplave boje,kojim se nakon zatvaranja radnje vozio ka magistrali,skretavši u pravcu trogira,splita.fordom je prošao kraj maslinjaka, koji su rasli pored krivudavog puta, pošao magistralom i napravio je uvijek jednu malu pauzu u jednom bezimenom mestu izmedju marine i trogira gde je popio kavu kraj ceste u sour „jadran“.
    u hladovini starog krivog bora okomcan ispucanim betonom,lizi me jace, čekao je da prodju deset automobila iz nemacke,dublje vrhom jezika, zbog nekog samo njemu znanom praznoverju,stavi mi ga u usta i crne tacke (paznja opasna krivina) kraj trogira. kad je svojim starim fordom prošao izrovanom cestom, još pre skretanja,kada se on vraca doma,ne znam, prodavac nije primetio buku sa obliznjeg igrališta niti ogradu od kupina,koja je delila igralište od ceste od zivota odraslih, zatvaran odbranjen od strahova i strepnji.retko je neka gumena lopta odletela na cestu,polizi sve svaku kap,u svijet starih.
    retko je neki auto pregazio neko dete,koje bi nečujno iskrvarilo negde izmedju pekare i prodavnice plinskih boca.tijelo je našao neki tezak,koji je ranom zorom pošao u maslinjak,lopta je bila nabijena na kupine,kao
    glava na trnje razgoracenih očiju.svijet mirakula,gledaj samo mirakule.

    ford prolazi kraj kupina i visoki vozac,prodavac plinskih boca nije primetio da se usred maslinjaka nalazilo igralište za nogomet.tu su deca igrali nogomet, oni iz naselja malih kucica i ona iz kamenih koja su mirisala na tesko crno vino i ribu. kraj igralista su cure brale kupine,jedan deo u usta drugi u crvene ili plave kofe, sa krvavih usana odjeknuo je smijeh star dvesta godina. krvavih usta i kolena vracamo se preko stijena nasim malim kucama.krvavi smo hrckovi,drzimo se za zidove stare i vrele,poneki gušteri zacudjeno izviruje iz svoga skrivenog zivota,oseca slatki miris kupina i svijeze krvi.lezim na kamenju ili na zemlji,uzeo sam dope,lezim umirem gledam nebo.dope sam kupio u splitu 94. napravio malu belo crtu,tamo gde je nekad bila tocka za jedanaesterce. gde je A. volejom pocepao mrezu jer je igrao u podmladku velikog kluba,gde je jednooki O.izgubio svoje stakleno oko, neki tovar je oko pojeo sledeceg leta,dobio svoje trece oko,ne znajuci za sva cuda u svom stomaku. ja lezim na igralistu lijepo mi je,hvala dopu i maslinjaku,grumen srece iznad mene kuca,tamo na brdu,koju sam hteo da potrazim.
    osecam i dalje strah,nije dope baš čelik,prije sat vremena je jedan kosmati bojnik uperio pištolj u mene.

    mater ti jebem,sto buljis
    idi dalje,gospe ti,tamo gdje zivi goli kamen
    u moru zivi mrtvo kamenje
    moje sada pizdo
    od zida srušenog
    tvog

    jezik se ljubi jezik gde zivi duša usta puna slatke sline jezici zaigrani u ustima spojena tijela spoznaju pevaju sve sija u utrobama izmijesali smo naša neba naša sazvijezdja izrast ce maslina za sto godina iz dva tijela pred svanuce kap po kap ce hraniti suhu zemlju

    visoki prodavac plinskih boca je mom dedi prodao
    jednu veliku narandzastu bocu, posto je bila jako teska
    pomagao je,da se utovari u zuti golf ispred prodavnice,
    razmenili su dve tri reci gde se moze kupiti sir i vino u brdima,onim iznad mora, koja se vide sa straznjih strana malih kucica,tamo gde se nase majke suncaju u toplesu popodne,same sa w.reichom ili bahtinom pod glavom ili zaspalom nad nekom teskom krizaljkom. iza spustenih roletni ih posmatraju decaci,krutih udova.mladici ce postati muskarci i setice se na nekim sirokim bulevarima tih zena,necijih mama,koje su umrle,zemlja pod glavom,sa druge strane,bez sunca i njihove knjige se bacaju u kante za smece i kamijoni ce knjige mrtvih majki odvoziti na deponiju kraj grada,i tamo ce spaljivati tri tisuce kjnige sedmicno i vatra puna slova crnih uspinje se ka visokom nebu severa i pepeo ce pasti na polja kraj deponija i svako zrno psenice ce u sebi nositi jednu recenicu iz knjiga koje su nase majke citale na straznjoj strani malih kucica,reci na kojima su zaspali u vrelo podne kraj tihog mora.

    neko stenje,iza spustene roletne u stanu u solinu visokog prodavca.ona zena njegova i uciteljica i
    komšija koji nesto radi u luci,ona cvrsto steze glavic uda u ustima dok on svojim jezikom lize mokru nju,slatkasti miris starog smokvinog drva kroz male rupice u roletni nalazi svoj put u zatamnjenu vrelu sobu.sokovi i smokvin miris lepe se na kozu,sve se okrece izlazi i ostaje,duboko, curi,kaplje.butine i bedra,usta.dokoni komšijski ljubavnici gledaju nebo sa kog padaju bele pahuljice,to su deca cementare,polozit ce se na more kao bijeli ogrtac.otrovni.daleko od toga hiljadu hladnih godina kasnije neke tudje zvezde mozda neki ford prolazi širokom ulicom, kraj svetlih prodavnica,neka stara knjizara jel ste čitali ciorana neka hladna gusta kiša pada,na zidu praznog stana jedna fotografija, pomalo izbledela.jedna pevacica peva svoju najtuzniju baladu,necija omiljena pesma na izgrebanoj crnoj ploči.vrti se,vrti i kapi kiše kroz poliotvoreni prozor kaplju na pjesmu,na tuznu pevacicu koja gleda sivo nebo strašnog grada.kiša, kap po kap curi u usta,druga usta su krvava puni kupina kraj maslinjaka,gde je tovar gledao visokog prodavca u novoj uniformi kako natovara plinske boca na kamion koji ce odvoziti iste noci do jedne kapije iza koje stoje sive barake,na njima izbledele reci o pobedi,staroj kao pola zivota.kamijon ce buknuti svetliti kao najsjanija zvezda u jednoj noci,pasce tmina na ozareno lice visokog covjeka.zgrade gore i ljudi,crni se parola o pobedi
    nad napustenim igralištem.

    prodavac plinskih boca lagano ustaje sa stola gostione i vadi kljuceve svojih kola.trebao bi za sat da stigne u solin,do svoje nedovrsene bijele kuce kao prelivene secernjim prahom od fabrike cementa,koja je zimu dovela u zaliv i trnje neke ljude gipsanih lavova, neke kamene zivote i njegovu zenu,učiteljicu sa okusom smokve.
    jedan zuti golf se sporo uspinje ka brdima,ka siru i kiselom vinu i more ce u predvece prestati da dise u tisini se kupaju neki,daleko od brda,govore gustoj šumi svoje tajne i zelje.ljube se ili ćute,gledaju zvijezde ja lezim na beloj tocki jedanesterca
    dope je moja gusta šuma
    zelja i srece u leto 94
    na igralištu puno kupina
    i crvene zemlje, lijepih cura
    krvavih usana jezika kraj
    mora curi mi krv iz nosa
    ravno u more
    trafo stanica

    je izgradjena na dohvat jedne ruke od mora,naslonila se na makadamsku kasnije asfaltitanu cestu. otkad pamtim svoje prolazke pored stanice pamtim brujanje i zujanje,svirali su talasi udaljeni pit i to je amerika, volim te,kad slikece avijon,kako je u švedskoj,umreo je deda,ostajem necu se vratiti, nikad me nisi razumela,ponesi vino i sir,voz ima zakasnjenje,sestra
    ti je poginula,polozio si ispit vode je pitka barsunasta,vodicemo ljubav u njoj,isijava novi zivot
    brujanje strujanje je sviralo jednolicno ali snazno,zvuk
    nastao od vode u brdima, zvuk kroz vodu je pratio zivot kraj ceste…. kada se išlo po hleb,ili ribu,na sladoled i trafiku,u podne kad se stiglo sa aerodroma split,u predvecer kada se izlazilo u malo mesto ili malo veće : uvek je brujala stanica. brujanje svijeta se skupilo iza betona splitske cementare,toranj svijetla izgradjen 60tih kada su fini i čisti digle svoje vikendice na neplodnom kamenjaru kraj zalivske obale,trafo toranj se zvao nešo,igor,davor,mik,sonja, andrea, krešo,tomi, buca,ivo,zvone,sanja.crna slova ljubljena neljubljena, trafo stanica je slala svoje poruke prolaznicima;da je k.peder, a m.kurva,da neko nekome puši kurac ili da su dinamo ili hajduk svetinje,cesto garnirani slovom U ili nekom sitnom crnom svastikom,naopako naslikanom.
    kada se prolazilo kraj trafo stanice svatko koji se setio je brujanje i zujanje pokušao da prevede na svoj zivot: koliko ce ziveti,koga ce voleti,kada ce umreti,gde ce ziveti,gde ce umreti,voleti.bio bi potreban dobar sluh i vrijeme, nekad je trajalo citavu sedmicu da se razume brujanje i zujanje u samo jednoj kratkoj recenici,ja sam jednom stajao satima pred tornjem,lepinja u kesi je postala prah,tiho more se gušilo pod nekim novim belim brodicama,kuce su izrasle u neke mermerne utvare
    krivih belih usta,sa velikim krizevima izna malih glava
    ja sam prolazio kraj trafo stanice i cuo bez radosti nesto šta nisam zeleo
    od cega sam strepeo
    ponekad duboko sanjao
    ali ima nade
    je šapnulo brujanije na kraju.i sanjaj.
    rodjen si iznedju sna i jave,šetac u
    polutami
    trafo stanica je postala neko malo delfijsko proročanstvo kraj neurednog supermarketa,pantenona
    kratkih uzitaka ,na trafostanicnim zidinama su se nagovestile nove drzave,umirale stare,osvajale sportske
    titule ili ostvarile zivotne nesreće (ubi se…potom se devojka zaista ubila,u penatrpanom ormaru majke) necije kuce su izgorele,neki spisatelji ljubavnih i felatio poruka su ubijeni u drniškom kamenjaru,dok su palili maslinjake nalik na ocevljeve maslinjake.
    jednog dana u kolovozu je trafo stanica
    cak postala sudnica i gubiliste u jednom.jedan tihi osobenjak je ciglama i motikama pretucen od mladih ljutih mestana (isti koji su crtali svastike,kurceve i torcida na zidove trafoslane) na krv,razmazana krv od unezverenog je prekrizila sva slatka imena,ljubavi, klubove i svastike,u podnozju krvave stanice na dohvat jedne slomljene ruke je čučao N. u svojoj krvi i sopstvenim govnima,jer su ga toliko tukli da je strah veci od bola terao ono najskrovitije napolje,ravno na morsku obalu.usran i pun dubokih rupa iz kojih je šiklaja krv N.je vrištao
    mama
    mama
    a gde je moja mama
    mama
    neki mali decko na biciklu je javio mami da su skoro pa ubili njenog
    zgoljavog i prepametnog sina i mama je dotrcala do trafo stanice i vrištala
    sine,moj
    sine jedini
    mladici sa ciglama i motikama su vec odavno otišli na sladoled,korneti krvavi kao maline,hladnih srca.
    mama je odvela svog sina skroz usranog i krvavog u svoju malu kućicu.
    vodila ga je kroz pola naselja,na njenu srecu je rano pao mrak u kolovozu,i niko nije primetio mamu i sina,
    ili nitko nije zeleo da ih primeti.te veceri se osetio miris govana i krvi duz obale u pola naselja.besni mladici ce pobacati motike i cigle u jedan raspusteni vrt u kome su dvije smokve prezivele bez ljudiskih ruku,i bujno su radjale,kiša ih je hranila i poneki vikendas,koji je krišom zaljevao obe smokve.pri izlazku iz naselja slucajni bi prolaznici ubrali po jednu smokvu za srecu,ili povratak iduceg leta,neka kola bi stala pored rusevne kuce,jedna ruka bi zgrabila smokvu i stavila u kofer. poziv za zadnji let brda gore,trafo stanica bruji,imena ce nestati i ljubav i zelje
    samo torcida zivi vjecno
    i motike i cigle
    krvave u rajskom
    smokvinom vrtu kraj
    trafo stanice

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    20. August 2024
    Jadran Adria Adriatico Novi Talas Novi val Azra Haustor Idoli Elektricni orgazam, Jugoslawischer Bürgerkrieg, Zerfall Jugoslavien, Rat raspad Jugoslavie, Krieg Jugoslawien Bürgerkrieg Jugoslavija gradjanski rat beograd berlin Hawemann Sascha Jadran Adria short stories yugoslavia

  • pristanište

    I
    gledas cempres iz daljine
    citas sam na obali jezera
    brojiš avijone u kojima ne sediš
    brišeš pesak sa belog kamena
    zamišljaš glas koji se gubi
    u prošlosti koji te dira duboko
    pod lipom čitaš knjige na
    lošem papiru i blede slova
    dugo nisi video more
    pa lizes potajno slanik
    dugacak kao slatki vrat
    prerezan pored ceste
    dok su sijale zvezde
    na autoputu prolaze
    tudji zivoti od pocetnih
    slova sastavljas imena
    onih koji su umrli zbog
    dopa rata i kraja ljubavi
    onima nisu citane bajke

    II
    makadam u utrobi na putu
    ništa sem senki stare 30 godina
    hodam po crnini gadjam djonom
    srce istrošeno
    puklo
    zašiveno

    III
    volim trajektnu luku pored kolodvora
    obećavala sve
    svu srecu nalazim
    u lukama kolodvorima
    pristaništama u parnim
    godinama

    IV
    tetka mi je poklonila 42 fotografije
    bledih boja na jednoj ja na terasi
    kraj mora oslonjen na ogradu
    pod borom oci gladne
    vole da gledaju da ljube

    V
    tetka mi je poklonila 42 fotografije
    bledih boja ni na jednoj
    moji prijatelji cura
    nije to njen film
    kaze

    VI
    tetka mi je poklonila 42 fotogarfije
    bledih boja na jednoj ja u uniformi

    VII
    tetka mi je ziva i poklanja mi fotografije
    ja ih gledam dok sam ziv i boje blede
    i avijoni lete daleko tamo preko mora
    ja cu sledeceg leta preko mora
    kad prodam ono zadnje
    od mame parce zemlje

    VIII
    na ulazu
    na parkingu
    u holu
    na sedištu
    u redu
    na izlazu
    u tranzitu
    iza stakla
    iza prozora
    na putu
    na terasi
    u luci
    u brdima
    u gradovina
    kraj šuma
    kraj brda
    kraj mora

    neki novosadski kompozitor koji od 92 zivi
    u orleansu piše o raskoraku osamljivanju
    distanci odstajanju nestajanju umaranju zanemivanju
    sjećanju gubicima i rupama emigracije
    zatrpajte moju rupu toplom crvenom zemljom
    punom morske soli plavog neba
    da se ljubimo dok postanemo isti
    zemlja zemlji
    bez rupa
    zatrpani

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    16. August 2024

  • 22-07-1945 mami,za rodjendan

    nije zelela da zivi 
    pa je prestala da zivi
    stala je sva
    na moj dlan
    pticica
    mama


    I
    otiću ću jednog dana do sane
    da polozim brod od papira
    od pisama vaših ljubavnih iz
    moskve 63 kad je sve otoplilo
    u vodu prozirnu do dna
    mastilo će bojiti rečicu u
    plavo boju vaše ljubavi
    mire i horsta
    u sani
    kraj
    mosta

    II
    mama i tata su pisali sitnim
    slovima svoja ljubavna pisma
    da stane što više na
    otkinute kartone jeftinih
    sovjetskih cigareta


    III
    mene bog tjera da pijem
    kaze onaj iza mene
    njemu je asfalt ko
    asfalt ispljuvan krvav
    gorak kao ona reka
    na dohvat ruke
    kraj krematorija

    IV
    čitala je ispod stola
    sa pet godina čudesno
    twejna kupera i druge
    zavukla teški stolnjak
    taman kao crnina bakina
    koja je bdila nad njome
    ispijajući kafu iz fildzana
    stolnjak nju je čuvao
    od one slike na zidu
    druga staljina

    V
    mama je vrištala u snu
    sve dok je zivjela
    mora da je sanjala
    sto je videla iz maminog
    stomaka
    1944
    1945
    u bosni

    VI
    kao klinac sam voleo maminu
    priču kako je anarhistickoj
    frakciji 68e na filozofskom
    pekla palačinke
    njene palačinke su
    bile zaista fantasticne
    dok ih nije skroz
    zaboravila 18te
    godine

    VII
    od četrs‘ druge
    ovde okolo su bili
    radni logori za zene
    sa istoka i jugoistoka
    barake su srušene
    tek devedesetih nakon
    zatvaranja sabirnog
    logora za bosanske
    izbeglice
    i izgradjen je ovaj
    najsuvremeniji kremstorij
    u berlinu priča mi
    uljudni sluzbenik dok
    kremiraju moju
    mamu
    VIII
    postmoderna
    strukturalizam
    kibernetika
    bahtin
    modernizam
    suprematizam
    from
    hiperrealizam
    miler
    dadaizam
    rajh
    nadrealizam
    postpostmoderna
    fuko
    …
    laku noć
    sine
    XIV
    ne pamtim
    pamtim
    naslove

    sedi puši jednu za drugom
    ispod nje brdo knjiga
    sedi na njima tom sveznajućem
    prijestolu boli i grča
    jer svaka ideja zamisao
    ona radja teško
    satima kao
    mene

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    22. Juli 2024

  • novelle und grafik

    sivi
    beli
    plavi
    narandzasti
    teget
    zeleni
    crni
    su bili brodovi,čamci,gumenjaci,topovnjace
    kanui i jedna podmornica koja je zalutala u zaliv,pčelica maja.marija predozirana.milka zivi u strahu na vrhu mista. kovrdzava se obesila u prohodnim ormaju svoje majke na dedinju.
    beli
    plavi
    narandzasti
    teget
    zeleni
    crni
    crveni
    su bili čamci,brodovi,topovnjace koje su plovili našim zalivom.mistral je duvao sa zapada, more je talasalo mlečno belo, stari bor ogrnut zardjalom ogradom se savijao u stranu pod vrelim vetrom, isti vetar koji je dizao i spuštao gurao i šibao gumenu loptu sa svemirskim motivima:kosmonauti koje su dočekali pioniri i srebrni letač satelit koji je kružio oko zemljanih ventila okruzen natpisom „CCCR” izbledelim pod suncem izbrisanim jakim vetrom. kovrdzava se obesila u podne dok je njena
    majka hladnog srca i gladnih oči ispijala svoju gorku
    kafu.bez šećera.milka gleda sa vrha mista, u zalivu odjednom izranja siva podmornica i dvojica djecaka u gumenom čamcu vrište: a ja kazem a a to je amerika,odbrana i poslednji dana.najbolji album.
    ahhh,podmornica.ne seri,ne serem,podmornica.
    a u kurac. usrao sam se. a ja kazem a,a to je amerika.
    makija je godinama rasla oko gumene lopte,koju je vjetar
    odneo na pusto ostrvo.pod njenim zelenim krilima su bledeli sovjetske rakete, sateliti i kosmonauti.lopta je vremenom postala skoro bela kao kost, danas maestral duva sa zapada, a more je more,lopte nema,odneli je tihi radnici koji su na ostrvu izgradili zatvoreni resort
    uspešnog oligarha jebe se njemu
    za satelite i kosmonaute
    marija se predozirala
    pukla sve u vene
    oceve bez ljubavi
    gledaj izbrisana crvena slova na zidovima na kamenu
    u hladovini sediš. haustor ne pamti otiske tvojih prstiju,beton ne pamti tvoje ime iscrtano tankim
    borovom iglicom,ne pamti tvoje volim te.more ne pamti tvoje ruke,njihov zamah u ponoć,zvezdani put do bedara
    stomaka pod putem mlečnim.
    hlad ne pamti tvoje sedenje na kamenu,stari
    bor raste krivo hrani se od sunca i soli,
    ne pamti tvoju kanticu sa slatkom vodom, asfalt
    je odavno upio tvoju krv iz razbijene glave
    rupe u njoj iskopanu pepeljarom. trafika ne pamti
    kako su kupio jeftine cigarete,kako su se tvoji dlanovi
    punili crnim slovima, naslovima mrznje
    ispisano na njima reci narod bog nacija
    kovrdzava se obesila tri godine
    pre rata dok se mama se jebala sa komsijom
    nakon kafe gorkom bez šećera
    dok je muz čistio jahtu da se beli
    netko se gušio u prohodnom
    ormaru i samo oči tvoje pamte
    i srce pamti i jezik pamti
    bićeš tuzna zemlja
    bićeš tuzan pepeo

    marija se pukla
    kovrdzava se obesila
    ja sam izbledeo sa zidovima
    stenama i haustorima rukama
    hvatam more čupam vodu
    gutam slano veliko duboko a
    milka nas gleda sa vrha

    MUSIKEINSATZ EINS/SLUŠAJ:
    https://youtu.be/I7Uh8933Jvs?si=VjZqe2DqueZRIhJ

    nachdem mich die militärpolizisten aus dem schwarzen folienverklebten bus herausprügelten war mir kalt mitten im juli 1991 und drei vier rote tropfen auf grauem stein
    wärmen schwach das angstherz der fleck in der hose vorn und hinten.alle halbe stunde erschien ein junger regrut im korridor des stabsgenäudes tröstete mich
    die einheiten sind in voller sollstärke
    du kannst bestimmt wieder nach hause
    wo kommst du her
    fragte ich
    slavonski brod
    sagte er und kroate
    leise dazu
    um 9.30 wurde eine tür aufgestossen
    dienstbeginn aktenkoffer fliegen arme schwingend unter der schapka mein major, die fette sau
    gle moj švabo / sieh einer an mein deutscher
    vor mir stand mein major aus der grundwehrdienstzeit 1987 die fette sau (wochen später hielt ich ihm seine
    pistole an den kopf)
    du warst mein bester soldat damals in banja luka jetzt bin ich doch noch in belgrad gelandet
    und ich bin keine möwe
    du kommst natürlich in meine einheit
    clausewitz deutscher wie du
    deutscher sascha mein aufklärer
    scharfschütze damals und messerspezialist
    beides brauchen wir nun deine
    stille schnelle klinge den leise tod
    und den schuss aus der ferne laut
    musst nur dein dragunow einschiessen
    und in slawonien singen lassen
    PEVAM NJOJ SAMO NJOJ
    sascha partisanenenkel
    mein bester soldat deutscher serbe
    beste mischung für den krieg fürs töten
    den sturm das feuer in der nacht die
    brennende nacht erinnerst du dich
    wie du das hausangezündet hast genosse major
    mir die zähne aus dem maul geschlagen
    die lust unser lachen im panzer danach
    als ich dir die pistole in die fresse
    hielt, meine zähne sind weg dein hirn
    klebt gleich auf meiner TDK 90
    hey ho lets go schreit und lodert
    es aus unserem panzer
    hey
    ho
    lets

    go.

    das blatt reißt die bura vom trockenen ast, es fliegt dem torpedoboot „sutjeska“ hinterher ,der heisse wind trägt die winterworte auf das meer,ertränkt bulgakow kurz vor einer menschenleeren insel, drei lavendelströucher wachsen dort, besucht von weissgespülten steinen,zufällige gäste gestrandet, eine verrostete dose kaisers bier liegt in deren duftenden schatten.die italienische mine nur zehn meter von der insel entfernt würde sich langsam von der rostigen kette lösen,späte explosion ungehört denn der grosse laute krieg überschrie alles im august im späten september. das blatt versinkt im blau, weisse garden vollgesogen vom hellen salz gehen unter und die fische werden nun erfahren, wie das jahr zwei nach der revolution war. blutig an den ufern des dnjipr und meine dicken finger streichen das wellige papier glatt,im sommer neunzig, wasser nun papier, der schnee und der krieg wohnen mitten im macciabusch. die finger müde vom worte zusammenreissen schlaff, heiß der stein,der schlägt nicht, speichert nur stumm.die weiße garde las ich zum zweiten mal in meinem berliner zimner 1999, in belgrad im grünen roten licht leuchtet der RAKETENABWEHRSCHIRM sagt die dunkle tv stimme, ich hocke im berliner zimmer, so dunkel wie der felsspalt in der die italienische mine schlief, denke mir düfte aus, unweit der menschenleeren lavendelinsel. ich sah wie die stadt brannte, das b verlief sich zu einem verwachsenen gebrochenen k, die buchseiten salzkristalle duftlos hocken auf dünnen vokalen.ich setzte mich in das weiße holzboot und fahre auf dem buchrücken
    meinem idiotischen wal,
    ein papier brannte irgendwo ich fuhr
    zu irgendeinem punkt oder komma.
    ankern,eine pause machen.

    u brdima gori kuća,nije moja,trpam neku ribu iz prošlih
    vremena nekog starog mira u moje nezasečeno grlo,u razbijenom staklu vidim nešto prezivelo, nalik meni.
    pij kaze mi ona sa velikim očima
    u brdima gori neka kuća nije moja
    moje je razbijeno
    staklo lice i dim.

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    13. Juli 2024

  • sanjam (fotografija)

    sanjam
    brodove
    čamce
    jedrilice
    plivanje
    ronjenje
    dodire
    planine
    zelene
    sive
    jutra
    sunce
    hladovine
    borove
    suze
    kamenje
    hodanje
    ćutanje
    usne
    ograde
    rtove
    stene
    sreću
    umiranje
    so
    bašte
    sirene
    ljubljenje
    nebo
    tišinu
    čamce
    beton

    pre podne napuštamo svet trazimo svoj u luci ne sećam se pića sećam se cigareta i pogleda sa obliznje brodice miris hobotnica i mreza puna sitne ribe iz dubine
    uzdasi tihi jer sve tihuje ispod brda visoko sunce
    u nekoj kući pere se posudje kuva juha vodi ljubav
    prigušeni smeh uz vino glasovi vedri razvezani
    zvezde pričaju o svemu mi smo tihi samo oči
    iza prozora se čuju srca i vjetar ispred vrata
    škripi prozor otvara se noć blede visoke zvezde
    nismo napravljeni za podne noćima se gledamo
    vidimo kad naše tudje oči ne gledaju
    gledaju se one i ne znaju više

    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam

    prozore
    poglede
    ratove
    ruševine
    bašte
    glasove
    uniforme
    toplinu
    automobile
    noge
    šume
    vatre
    grudi
    jutra
    noći
    ptice
    vodu
    zemlju
    ostrva
    ruke
    oči
    glas
    miris
    mrak


    sedim pod borovima i pevam šal od svile
    za sebe i gutam borovinu iglice da mi stomak
    nosi svet u sebi skriven na dohvat ruke otac moj
    groblje od zemlje pod mojim noktima u sećanju
    on radostan u ludnici tamo je proveo dva dana pred smrt jer je lekar znao njegovu umetnost prepoznao njegov strah i sklonio ga medju ljude drugačije da umre u miru iza brave kod onih koji stalno plaču ćute gledaju svet
    iza zivota laznog dalekog predalekog
    nije umirao mirno moj nemirni otac priča mi o čempresima
    pod kojima je zaboravio prag i poljsku berlin
    tenkove na ulicama ja nisam zaboravio čempres
    otac moj sad zemlja je mama moje je prah u zraku
    gutam ih naizmenicno i zemlju i zrak
    hrane me gladno tuznog
    zemlja i prah zive mi pod noktima i plavim grabezom
    crtam čemprese na njihov grob zemljan pun cveća
    nedelja je citam stare poruke
    i brišem crna slova sa belog kamena

    cemprese
    grudi
    kučicu
    šum
    oči
    san
    dah
    prašina
    zvizdane
    kamenjare
    luke
    zrak
    asfalt
    kozhu

    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam

    ima jedna slika,fotografija.
    na njoj ja i iza mene cesta i kamenjar,neka gostiona
    uvijek prazna,neki tuzni konobar sedi na plastičnoj stolici i puši posmatra automobile, koje se nikad neću parkirati kraj njegove gostione,mozda poneki zalutali par iz minhena na njihovim putevima prema grčkoj pa indiji.ja se ne sećam gostiju,samo praznih stolova,kišnjicom napunjene pepeljare, roštilja bez dima,iza rostilja jedan maslinjak i crvena
    zemlja.jedan ludi magarac stoji zakopan u maslinjaku, onako tih,bez šuma,bezpokretan.
    ta fotografija mi stoji u prozoru,ja gledam sebe
    i prazninu,i osećam uzbudjenje i strah jer sam tog dana
    usred rata rešio da je trazim.da se uspinjem.
    pao sam,kada je vojnik uperio pištolj u moju glavu.
    mater ti jebem što gledaš a u glavi pevam šal od svile
    i kuća je bila moja,nekada i gledali smo more
    pao sam na koleno,na beton ispred kuće strah mi je
    ušao pod srce i nisam se uspinjao na brdo
    gledam sebe na fotografiji
    pevam :


    kamen na kamen kamenovanje
    kamen u glavu milenu u dravu
    drinu bez filtera gasi na kamenu
    ili na nekom ramenu u podrumu
    mater ti jebem oca ti jebem i kamenom
    udara u glavu i sija iznad tebe ono vrelo
    ono zuto crveni se staza u makiji
    i kamenom u glavi udari onog tovara
    vristi kovrdzavi naš poštar benzin na kuću
    sipaj vristi kovrdzavi nekad postar onda
    šlem na glavu i na kamenu belo se suši
    kamenom udari sipu da od zivota napraviš
    smrt melji je kamenom da se sipa przi u tignju
    njeno srce krvava kaša neće ploviti
    kraj nekih obala punih dece
    moraš je kamenom ubiti
    sporo da umre lepse se przi
    na kamenu belo šmrce onaj
    kreten koji vozi čamce za nemce
    kamenom mi je glavu razbio
    kad je onaj bor pored table
    bio dete i kad su naši očevi
    naše majke bile zive
    danas se glasno smeje na terasi
    stavio kamen na moju kamenu
    kuću i svakog jutra gleda što
    su gledali drugi
    a more smrdi
    na govno
    govno


    der wind ist warm / vjetar mio topao
    die berge grauweiss stein neben stein /das grün liegt ruhig unter hellblauen himmelmund / namenlos das bahnhofsschild weiss wortlos /
    die buchstaben hat der scharfe winterwind vom holz
    gekratzt und in die berge getragen / und neu zusammengesetzt
    /die worte liest der hirte / eher ein verirrter soldat / sehe mich an der donau der rote stern weiss vor angst / die stadt aus dem tal
    legt sich auf die grauweißen steine und gibt ihnen
    einen namen / den namen der stadt durch die
    die züge richtung meer fahren / die jungen und die mädchen /
    träumen hinter den fettigen fenstervorhängen / ihre lippen küssen dreckige fenster als wir das meer hinter den bergen sehen/ die alten waggons sie stöhnen klappern quietschen / auf den östereichiskh ungarischen gleisen seit über hundert jahren / der tschechische ingenieur
    gründet eine familie in der stadt / sie liegt in
    eine tiefen grube in der nähe der stadt
    auf den schienen fahren keine züge
    das bahnhofsschild weissgekratzt
    und die schönen berge schweigen
    grauweiß stein neben stein


    stanica
    tunel
    most
    reka
    grad
    samo
    pet
    reči
    za
    dolazak


    sanjam zivim u b i sve je polomljeno jezik biće sećanja/ wald/šuma teška kiša gledam mirno more bez ljudi/schwerer regen mg garben leuchtspur/glava u blatu u ruci drzim tri krvava zuba moji su izlomio mi je major crven od besa kundakom moje ne moje puške
    nisi pucao govno beogradsko na ustaše moja tri zuba
    krvava polomljena u mojim rukama/schlammverschmiert
    die augen weiss wie die angst/oči moje crvene
    u vetrovci pismo koje ne čitam
    stavicu moja tri izlomljena zuba u kovertu
    da se ljube njene reči moji zubi
    na izbledelom papiru
    skupa
    sanjam 
    plićak
    masline
    usne
    zutu travu
    duge prste
    zvezdanu noć
    čitanje
    knjiga s ukusom
    mora
    more
    iza planine

    dobrostejeći naslednici i slednice,
    kojima su lagano i usput
    čini i dela dedova nemih baka
    pali u povijesni zaborav pod tudjim
    krovovima lepim sredjenim sa ljubimcima
    koji prozbore pogledima onako nemi
    zaborav pod krovovima gde se lijepo zivi
    zaboravljene cipele koferi naočari fotografije
    na kraju pruge usred šuma gde je tiha i gluva
    smrt daleko od srca ćute dobrostojeći
    naslednici ne galame dosta je buke
    belzena i grada pokraj krakova
    aušvica peska pod kojim
    zivi sivi pepeo
    nasledio sam fotografije
    iz moskve
    beograda
    rogoznice
    odlucio sam da ih
    lizem dok ne izblede
    dok se ne presele
    u moju utrobu
    u san

    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam
    sanjam

    jugopetrolou cisternu u nekoj dolini kraj marine
    sanjam rdju ispod zuto crvenog natpisa ina
    sanjam maslinjak u oktobru kraj vodica
    vojnu torbu JNA pod krevetom, trava u celofanu
    voz pun straha popodnevno sunce kraj pešte
    plinske boce u radnji na kopaci miris prašine
    naslagana narandzasta piramidamiris blizog mora. odvaljeni prozori,kuce bez očiju.tovar ide sporo ukrug,ogroman malj se pokreće, melje masline
    gledaj nebo sine, plavo iznad svetlosivog čaure padaju na stari krivi kamen tišina u tri i četiri
    sunce na golim ledjima most pod kišom
    moj pogled pun straha beli golovi u moru potonuli kraj trafo stanice crni mermer hladan pored crkve čempresi čempres u rakovici
    krivudava baraka tuzni stanari strašnog grada
    neki grbavi velemajstor pun tuge voli da priča
    pištolj medju peškirima on peva hodaj hodaj
    stara pesma u nepoznatoj ulici sediš u autobusu
    jesen u grudima hercrupa ko longplejka
    mozda i dupli album
    mama ja ti pričam svoje
    da ne izbledi kao tvoje
    mi smo deca rata
    tvoj iz 41 moj 91
    bar nešto
    srodno

    sanjam
    mrtve
    zive
    izgubljene
    voljene

    sanjam more.


    budjenje
    gledam krovove crvene i sive nebo je crveno iznad grada
    ima jedan dan u avgustu kada sve sija nekim svojim svetlom kada grad u letnjoj vreli tihuje kada sve
    gledam odozgo sa lakoćom ptice
    ima jedan dan kada sam u njemu samo sretan
    ima jedan dan u avgustu kada dodirujem crveno i sivo
    i plavo mozda će tako izgledati
    moj zadnji dan
    ja ga sanjam ceo zivot
    neki sretni kraj

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    23. Juni 2024

  • sommer (vor dem krieg)

    in europa wütet wieder ein krieg. vor ein paar jahrzehnten wütete in europa ein anderer krieg.
    dies sind texte vom davor, jenes vor den kriegen,
    vor den emmigrationen,vor den rissen und wunden.
    vor der trauer,vom jungsein
    vor dem krieg.

    I.
    SOMMERSTADT
    (geschichten vor dem krieg)

    zu jesus and the merry chaine tanzen / um vier uhr nachts schweissnass vom tanzen sich vom tankwagen die chucks nassspritzen lassen / der verrückte djole steppte wieder vor dem devotionalienladen der orthodoxen kirche ist auf lsd hängengeblieben / hinter ihm der heilige nikola in öl unbewegt die starren augen/ auf der heissen betontreppe sitzen auf ein mädchen warten und der fernseher der halblinden uhrmachers ist zu laut mit den lauten reden der neuen führer / um mitternacht mit freunden eine eistruhe aufbrechen und alle malaga kornetts essen, es waren dreissig / wir waren zu viert

    JEN‘

    im park kiffen und vor einem hunderttausend brüllen wir wollen waffen / am nächsten tag wollten noch mehr waffen da nahmen wir speed/ der himmel /nach dem verschossenen elfmeter im viertelfinale gegen argentinien heulen und aus trotz hej slaveni singen / ganz viele tequila sunrise trinken und mit ganz vielen knutschen / auch mit dragan der darum bat weil ich doch aus berlin komme du weisst bowie iggy cabaret/ nackt drei runden im zebra gehege rennen und den wetteinsatz zu den violent femmes versaufen / vor dem gleichaltrigen schwarzuniformierten mit seinen hassflugblättern an der strassenecke stehen und laut lachen / auf der heissen betontreppe sitzen auf ein mädchen warten und das mädchen kommt wir küssen uns drei stunden auf der treppe bis der wolfsmond über uns hängt/ um vier uhr am kios drei pitas mit cevapcici essen und fünf vespas knattern / bellen den sommermond an und mädchen lachen laut reden / wir lieben leise still

    DVA‘

    für einen progressiven deutschen regisseur auf einem festival übersetzen ignorieren dass er die bühnentechnik balkanaffen nennt / sein vater flog ne stuka zwischen split und dubrovnik lallt er / beim schnaps nach dem dutchlauf / sich drei stunden mit oma anschreien die den neuen führer liebt und ihre nation mit / du bist keine kommunistin oma/ mit opa einen ganzen tag schweigen den jungen wein beschneiden und die donau zu den füssen fließt träge zum schwarzen meer / speed vom dealer kaufen der für die staatssicherheit arbeitet / schon im mai den rucksack für das meer packen / vis hvar pelješac mljet / den vater in osteberlin anrufen und schweigen müssen/ der rote morgenhimmel am zweiten juli um sechs Uhr morgens / in den zug einsteigen und zehn stunden in der offenen tür neben dem klo sitzen bis der duft von zypressen und kiefern durch den zug weht / vor einem das meer / wir nennen es more / mit einem mädchen auf einer heissen betontreppe küssen/ sie ist salzig / kao more

    TRI‘

    JEN‘ DVA TRI

    LINKS ZWO DREI VIER

    II.
    VIDEOTHEK
    (geschichten vor dem krieg)

    ich kann mich nicht genau erinnern wann genau,ich glaube aber im frühjahr 1989 begannen überall in jugoslawien videotheken zu eröffnen. einerseits hatte das mit der liberalen wirtschaftspolitik von ante markovic zu tun (vollkommene öffnung zur privatwirtschaft) andererseits wurden die videorekorder bezahlbar und bestandteil aller haushalte zwischen jesenice osijek brčko šibenik …belgrad.

    meine lieblingsvideotheken in belgrad :
    in einem fahrstuhlschacht einer wohnplatte in neubelgrad,indira ghandi strasse.

    ein fenster eines einstöckigen hauses in zemun,baujahr 1904, man klopfte an das fenster und aus dem fenster heraus bekam man top gun,colour of money oder nen schwedenporno durchgereicht.

    der blätterteigladen gegenüber von meinem hochhaus,dort konnte man zwischen den diversen handgemachten blätterteigen für burek,pita, štrudla und mehlig weissen vhs-kassetten wählen,vor allem eine erlesene bruce lee sammlung machte die videothek sehr beliebt im viertel. der besitzer nahm auch bestellungen entgegen,meine bergmann kenntnisse und die besten spinatbureks verdanke ich diesem laden.

    die videothek im gründerzeithaus / pariser stil im strengsten zentrum von belgrad fuhr man in einen nach holz und leder (es gab eine lederbezogene sitzbank) riechenden fahrstuhl in den vierten stock,wo eine sehr gepflegte ältere dame in chanelkostüm eine erlesene pornofilm videothek betrieb. man konnte (falls man nicht schreiend die treppen hinunterstürzte oder stotternd vor ihr stehend ) kurz seine interessen schildern und sofort unterbreitete die dame einen vorschlag oder drückte einem drei kassetten in die hand.

    für mich gehören videotheken und der krieg zusammen. wir ( jugoslawen jahrgang 67-70) sind nach langen videoabenden mitten im krieg aufgewacht,die videorekorder waren noch heiß von der langen coppola nacht und wir saßen schon hinter abgeklepten autobusscheiben und wurden in kasernen gefahren.angezogen und nach slawonien geschickt.

    drei wochen nach dem ich desertiert bin,meine uniform weggeworfen habe,in dem überfüllten zug nach budapest, mit pornoheftchenschmugglern vor angst um die wette schwitzte, die grenze überquerte und meine heimat verloren habe,rief ich meine grossmutter in belgrad an,bat sie zwei kurosawa filme und einen französischen pornoklassiker in der blätterteigvideothek abzugeben,sie legte nur auf und sprach sechs jahre nicht mehr mit mir. ich war ein deserteur und verräter. die vhs kassetten gab sie ab, parteidisziplin seit 1940.

    III.
    PORNO
    (geschichten vor dem krieg)

    die beiden pornokinos von belgrad hiessen partizan und odeon.
    in das partizan ging man nicht,in das odeon, wenn man was zu foucault oder mindestens barthes zu sagen hatte oder das album zen arcade von hüsker dü für epochal hielt oder so ähnlich…französische bücher und die amerikanische indipendent szene waren dort das pornomass.

    das kino partizan lag vis a vis vom bahnhof, entsprechend das publikum: taxifahrer mit tätowierten kreuzen auf handrücken, die oft zuhälter waren und im kino ihre huren an den mann brachten. es gab drei reihen im kino in denen die mädchen saßen,die freier konnten sie sich sitzend (um den film nicht zu stören) ansehen und auswählen, die partisanenenkelinnen nun in der zwanzigsten reihe.

    bauern aus südserbien wärmten sich im kino partizan zusammen mit ihren käseeimern auf, weshalb der saal vor allem am freitag und samstag nach feta roch. hin und wieder verließ ein freier das kino partizan mit einem eimerchen käse an der einen und einer hure an der anderen hand das kino.

    mazedonische melonenverkäufer schliefen dort neben ihren melonen, den sie fuhren nie nach hause, bevor sie nicht alle ihre süßen melonen aus kumanovo oder djevdjelia verkauft hatten. nicht selten sah man eine der bahnhofshuren mit melonen an der strasse stehen,oder am frühen morgen auf ihnen sitzen.

    das kino odeon wiederum war das bürgerliche pornofilmkunsthaus von belgrad,man zog zum kinobesuch seine besten klamotten an, sprach nach der vorführung von kameraeinstellung, dynamischer schnittechnik, ausgefeiltem licht. während die filme liefen,schwiegen vierhundert menschen,die stuhlreihen waren eng besetzt,keine regung in den körpern. die blicke des aufgeklärten gemischten publikums 2/3 männer 1/3 frauen waren gleichgültig oder distanziert analytisch. das odeon war der pornotempel der jugoslawischen hauptstadt. das änderte sich ab 91,dann traf man nur flüchtlinge oder vielfarbige soldaten in dem kino an und kleine mädchen wurden in den kinosaal geführt, mit filmbeginn.

    ich weiß gar nicht mehr, ob es zuerst die pornokinos oder die pornohefte gab. die pornohefte lagen in der ersten reihe der vielen kioske,in denen man alles bekam: von reiseschachspielen,meist abgelaufenen italienischen kondomen bis hin zu kalaschnikows (made in hong kong) und welligen milka schokoladen und natürlich diversen druckerzeugnissen: zwischen den nachrichtenmagazine in der ersten reihe lagen die einheimischen pornomagazine, anale freuden neben schusswechsel in borovo,hardfuck in italy neben polizeistation bei peć angezündet, tudjman befieht entwaffnung der miliz in knin. milfs in bizarre paradises.

    die taxifahrer meldeten sich in paramilitärische milizen, organisierten vergewaltigungsbordelle in besetzten pionierhäusern, in den todeslagern von bosnien war die private videokamera zeugin von mord und vergewaltigung. snuff videos zirkulierten in brüssel,london oder amsterdam. glieder münder vulvas ärsche aufgerissen kalt geknipst glotzten uns an,
    als wir im sommer in unseren panzerfahrzeugen durch die stadt richtung šid fuhren, von einer brücke flogen pornomagazine auf die offenen tragflächen der lkwˋs, mitten unter uns. mitten unter die angst.


    IV. ZÜGE (vor dem krieg)


    der nachtzug ans meer hatte zwei startbahnhöfe, einen in zagreb den anderen in belgrad. die beiden teilzüge wurden am frühen morgen in knin zusammengekoppelt und fuhren von dort nach split.in split stieg man direkt auf eine fähre oder bus um,der bahnhof lag direkt am hafen.

    I.
    Klapp.Klapp.Hundert Lichter in einem Tal.
    Klapp.Klapp.Das müsste Sarajevo sein.Zigarette weiterreichen.Wichser,du ziehst zu lange.Die muss für alle reichen.Die Zigarette wanderte einmal von Mund zu Mund,musste für zehn Jungs reichen,ausser für T. der hat sich schon in Belgrad im Klo eingeschlossen,vorher schrieb er noch TOALET NE RADI an die Tür und seitdem sitzt er still auf der Klobrille.Manchmal, wenn ein dicker,meist besoffener Mann in zu engem Hemd nicht lesen kann oder will brummt er mit falschem Bass
    TOALET NE RADI die schwitzigen Männer fragen nicht nach,warum ein WC ihnen sagt,dass es heute nicht arbeitet,sie sind wohl Autoritäten gewohnt.In diesem Fall einem autoritären WC.
    Klapp.Ein Bahnwärterhäuschen.Zwei Geranientöpfe,hängen schief von einem schiefen Dach.
    Klapp.Klapp.Klapp.Unter der gelbleuchtenden Laterne steht ein weißer Fiat 500. Klapp.
    Sieh mal-ohne Vorderreifen,was für Bauernpisser.
    Das war S. - sein Vater fur einen YUGO KORAL, was ihm peinlich war, deswegen lernte er aus deutschen Autozeitschriften alles über Fahrzeuge auswendig und erzählte uns „das sein Vater VW,Audi und BMW fährt“
    Er konnte die Autos immer haargenau beschreiben.
    Wir stutzen nur, wenn er über Tesstrecken und Belastungsproben redete
    und er nahm jede Gelegenheit war, kleinere Autos klein zu reden bis die in seinen Geschichten fast erbsengross irgendwo herumstanden und sich schämten.
    Diesmal schämte sich ein FIAT 500 unter einer gelbleuchtenden Laterne in einem Vorort von Sarajevo.
    Klapp.Bahnhof Podlugovi.Es stinkt nach Pisse.
    Sie läuft direkt aus dem verstopften Klo zu uns, sickert in unsere teuren italienischen Rucksäcke und saugt sich in meine flachen, schwarzen Chucks.
    Auch die roten und gelben Chucks von M und P haben es gerade nicht leicht.
    Klapp.Klapp. Gornji Vakuf.Stinkt wie immer,sagt M.- wie jeden Sommer.
    Klapp.Donji oder Gornji Vakuf so heißt der Ort, den wir nur Nachts sahen, auf unseren Fahrten von Belgrad nach Split,via Knin.
    Sommer für Sommer.Klapp.Klapp.
    Jeden Sommer bis zum großen Brand fuhren wir vom Belgrader Hauptbahnhof nach Split ans Meer.Klapp.Klapp.
    Ans Meer, ans Meer, rief ich durch die offene Tür, in die schwarze Nacht, zu den Berge hinaus. Die Rufe wurden lauter, bald rief der ganze Waggon
    ans Meer, ans Meer,ans Meer.
    Es war nicht schwer die anderen 80 oder 100 Jungs von meiner Sehnsucht zu überzeugen und sie in die bosnischen Berge zu schreien.
    Der Bahnhofswärter winkte uns mit seiner Kelle zu und es schien, als riefe er mit.
    Ans Meer.
    Zugdurchfahrt.
    Klapp,klapp.
    Die Tür klapperte seit Stunden, stand weit offen und ich atmete tief die frische, nach Kiefer und Gebirgsbächen riechende Bergluft ein.
    Die orangene Tür klappte nach jeder Biegung im Tal zu und auf,oder andersum,auf und zu - das lag auch daran, das wir unsere Rücksäcke in die Türöffnung gestopft hatten, wir wollten nichts verpassen-den Schottergeruch von Vinkovci nicht, die kalte Bergluft bei Sarajevo, den süßen Duft der Zypressen kurz vor Split
    das no fumare Schild auf dem Klo.
    Irgendwann um sechs oder sieben, also eher um Acht Uhr sollten wir in Knin ankommen. Dort würden,wie jeden Sommer, die Sonderzüge aus Zagreb und Belgrad zusammengekoppelt werden und nach Split weiterfahren.
    Wir zogen uns frische T Shirts an, die besten die wir hatten, verdient beim Fassaden waschen einer Belgrader Bank oder anderen Putzarbeiten
    Noch nie haben Jungs so viel geputzt in Belgrad wie im Mai und Juni.Wahrscheinlich auch später nicht.
    Wenn wir uns trafen sagten wir uns immer Zahlen
    Fünf Zehn Fünfzehn - Die Zahlen standen für die erarbeitete Anzahl der Übernachtungen am Meer inklusive ein zwei Bier, manchmal ein Eis und Brot und billige Salami.
    Nur einmal sagte D
    Vierzig!
    Er hatte in Zemun gefälschte Interrail Tickets hergestellt und verkauft.
    Später machte D viel Geld in Südafrika mit einem Reiseunternehmen spezialisiert auf Dampflokreisen durch das Burengebiet.
    Zurück zu den Chucks/Converse All Star natürlich low
    Wir rieben uns mit Klopapier unsere pisseversifften Chucksohlen ab und hielten Ausschau nach dem Zagreber Sonderzug. Manchmal stand er schon im brüllendheissen Bahnhof von Knin, manchmal war unser Belgrader Adriasonderzug Stunden vorher da und wir lungerten, Sarajevoer Marlboro rauchend,auf dem dem weißen Bahnsteig herum.
    Knin ist es ein Drecksloch.
    Nur verfickte Hurensöhne,Chetniks und Idioten von Roter Stern leben in diesem Drecksnest nölte P.
    wie immer und schnipste seine Zigarette Richtung Stadtzentrum,
    mit der leisen Hoffnung,dass das Städtchen in einem halben Atemzug auf ihre Grundmauer niederbrennen würde und der Sonderzug aus Zagreb in dieses Leuchtfeuer hineinfahren und sich mit unserem vereint
    Richtung Meer fahren würde.Das besondere dieses Sonderzuges aus Zagreb war, das er genauso mit jungen Mädchen und Jungs vollgestopft war, die mit ihren bunten Rucksäcken, nach urinriechenden Chucks und frisch gebügelten Tshirts in die Nacht sangen, wie der Belgrader, mit einem großen Unterschied:
    Dutzende von schönen, duftenden Mädchen aus Zagreb sassen in den Türen, standen in den Gängen putzen sich und rauchten, tauschten untereinander Mixtapes und Bikinioberteile aus, erzählten von ihren letzten Sommerküssen oder schwiegen voller leiser Hoffnung, schminkten sich vor den blinden Abteilspiegeln "Besuchen Sie Mostar"
    und zählten die Stunden bis zur Ankunft in Knin.
    Zumindest stellten wir uns das so vor...
    wenn wir Pech hatten,war der Zug voll mit Familien,VaterMutterKind...Mist riefen dann hundert Jungs in einem Atemzug
    Mist
    Mist
    Mist
    aber das ist keine Geschichte vom Pech,
    also war der Zug voll mit hübschen Mädchen aus Zagreb
    ...über die Jungs schreib ich nicht,das können die Belgrader Mädchen gerne machen,die sich auf die Zagreber Jungs freuten,oder die Zagreber Jungs die sich auf die Belgrader Mädchen freuten

    V.
    MOBILISIERT
    (geschichten vor den krieg)

    ich saß in drei stunden im korridor des hauptgebäudes kaserne der ersten gardepanzerdivision
    obwohl mitten im juli 1991 war mir kalt barfuss und im pyjama zerrte man mich in den traurigen schwarzen bus von lasta serbisch deutsch DIE MÖWE ALLES TOT UNTER FALSCHEM MOND SPIELEN WIR MENSCHEN LIEBEN
    nachdem mich die militärpolizisten aus dem folienverklebten vogelbus herausprügelten war mir kalt mitten im juli 1991 drei vier rote tropfen auf grauem stein wärmen schwach das angstherz der fleck in der hose vorn und hinten alle halbe stunde erschien ein junger regrut und tröstete mich die einheiten
    wären in voller sollstärke
    du kannst bestimmt wieder nach hause
    wo kommst du her
    fragte ich
    slavonski brod
    sagte er und
    kroate
    leise dazu
    um 9.30 wurde eine tür aufgestossen
    dienstbeginn aktenkoffer fliegen arme schwingend unter der schapka
    die fette sau gle moj švabo
    sieh einer an mein deutscher
    vor mir stand mein major aus der grundwehrdienstzeit 1987
    du warst mein bester soldat damals in banja luka jetzt bin ich doch noch in belgrad gelandet und ich bin keine möwe
    du kommst natürlich in meine einheit
    gemeinsam in den krieg von clausewitz
    für ruhm und vaterland besungen
    clausewitz deutscher wie du
    deutscher sascha mein aufklärer
    scharfschütze damals und messerspezialist
    beides brauchen wir nun deine
    stille schnelle klinge den leise tod
    und den schuss aus der ferne laut
    musst nur dein dragunow einschiessen
    #in einer woche in slawonien singen lassen
    PEVAM NJOJ SAMO NJOJ
    JEDINA MALENA SAKAM TE
    mein deutscher sascha partisanenenkel
    mein bester soldat deutscher serbe
    beste mischung für den krieg fürs töten
    den sturm das feuer in der nacht die
    brennende nacht erinnerst du dich
    wie du das hausangezündet hast
    die lust euer lachen im panzer läuft
    hey ho lets go lodert über der dorfattrappe
    unsere probebühne für den häuserkrieg
    banja luka tito kserne vier uhr morgens
    damals musste ich dem major clausewitz simultan übersetzen während er seinen herzegowiner schnaps soff und sang und heulte wegen seiner frau dem tropf tripper
    den er sich bei einer melonenhändlerin
    holte sie kamen beide aus demselben herzegowinischen kaff wo stalins tabak
    wuchs der rauch immer voll tod war
    ich schoss eine woche mein dragunow ein
    und probte nachmittags in einer
    leeren panzerhalle BAAL
    meine diplominszenierung
    meine freunde haben herausbekommen,dass ich mobilisiert worden bin
    und weil eine der mädchen in einer angesagten soap mitspielte
    BOLJI ZIVOT /DAS BESSERE LEBEN
    durften sie mich täglich besuchen und mit mir proben
    eine leere panzerhalle in belgrad
    ölflecken der ausgerückten T 55
    kettenfurchen diesel unter dem beton
    kalt
    baal der grosse asoziale
    gespielt von mirsad
    94 in višegrad in die andrić drina geworfen
    verführt ein mädchen ich denke an einen kuss#
    und schluck‘ speed speedo soap und boris sei dank
    der grosse asoziale ist mir egal
    strich auf
    ende
    drei wochen später drück ich dem offizier
    SASCHA MEIN BESTER SOLDAT,HALBDEUTSCH HALBSERBISCH
    HALBER HAHN
    KNACKT KÖPFE AUF EINTAUSEND METER
    unter dem meer,stilles blau
    ubiću te/ich bring dich um/svinjo/du sau
    das kalte hineingesteckt
    ins mundloch der fetten sau in einem namenlosen slawonischen dorf
    9mm zastava kragujevac(dienstwaffe „die fahne“)
    ich gehe jetzt
    nach hause
    ein schützenpanzerwagen fährt mich zur theaterhochschule vukovar belgrad express ich sitze horse sei dank im dunklen theatersaal
    meine uniform stinkt nach rauch angst und sperma vor lauter angst haben wir tag für tag in unserem schützenpanzeragen
    masturbiert und menschen spielen liebe unter einem papiermond mein kopf fällt langsam auf die stuhllehne
    drei tage fällt er horse sei dank und boris
    der mein licht machte und verstand und mich fütterte mit tröstendem hell
    mirsad spielt für mich
    mirsad treibt die drina unbesungen von
    andrić flussabwärts hinunter
    hat nie in einer soap gespielt
    mein belgrader panzerhallenbaal
    hat mein diplom erspielt
    und sanja die soapkönigin

    mit auszeichnung bestanden
    flüsterte mir der dekan ins ohr
    und weinte ich schwieg
    horse und boris sei dank
    boris liegt kalt auf dem zentralfriedhof
    er starb in slawonien
    einen monat nach mir
    ich mache theater
    im ausland
    deutschland

    VI.
    MEIN ERSTER FREUND
    (vor dem krieg)

    er starb mit 10 jahren und sah aus
    wie fünf so alt wie ich
    namenlos weil ich seinen namen
    mit den jahren vergessen habe
    aber ihn nicht und mit ihm das erste
    mitgefühl und die trauer
    mit menschen kindern an denen
    unsere herzen seelen wachsen sollen
    er hatte einen verdrehten körper
    speichel floss ohne pause aus seinem
    mund die beiden arme wie gebrochene
    flügel zu kurz sein atmen wie ersticken
    die augen gross dunkel
    freudevoll leuchtend wenn ich sein
    zimmer betrat in der karl marx allee
    ostberlin ddr der speichel fließt aus
    aufgerissenem mund
    die worte gurgelnd
    ein see bricht aus
    aufgerissenem mund
    unter aufgerissenen augen
    er schreit mich an und stösst
    und fällt auf den teppich
    er freut sich immer auf dich
    sagt seine mutter meine mutter
    und sie schliessen uns ein
    die Feinde wie Brüder
    die Mütter in den hohen Häusern
    mit weissen blättern bunten stiften
    seine aufgerissenen augen
    meine aufgerissenen Augen
    mein krieg noch auf papier
    der weg zur charité
    klinik in der altmark weit die welt
    ich laufe zwischen zwei müttern
    trage eine schachtel pralinen
    für die die nicht freundlich sind
    dass sie freundlich sind
    die schwestern die kalten
    genossinnen nun dienstleisterinnen
    zu meinem schreienden freund
    dessen name die zeit der krieg
    der krebs gefressen hat
    namenlos der staub noch lebt
    er diplomatenwohnung karl marx allee
    er liebt dich
    ich verstehe ihn nicht
    nicht den see
    der herausgerissene
    sprudelnde stossende
    wort laut ersticken gurgeln
    er wird sterben
    was ist das
    sterben
    er hört auf
    zu sehen zu schreien
    dich zu lieben
    wenn du jeden donnerstag
    mit seinen westfilzstiften
    den krieg malst
    und er dazu schreit und
    sein speichel
    auf deine blauen
    roten panzer fliesst
    eine landschaft verschwimmt
    der krieg die augen seine
    aufgerissen
    seine filzstifte wollte ich nicht
    seine mutter stopfte sie weinend
    in meine blaue winterjacke
    seine asche stand auf
    dem tisch in der karl marx allee
    sie würde mit der diplomatenpost
    nach belgrad fliegen
    seine aufgerissenen augen
    der mund der see
    ich vergesse ihn nicht
    meinen ersten stummem
    toten freund
    namenlos
    nun

    Irgendwann 1991 besuchte ich seine ältere Schwester, sie wohnte in der Nähe meines Hochhauses in Belgrad Dušanovac, eher einer Jugendstilvillengegend. Das Haus war lichtlos, roch nach altem Laub und süßem Staub, alle grün verwitterten Rolläden waren seit Jahren geschlossen, der Rost verfärbte aderte das große Stadthaus, dass mitten im Park stand,der Kinderspielplatz belagerte die alten Steine
    tief das Unglück im Mai und Juni.
    In dem schwarzen Haus lebte sie allein,
    die Mutter nahm fünfzig Tabletten und der Vater ertrank in Rakija über Jahre die Urne seines Sohnes auf dem Fenstersims des alten HAuses
    starrte die Welt an, das Arbeitszimmer mit Parkblick erblindete und sie trug lang das Haar,
    schwarz und dünn
    grüne Augen wässrig
    mehr der Welt zusehend als in ihr lebend
    die traurige Schwester meines namenlosen Freundes. Als er lebte,sah ich sie nie,vielleicht weil ich immer drei Stunden eingesperrt mit ihm im Zimmer meine Bilder des Krieges mit seinen Schreien, dem unablässigen Speichelfluss zeichnete.Ich glaube sie führte mich in sein Zimmer während meiner Besuche und ihre Mutter schloss dann ab, denn ihre traurigen Augen
    kannte ich seit langem. Ich stand im Vorraum der lichtlosen Stadtvilla,
    sah sie an, ein zwei Minuten oder Stunden ersticken, eingeschlossen,
    die Augen gross,vom Eingang aus konnte man das Arbeitszimmer sehen,die Urne stand auf dem Schreibtisch
    so wie sie in der Karl Marx Alle 70
    auf einem Sprelakattisch stand
    mein unbenannter Freund
    sahst nicht wie das Haus
    niederbrannte mitten im Park
    deine Schwester fand man nie
    im Sommer
    91 vor dem Krieg

    Nach ihrer Rückkehr aus Ostberlin schickten ihre Eltern sie in das dritte Gymnasium.Dort las sie Geschichten über Elefanten die durch Travnik marschierten, durch Träume flogen, verliebte französische Husaren im schneebedeckten Travnik die einschneiten während Tausende in Moskau erfroren, einen fliegenden Imam in Višegrad der zweimal Gott sah und sehr viel über Flüsse, Flüsse,Flüsse. Der Zimmer mit der Urne betrat sie nie und als Mutter alle Rolläden von innen vernagelte und mit Packpapier verklebte,sie die rote Sonne über dem Park im späten August nur noch erahnen konnte,sich zum Schulbesuch immer falsch anzog
    J. draußen liegt ein Meter Schnee und du kommst im Sommerpaletot zum Unterricht.
    J.deine Lederjoppe ist zu dick,dreißig Grad im Schatten und die Donau blüht seit vier Wochen.
    J. das Kleid ist zu dünn zu blumig,die Košava weht dich nach Montenegro,
    und begann ihr Tagebuch zu schreiben,da sie aufhörte mit der Welt zu reden
    und begann nachts, wenn alle schliefen die Einlegeböden des Schranks
    auf dem die Urne stand zu beschreiben,mit einem selten zwei Wörtern die er nie lernen konnte.Im Laufe der Jahre stand die Urne, wuchs auf Vokalen und Konsonaten, wuchs auf den schönsten,ungewöhnlichsten Worten die J. im Laufe der Jahre und Monate am meisten gefielen, er lernte mit der Welt zu sprechen, der sprachlose, der Mund offen, zu den kurzen krummen Beinen der Speichel,sein Kindermeer damals nun Ascheturm.
    Zwei Männer Anfang 30 entführten ein stummes Mädchens,sie schlugen sie die ganze Nacht,erfuhren jedoch nicht,wo das Geld in der Jugendstilvilla mitten im Park unter der roten Sonne,eingeschlossen von einem Kinderspielplatz versteckt war. Das Mädchen begraben unter Erde und Kalk wurde gefunden. Dreißig Jahre nach ihrem Verschwinden.
    Die beiden Männer zogen noch in derselben Nacht, nachdem sie J,
    in ein kleines Loch auf dem Topčider Berg gestopft hatten, den Kalk auf ihr dünnes Haar und die großen traurigen Augen geschüttet hatten im Sommer 91 an die Front, zündeten nach einer Woche ein Dorf an,
    zündeten vier Frauen,sechs Kinder, zwei Grossmüttter
    und einen Großvater an und erschlugen zwei Hunde.
    Sie wurden dafür verurteilt.
    J. liegt in einem Loch.
    Niemand schrieb ihr schöne Worte unter den kalten Bauch,die
    aufgerissenen Augen, stumm die Erde.
    Nass.
    Kalt.


    VII.
    MIGRÄNE
    (nach dem krieg)

    am neunten juli/ morgens / mittags / abends

    I.
    in meinem schrank hängt eine uniform / ich nahm sie mit nach budapest /auf halbem in das neue deutschland / 1991 / wegen der miltärpolizei an der grenze / wenn sie mich gefragt hätten hätte ich sagen können / ich bin auf dem weg zurück zur einheit / ins urmeer in slawonien / doch es kamen keine militärpolizisten / die uniform hängt dennoch in meinem schrank / in berlin seit jahrzehnten / wir reden miteinander / moja uniforma / i ja / meine uniform und ich

    II.
    einmal im jahr bekomme ich migräne
    seit dem sommer 91 juli
    drei tage nur angst
    im sommer

    III.
    montag und donnerstag
    kaltes fenster müde augen
    rückkehr ohne mutter
    zrak m 76

    IV
    familiengeografie :
    mutter protest vor dem generalstab / in belgrad
    ich lieg im erdloch unter muscheln / im urmeer
    vater stirbt vor angst / in ostberlin

    V.
    ich liege da starr wie der
    bleiche mond dank arte
    weiß ich nun wie rom unter
    schwarzer asche erstickte
    das messer unterm mond
    gotisch reiche senatoren
    ins gleiche maß zu recht
    schnitt und wie ich liege
    riecht das kalte zimmer nach
    zypressen und kiefernadeln
    der bauch ist warm und
    schiffe fahren wohin sie
    müssen weit hinaus
    aufs meer der mond
    ihr navigator

    VI.
    wassili grossmann lesen und
    den atem verlieren treblinka
    die in die erde getrampelten
    blonden zöpfe und kupferfarbenen
    haare auf hellem sand der 120m langen allee zwischen tannen und stiefmütterbeeten schickten die selbstverliebten die sich immer
    für die größten halten und hielten
    frauen kinder alte in das gas
    eine kapelle spielte laut ufa schlager
    stumm der gang der menschen auf hellem
    sand und schubert goethe bach in
    den köpfen und herzen derer mit den schwarzen schirmmützen und
    totenköpfen darunter
    das nkwd nimmt 1960 alle entwürfe mit
    grossmann bleibt verboten bis
    1990 asche seine sätze
    erde er unter kalten mond
    nun vergessen
    oder gebraucht
    für fünf euro
    zu haben
    oswald spengler
    ist teurer

    VII.
    vor vielen jahrzehnten erschoss
    die miliz branko vor meinen augen
    am 9 märz 1990 in belgrad standen wir
    ein jahr später lagen wir in schützenlöchern
    am 9 märz standen wir noch
    in hauseingängen unsere väter die miliz ohne volk schossen auf uns
    automatisch die söhne die keinen krieg
    keinen führer kein grossland
    wollten und nun sonstwo
    irgendwo leben und
    sterben die kugel
    flog lang

    VIII.
    ich sah das programm
    und wusste ich würde
    nicht hingehen es hatte
    mir nichts zu sagen
    einhellig
    eintönig
    einfältig
    einsam
    das ist auch
    ein krieg

    VIX.
    mein gewehr
    war schwer

    X
    einzelfeuer
    ta
    ta
    ta

    ta

    ta

    ta

    ta
    ta
    ta

    ta

    magazin wechseln.

    XI.

    LAUFEN (MACCHIA ROTE ERDE)

    Berge die sich aufrichten fingerbreiter Küste.
    Brüder. Die Haut duftet nach wildem Lavendel und
    Opas Sonnencreme Coppertone,die englisch klingt aber jugoslawisch war.Die scharfen Felsen unter den nackten Füssen, von denen man sich von Spitze zur Spitze Gipfel und Gipfel behende hangelte um im gewagten Kopfsprung scharf oberhalb der Seeigelspitzen in die Adria zu gleiten.Der schwere Duft des Zypressenwaldes,der die Tageshitze schwer trägt,die sonnenspröde Haut der Bäume die knackt während man sich küsst und das Salz von den Lippen leckt. Unter der höchsten Sonne laufen,laufen an Brombeebüschen vorbei, an grobgliedrigen hüfthohen Mauern vorbei, dahinter die Olivenhaine, an den Macciabüschen vorbei, an dem Fußballfeld mit nur einem Tor,ohne Netz auf ungerader roter Erde vorbei, an dem alten Esel vorbei der an einen rostigen Toppolino 500 gebunden ist, an Antes Knochen vorbei, am aufgetürmten leeren gelben Pepsi Cola Turm vorbei,daneben der leere dampfende Grill der nach gegrillten Sardellen riecht, an der Bäckerei vorbei,in ihrem unverputzten Betonbauch duftet es nach warmen Weissbrot, an der alten Trafostation vorbei, auf der unsere Namen Jahr für Jahr verblassen bis sie Nichts mehr sind, an dem gesunken Fischerboot links von der Brücke vorbei,seit Jahrzehnten liegt es auf glasklarem Grund und wir sehen, wie es zuwächst mit Muscheln, einen Bart bekommt nen schiefen haarigen MuschelMund,an dem Cafè mit dem italienischen Namen vorbei,vor dem man den Bauch einzieht und mit strengem Gesicht und großem Desinteresse an seiner Zigarette zieht, wegen ihr,an dem Campingplatz vorbei auf dem drei Campingwagen Platz haben und eine dalmatinische Kiefer und die Liebe,drei Nächte drei Tage mit dem Mädchen aus Brno,das Meer lag zwei Meter vor der Tür,aus ihr heraus in das Meer springen und die salzigen Küsse und dann wieder die Liebe, an der Palme vorbeilaufen unter der meine Herzkammer zersprang, am Fischerboot vorbei,dass einmal in der Woche ganz schwarz war von Tintenfischwärze vermischt mit Blut,von dem aus die ebenfalls schwarzgefärbten Fischer in flachen Kösten diese Tintenfische verkauften und lauter Kleckse vor grünen Türen endeten,ein kleines Städtchen schwarzgefleckt seine Menschenwege zeichnete,an den Marmorplatten vorbei die Geburtsdaten könnten meine sein,unter den Platten liegt mein gegnerischer Torwart,Flügelspieler,Center vom Wasserball,die sich den Krieg wünschten, kämpfen und töten. Sie liegen auf der Inselspitze unter kalten Platten,schwarz unter dem Grün der Kirchplatzzypressen, von dort oben sieht man die Bucht, kleine weiße Boote, durchsichtigblau das Meer.Ich laufe an ihnen vorbei, an den acht Bäumen,an den acht Name unter schwarzem Stein fürs Vaterland,steht dort geschrieben und weiße Boote fahren auf die offene See,an der Insel vorbei die
    Apfel heisst



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    9. Juni 2024

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