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sascha (saša ) hawemann/regisseur&autor: textwerkstatt/tekstovi

  • Texte

  • sommer (vor dem krieg)

    in europa wütet wieder ein krieg. vor ein paar jahrzehnten wütete in europa ein anderer krieg.
    dies sind texte vom davor, jenes vor den kriegen,
    vor den emmigrationen,vor den rissen und wunden.
    vor der trauer,vom jungsein
    vor dem krieg.

    I.
    SOMMERSTADT
    (geschichten vor dem krieg)

    zu jesus and the merry chaine tanzen / um vier uhr nachts schweissnass vom tanzen sich vom tankwagen die chucks nassspritzen lassen / der verrückte djole steppte wieder vor dem devotionalienladen der orthodoxen kirche ist auf lsd hängengeblieben / hinter ihm der heilige nikola in öl unbewegt die starren augen/ auf der heissen betontreppe sitzen auf ein mädchen warten und der fernseher der halblinden uhrmachers ist zu laut mit den lauten reden der neuen führer / um mitternacht mit freunden eine eistruhe aufbrechen und alle malaga kornetts essen, es waren dreissig / wir waren zu viert

    JEN‘

    im park kiffen und vor einem hunderttausend brüllen wir wollen waffen / am nächsten tag wollten noch mehr waffen da nahmen wir speed/ der himmel /nach dem verschossenen elfmeter im viertelfinale gegen argentinien heulen und aus trotz hej slaveni singen / ganz viele tequila sunrise trinken und mit ganz vielen knutschen / auch mit dragan der darum bat weil ich doch aus berlin komme du weisst bowie iggy cabaret/ nackt drei runden im zebra gehege rennen und den wetteinsatz zu den violent femmes versaufen / vor dem gleichaltrigen schwarzuniformierten mit seinen hassflugblättern an der strassenecke stehen und laut lachen / auf der heissen betontreppe sitzen auf ein mädchen warten und das mädchen kommt wir küssen uns drei stunden auf der treppe bis der wolfsmond über uns hängt/ um vier uhr am kios drei pitas mit cevapcici essen und fünf vespas knattern / bellen den sommermond an und mädchen lachen laut reden / wir lieben leise still

    DVA‘

    für einen progressiven deutschen regisseur auf einem festival übersetzen ignorieren dass er die bühnentechnik balkanaffen nennt / sein vater flog ne stuka zwischen split und dubrovnik lallt er / beim schnaps nach dem dutchlauf / sich drei stunden mit oma anschreien die den neuen führer liebt und ihre nation mit / du bist keine kommunistin oma/ mit opa einen ganzen tag schweigen den jungen wein beschneiden und die donau zu den füssen fließt träge zum schwarzen meer / speed vom dealer kaufen der für die staatssicherheit arbeitet / schon im mai den rucksack für das meer packen / vis hvar pelješac mljet / den vater in osteberlin anrufen und schweigen müssen/ der rote morgenhimmel am zweiten juli um sechs Uhr morgens / in den zug einsteigen und zehn stunden in der offenen tür neben dem klo sitzen bis der duft von zypressen und kiefern durch den zug weht / vor einem das meer / wir nennen es more / mit einem mädchen auf einer heissen betontreppe küssen/ sie ist salzig / kao more

    TRI‘

    JEN‘ DVA TRI

    LINKS ZWO DREI VIER

    II.
    VIDEOTHEK
    (geschichten vor dem krieg)

    ich kann mich nicht genau erinnern wann genau,ich glaube aber im frühjahr 1989 begannen überall in jugoslawien videotheken zu eröffnen. einerseits hatte das mit der liberalen wirtschaftspolitik von ante markovic zu tun (vollkommene öffnung zur privatwirtschaft) andererseits wurden die videorekorder bezahlbar und bestandteil aller haushalte zwischen jesenice osijek brčko šibenik …belgrad.

    meine lieblingsvideotheken in belgrad :
    in einem fahrstuhlschacht einer wohnplatte in neubelgrad,indira ghandi strasse.

    ein fenster eines einstöckigen hauses in zemun,baujahr 1904, man klopfte an das fenster und aus dem fenster heraus bekam man top gun,colour of money oder nen schwedenporno durchgereicht.

    der blätterteigladen gegenüber von meinem hochhaus,dort konnte man zwischen den diversen handgemachten blätterteigen für burek,pita, štrudla und mehlig weissen vhs-kassetten wählen,vor allem eine erlesene bruce lee sammlung machte die videothek sehr beliebt im viertel. der besitzer nahm auch bestellungen entgegen,meine bergmann kenntnisse und die besten spinatbureks verdanke ich diesem laden.

    die videothek im gründerzeithaus / pariser stil im strengsten zentrum von belgrad fuhr man in einen nach holz und leder (es gab eine lederbezogene sitzbank) riechenden fahrstuhl in den vierten stock,wo eine sehr gepflegte ältere dame in chanelkostüm eine erlesene pornofilm videothek betrieb. man konnte (falls man nicht schreiend die treppen hinunterstürzte oder stotternd vor ihr stehend ) kurz seine interessen schildern und sofort unterbreitete die dame einen vorschlag oder drückte einem drei kassetten in die hand.

    für mich gehören videotheken und der krieg zusammen. wir ( jugoslawen jahrgang 67-70) sind nach langen videoabenden mitten im krieg aufgewacht,die videorekorder waren noch heiß von der langen coppola nacht und wir saßen schon hinter abgeklepten autobusscheiben und wurden in kasernen gefahren.angezogen und nach slawonien geschickt.

    drei wochen nach dem ich desertiert bin,meine uniform weggeworfen habe,in dem überfüllten zug nach budapest, mit pornoheftchenschmugglern vor angst um die wette schwitzte, die grenze überquerte und meine heimat verloren habe,rief ich meine grossmutter in belgrad an,bat sie zwei kurosawa filme und einen französischen pornoklassiker in der blätterteigvideothek abzugeben,sie legte nur auf und sprach sechs jahre nicht mehr mit mir. ich war ein deserteur und verräter. die vhs kassetten gab sie ab, parteidisziplin seit 1940.

    III.
    PORNO
    (geschichten vor dem krieg)

    die beiden pornokinos von belgrad hiessen partizan und odeon.
    in das partizan ging man nicht,in das odeon, wenn man was zu foucault oder mindestens barthes zu sagen hatte oder das album zen arcade von hüsker dü für epochal hielt oder so ähnlich…französische bücher und die amerikanische indipendent szene waren dort das pornomass.

    das kino partizan lag vis a vis vom bahnhof, entsprechend das publikum: taxifahrer mit tätowierten kreuzen auf handrücken, die oft zuhälter waren und im kino ihre huren an den mann brachten. es gab drei reihen im kino in denen die mädchen saßen,die freier konnten sie sich sitzend (um den film nicht zu stören) ansehen und auswählen, die partisanenenkelinnen nun in der zwanzigsten reihe.

    bauern aus südserbien wärmten sich im kino partizan zusammen mit ihren käseeimern auf, weshalb der saal vor allem am freitag und samstag nach feta roch. hin und wieder verließ ein freier das kino partizan mit einem eimerchen käse an der einen und einer hure an der anderen hand das kino.

    mazedonische melonenverkäufer schliefen dort neben ihren melonen, den sie fuhren nie nach hause, bevor sie nicht alle ihre süßen melonen aus kumanovo oder djevdjelia verkauft hatten. nicht selten sah man eine der bahnhofshuren mit melonen an der strasse stehen,oder am frühen morgen auf ihnen sitzen.

    das kino odeon wiederum war das bürgerliche pornofilmkunsthaus von belgrad,man zog zum kinobesuch seine besten klamotten an, sprach nach der vorführung von kameraeinstellung, dynamischer schnittechnik, ausgefeiltem licht. während die filme liefen,schwiegen vierhundert menschen,die stuhlreihen waren eng besetzt,keine regung in den körpern. die blicke des aufgeklärten gemischten publikums 2/3 männer 1/3 frauen waren gleichgültig oder distanziert analytisch. das odeon war der pornotempel der jugoslawischen hauptstadt. das änderte sich ab 91,dann traf man nur flüchtlinge oder vielfarbige soldaten in dem kino an und kleine mädchen wurden in den kinosaal geführt, mit filmbeginn.

    ich weiß gar nicht mehr, ob es zuerst die pornokinos oder die pornohefte gab. die pornohefte lagen in der ersten reihe der vielen kioske,in denen man alles bekam: von reiseschachspielen,meist abgelaufenen italienischen kondomen bis hin zu kalaschnikows (made in hong kong) und welligen milka schokoladen und natürlich diversen druckerzeugnissen: zwischen den nachrichtenmagazine in der ersten reihe lagen die einheimischen pornomagazine, anale freuden neben schusswechsel in borovo,hardfuck in italy neben polizeistation bei peć angezündet, tudjman befieht entwaffnung der miliz in knin. milfs in bizarre paradises.

    die taxifahrer meldeten sich in paramilitärische milizen, organisierten vergewaltigungsbordelle in besetzten pionierhäusern, in den todeslagern von bosnien war die private videokamera zeugin von mord und vergewaltigung. snuff videos zirkulierten in brüssel,london oder amsterdam. glieder münder vulvas ärsche aufgerissen kalt geknipst glotzten uns an,
    als wir im sommer in unseren panzerfahrzeugen durch die stadt richtung šid fuhren, von einer brücke flogen pornomagazine auf die offenen tragflächen der lkwˋs, mitten unter uns. mitten unter die angst.


    IV. ZÜGE (vor dem krieg)


    der nachtzug ans meer hatte zwei startbahnhöfe, einen in zagreb den anderen in belgrad. die beiden teilzüge wurden am frühen morgen in knin zusammengekoppelt und fuhren von dort nach split.in split stieg man direkt auf eine fähre oder bus um,der bahnhof lag direkt am hafen.

    I.
    Klapp.Klapp.Hundert Lichter in einem Tal.
    Klapp.Klapp.Das müsste Sarajevo sein.Zigarette weiterreichen.Wichser,du ziehst zu lange.Die muss für alle reichen.Die Zigarette wanderte einmal von Mund zu Mund,musste für zehn Jungs reichen,ausser für T. der hat sich schon in Belgrad im Klo eingeschlossen,vorher schrieb er noch TOALET NE RADI an die Tür und seitdem sitzt er still auf der Klobrille.Manchmal, wenn ein dicker,meist besoffener Mann in zu engem Hemd nicht lesen kann oder will brummt er mit falschem Bass
    TOALET NE RADI die schwitzigen Männer fragen nicht nach,warum ein WC ihnen sagt,dass es heute nicht arbeitet,sie sind wohl Autoritäten gewohnt.In diesem Fall einem autoritären WC.
    Klapp.Ein Bahnwärterhäuschen.Zwei Geranientöpfe,hängen schief von einem schiefen Dach.
    Klapp.Klapp.Klapp.Unter der gelbleuchtenden Laterne steht ein weißer Fiat 500. Klapp.
    Sieh mal-ohne Vorderreifen,was für Bauernpisser.
    Das war S. - sein Vater fur einen YUGO KORAL, was ihm peinlich war, deswegen lernte er aus deutschen Autozeitschriften alles über Fahrzeuge auswendig und erzählte uns „das sein Vater VW,Audi und BMW fährt“
    Er konnte die Autos immer haargenau beschreiben.
    Wir stutzen nur, wenn er über Tesstrecken und Belastungsproben redete
    und er nahm jede Gelegenheit war, kleinere Autos klein zu reden bis die in seinen Geschichten fast erbsengross irgendwo herumstanden und sich schämten.
    Diesmal schämte sich ein FIAT 500 unter einer gelbleuchtenden Laterne in einem Vorort von Sarajevo.
    Klapp.Bahnhof Podlugovi.Es stinkt nach Pisse.
    Sie läuft direkt aus dem verstopften Klo zu uns, sickert in unsere teuren italienischen Rucksäcke und saugt sich in meine flachen, schwarzen Chucks.
    Auch die roten und gelben Chucks von M und P haben es gerade nicht leicht.
    Klapp.Klapp. Gornji Vakuf.Stinkt wie immer,sagt M.- wie jeden Sommer.
    Klapp.Donji oder Gornji Vakuf so heißt der Ort, den wir nur Nachts sahen, auf unseren Fahrten von Belgrad nach Split,via Knin.
    Sommer für Sommer.Klapp.Klapp.
    Jeden Sommer bis zum großen Brand fuhren wir vom Belgrader Hauptbahnhof nach Split ans Meer.Klapp.Klapp.
    Ans Meer, ans Meer, rief ich durch die offene Tür, in die schwarze Nacht, zu den Berge hinaus. Die Rufe wurden lauter, bald rief der ganze Waggon
    ans Meer, ans Meer,ans Meer.
    Es war nicht schwer die anderen 80 oder 100 Jungs von meiner Sehnsucht zu überzeugen und sie in die bosnischen Berge zu schreien.
    Der Bahnhofswärter winkte uns mit seiner Kelle zu und es schien, als riefe er mit.
    Ans Meer.
    Zugdurchfahrt.
    Klapp,klapp.
    Die Tür klapperte seit Stunden, stand weit offen und ich atmete tief die frische, nach Kiefer und Gebirgsbächen riechende Bergluft ein.
    Die orangene Tür klappte nach jeder Biegung im Tal zu und auf,oder andersum,auf und zu - das lag auch daran, das wir unsere Rücksäcke in die Türöffnung gestopft hatten, wir wollten nichts verpassen-den Schottergeruch von Vinkovci nicht, die kalte Bergluft bei Sarajevo, den süßen Duft der Zypressen kurz vor Split
    das no fumare Schild auf dem Klo.
    Irgendwann um sechs oder sieben, also eher um Acht Uhr sollten wir in Knin ankommen. Dort würden,wie jeden Sommer, die Sonderzüge aus Zagreb und Belgrad zusammengekoppelt werden und nach Split weiterfahren.
    Wir zogen uns frische T Shirts an, die besten die wir hatten, verdient beim Fassaden waschen einer Belgrader Bank oder anderen Putzarbeiten
    Noch nie haben Jungs so viel geputzt in Belgrad wie im Mai und Juni.Wahrscheinlich auch später nicht.
    Wenn wir uns trafen sagten wir uns immer Zahlen
    Fünf Zehn Fünfzehn - Die Zahlen standen für die erarbeitete Anzahl der Übernachtungen am Meer inklusive ein zwei Bier, manchmal ein Eis und Brot und billige Salami.
    Nur einmal sagte D
    Vierzig!
    Er hatte in Zemun gefälschte Interrail Tickets hergestellt und verkauft.
    Später machte D viel Geld in Südafrika mit einem Reiseunternehmen spezialisiert auf Dampflokreisen durch das Burengebiet.
    Zurück zu den Chucks/Converse All Star natürlich low
    Wir rieben uns mit Klopapier unsere pisseversifften Chucksohlen ab und hielten Ausschau nach dem Zagreber Sonderzug. Manchmal stand er schon im brüllendheissen Bahnhof von Knin, manchmal war unser Belgrader Adriasonderzug Stunden vorher da und wir lungerten, Sarajevoer Marlboro rauchend,auf dem dem weißen Bahnsteig herum.
    Knin ist es ein Drecksloch.
    Nur verfickte Hurensöhne,Chetniks und Idioten von Roter Stern leben in diesem Drecksnest nölte P.
    wie immer und schnipste seine Zigarette Richtung Stadtzentrum,
    mit der leisen Hoffnung,dass das Städtchen in einem halben Atemzug auf ihre Grundmauer niederbrennen würde und der Sonderzug aus Zagreb in dieses Leuchtfeuer hineinfahren und sich mit unserem vereint
    Richtung Meer fahren würde.Das besondere dieses Sonderzuges aus Zagreb war, das er genauso mit jungen Mädchen und Jungs vollgestopft war, die mit ihren bunten Rucksäcken, nach urinriechenden Chucks und frisch gebügelten Tshirts in die Nacht sangen, wie der Belgrader, mit einem großen Unterschied:
    Dutzende von schönen, duftenden Mädchen aus Zagreb sassen in den Türen, standen in den Gängen putzen sich und rauchten, tauschten untereinander Mixtapes und Bikinioberteile aus, erzählten von ihren letzten Sommerküssen oder schwiegen voller leiser Hoffnung, schminkten sich vor den blinden Abteilspiegeln "Besuchen Sie Mostar"
    und zählten die Stunden bis zur Ankunft in Knin.
    Zumindest stellten wir uns das so vor...
    wenn wir Pech hatten,war der Zug voll mit Familien,VaterMutterKind...Mist riefen dann hundert Jungs in einem Atemzug
    Mist
    Mist
    Mist
    aber das ist keine Geschichte vom Pech,
    also war der Zug voll mit hübschen Mädchen aus Zagreb
    ...über die Jungs schreib ich nicht,das können die Belgrader Mädchen gerne machen,die sich auf die Zagreber Jungs freuten,oder die Zagreber Jungs die sich auf die Belgrader Mädchen freuten

    V.
    MOBILISIERT
    (geschichten vor den krieg)

    ich saß in drei stunden im korridor des hauptgebäudes kaserne der ersten gardepanzerdivision
    obwohl mitten im juli 1991 war mir kalt barfuss und im pyjama zerrte man mich in den traurigen schwarzen bus von lasta serbisch deutsch DIE MÖWE ALLES TOT UNTER FALSCHEM MOND SPIELEN WIR MENSCHEN LIEBEN
    nachdem mich die militärpolizisten aus dem folienverklebten vogelbus herausprügelten war mir kalt mitten im juli 1991 drei vier rote tropfen auf grauem stein wärmen schwach das angstherz der fleck in der hose vorn und hinten alle halbe stunde erschien ein junger regrut und tröstete mich die einheiten
    wären in voller sollstärke
    du kannst bestimmt wieder nach hause
    wo kommst du her
    fragte ich
    slavonski brod
    sagte er und
    kroate
    leise dazu
    um 9.30 wurde eine tür aufgestossen
    dienstbeginn aktenkoffer fliegen arme schwingend unter der schapka
    die fette sau gle moj švabo
    sieh einer an mein deutscher
    vor mir stand mein major aus der grundwehrdienstzeit 1987
    du warst mein bester soldat damals in banja luka jetzt bin ich doch noch in belgrad gelandet und ich bin keine möwe
    du kommst natürlich in meine einheit
    gemeinsam in den krieg von clausewitz
    für ruhm und vaterland besungen
    clausewitz deutscher wie du
    deutscher sascha mein aufklärer
    scharfschütze damals und messerspezialist
    beides brauchen wir nun deine
    stille schnelle klinge den leise tod
    und den schuss aus der ferne laut
    musst nur dein dragunow einschiessen
    #in einer woche in slawonien singen lassen
    PEVAM NJOJ SAMO NJOJ
    JEDINA MALENA SAKAM TE
    mein deutscher sascha partisanenenkel
    mein bester soldat deutscher serbe
    beste mischung für den krieg fürs töten
    den sturm das feuer in der nacht die
    brennende nacht erinnerst du dich
    wie du das hausangezündet hast
    die lust euer lachen im panzer läuft
    hey ho lets go lodert über der dorfattrappe
    unsere probebühne für den häuserkrieg
    banja luka tito kserne vier uhr morgens
    damals musste ich dem major clausewitz simultan übersetzen während er seinen herzegowiner schnaps soff und sang und heulte wegen seiner frau dem tropf tripper
    den er sich bei einer melonenhändlerin
    holte sie kamen beide aus demselben herzegowinischen kaff wo stalins tabak
    wuchs der rauch immer voll tod war
    ich schoss eine woche mein dragunow ein
    und probte nachmittags in einer
    leeren panzerhalle BAAL
    meine diplominszenierung
    meine freunde haben herausbekommen,dass ich mobilisiert worden bin
    und weil eine der mädchen in einer angesagten soap mitspielte
    BOLJI ZIVOT /DAS BESSERE LEBEN
    durften sie mich täglich besuchen und mit mir proben
    eine leere panzerhalle in belgrad
    ölflecken der ausgerückten T 55
    kettenfurchen diesel unter dem beton
    kalt
    baal der grosse asoziale
    gespielt von mirsad
    94 in višegrad in die andrić drina geworfen
    verführt ein mädchen ich denke an einen kuss#
    und schluck‘ speed speedo soap und boris sei dank
    der grosse asoziale ist mir egal
    strich auf
    ende
    drei wochen später drück ich dem offizier
    SASCHA MEIN BESTER SOLDAT,HALBDEUTSCH HALBSERBISCH
    HALBER HAHN
    KNACKT KÖPFE AUF EINTAUSEND METER
    unter dem meer,stilles blau
    ubiću te/ich bring dich um/svinjo/du sau
    das kalte hineingesteckt
    ins mundloch der fetten sau in einem namenlosen slawonischen dorf
    9mm zastava kragujevac(dienstwaffe „die fahne“)
    ich gehe jetzt
    nach hause
    ein schützenpanzerwagen fährt mich zur theaterhochschule vukovar belgrad express ich sitze horse sei dank im dunklen theatersaal
    meine uniform stinkt nach rauch angst und sperma vor lauter angst haben wir tag für tag in unserem schützenpanzeragen
    masturbiert und menschen spielen liebe unter einem papiermond mein kopf fällt langsam auf die stuhllehne
    drei tage fällt er horse sei dank und boris
    der mein licht machte und verstand und mich fütterte mit tröstendem hell
    mirsad spielt für mich
    mirsad treibt die drina unbesungen von
    andrić flussabwärts hinunter
    hat nie in einer soap gespielt
    mein belgrader panzerhallenbaal
    hat mein diplom erspielt
    und sanja die soapkönigin

    mit auszeichnung bestanden
    flüsterte mir der dekan ins ohr
    und weinte ich schwieg
    horse und boris sei dank
    boris liegt kalt auf dem zentralfriedhof
    er starb in slawonien
    einen monat nach mir
    ich mache theater
    im ausland
    deutschland

    VI.
    MEIN ERSTER FREUND
    (vor dem krieg)

    er starb mit 10 jahren und sah aus
    wie fünf so alt wie ich
    namenlos weil ich seinen namen
    mit den jahren vergessen habe
    aber ihn nicht und mit ihm das erste
    mitgefühl und die trauer
    mit menschen kindern an denen
    unsere herzen seelen wachsen sollen
    er hatte einen verdrehten körper
    speichel floss ohne pause aus seinem
    mund die beiden arme wie gebrochene
    flügel zu kurz sein atmen wie ersticken
    die augen gross dunkel
    freudevoll leuchtend wenn ich sein
    zimmer betrat in der karl marx allee
    ostberlin ddr der speichel fließt aus
    aufgerissenem mund
    die worte gurgelnd
    ein see bricht aus
    aufgerissenem mund
    unter aufgerissenen augen
    er schreit mich an und stösst
    und fällt auf den teppich
    er freut sich immer auf dich
    sagt seine mutter meine mutter
    und sie schliessen uns ein
    die Feinde wie Brüder
    die Mütter in den hohen Häusern
    mit weissen blättern bunten stiften
    seine aufgerissenen augen
    meine aufgerissenen Augen
    mein krieg noch auf papier
    der weg zur charité
    klinik in der altmark weit die welt
    ich laufe zwischen zwei müttern
    trage eine schachtel pralinen
    für die die nicht freundlich sind
    dass sie freundlich sind
    die schwestern die kalten
    genossinnen nun dienstleisterinnen
    zu meinem schreienden freund
    dessen name die zeit der krieg
    der krebs gefressen hat
    namenlos der staub noch lebt
    er diplomatenwohnung karl marx allee
    er liebt dich
    ich verstehe ihn nicht
    nicht den see
    der herausgerissene
    sprudelnde stossende
    wort laut ersticken gurgeln
    er wird sterben
    was ist das
    sterben
    er hört auf
    zu sehen zu schreien
    dich zu lieben
    wenn du jeden donnerstag
    mit seinen westfilzstiften
    den krieg malst
    und er dazu schreit und
    sein speichel
    auf deine blauen
    roten panzer fliesst
    eine landschaft verschwimmt
    der krieg die augen seine
    aufgerissen
    seine filzstifte wollte ich nicht
    seine mutter stopfte sie weinend
    in meine blaue winterjacke
    seine asche stand auf
    dem tisch in der karl marx allee
    sie würde mit der diplomatenpost
    nach belgrad fliegen
    seine aufgerissenen augen
    der mund der see
    ich vergesse ihn nicht
    meinen ersten stummem
    toten freund
    namenlos
    nun

    Irgendwann 1991 besuchte ich seine ältere Schwester, sie wohnte in der Nähe meines Hochhauses in Belgrad Dušanovac, eher einer Jugendstilvillengegend. Das Haus war lichtlos, roch nach altem Laub und süßem Staub, alle grün verwitterten Rolläden waren seit Jahren geschlossen, der Rost verfärbte aderte das große Stadthaus, dass mitten im Park stand,der Kinderspielplatz belagerte die alten Steine
    tief das Unglück im Mai und Juni.
    In dem schwarzen Haus lebte sie allein,
    die Mutter nahm fünfzig Tabletten und der Vater ertrank in Rakija über Jahre die Urne seines Sohnes auf dem Fenstersims des alten HAuses
    starrte die Welt an, das Arbeitszimmer mit Parkblick erblindete und sie trug lang das Haar,
    schwarz und dünn
    grüne Augen wässrig
    mehr der Welt zusehend als in ihr lebend
    die traurige Schwester meines namenlosen Freundes. Als er lebte,sah ich sie nie,vielleicht weil ich immer drei Stunden eingesperrt mit ihm im Zimmer meine Bilder des Krieges mit seinen Schreien, dem unablässigen Speichelfluss zeichnete.Ich glaube sie führte mich in sein Zimmer während meiner Besuche und ihre Mutter schloss dann ab, denn ihre traurigen Augen
    kannte ich seit langem. Ich stand im Vorraum der lichtlosen Stadtvilla,
    sah sie an, ein zwei Minuten oder Stunden ersticken, eingeschlossen,
    die Augen gross,vom Eingang aus konnte man das Arbeitszimmer sehen,die Urne stand auf dem Schreibtisch
    so wie sie in der Karl Marx Alle 70
    auf einem Sprelakattisch stand
    mein unbenannter Freund
    sahst nicht wie das Haus
    niederbrannte mitten im Park
    deine Schwester fand man nie
    im Sommer
    91 vor dem Krieg

    Nach ihrer Rückkehr aus Ostberlin schickten ihre Eltern sie in das dritte Gymnasium.Dort las sie Geschichten über Elefanten die durch Travnik marschierten, durch Träume flogen, verliebte französische Husaren im schneebedeckten Travnik die einschneiten während Tausende in Moskau erfroren, einen fliegenden Imam in Višegrad der zweimal Gott sah und sehr viel über Flüsse, Flüsse,Flüsse. Der Zimmer mit der Urne betrat sie nie und als Mutter alle Rolläden von innen vernagelte und mit Packpapier verklebte,sie die rote Sonne über dem Park im späten August nur noch erahnen konnte,sich zum Schulbesuch immer falsch anzog
    J. draußen liegt ein Meter Schnee und du kommst im Sommerpaletot zum Unterricht.
    J.deine Lederjoppe ist zu dick,dreißig Grad im Schatten und die Donau blüht seit vier Wochen.
    J. das Kleid ist zu dünn zu blumig,die Košava weht dich nach Montenegro,
    und begann ihr Tagebuch zu schreiben,da sie aufhörte mit der Welt zu reden
    und begann nachts, wenn alle schliefen die Einlegeböden des Schranks
    auf dem die Urne stand zu beschreiben,mit einem selten zwei Wörtern die er nie lernen konnte.Im Laufe der Jahre stand die Urne, wuchs auf Vokalen und Konsonaten, wuchs auf den schönsten,ungewöhnlichsten Worten die J. im Laufe der Jahre und Monate am meisten gefielen, er lernte mit der Welt zu sprechen, der sprachlose, der Mund offen, zu den kurzen krummen Beinen der Speichel,sein Kindermeer damals nun Ascheturm.
    Zwei Männer Anfang 30 entführten ein stummes Mädchens,sie schlugen sie die ganze Nacht,erfuhren jedoch nicht,wo das Geld in der Jugendstilvilla mitten im Park unter der roten Sonne,eingeschlossen von einem Kinderspielplatz versteckt war. Das Mädchen begraben unter Erde und Kalk wurde gefunden. Dreißig Jahre nach ihrem Verschwinden.
    Die beiden Männer zogen noch in derselben Nacht, nachdem sie J,
    in ein kleines Loch auf dem Topčider Berg gestopft hatten, den Kalk auf ihr dünnes Haar und die großen traurigen Augen geschüttet hatten im Sommer 91 an die Front, zündeten nach einer Woche ein Dorf an,
    zündeten vier Frauen,sechs Kinder, zwei Grossmüttter
    und einen Großvater an und erschlugen zwei Hunde.
    Sie wurden dafür verurteilt.
    J. liegt in einem Loch.
    Niemand schrieb ihr schöne Worte unter den kalten Bauch,die
    aufgerissenen Augen, stumm die Erde.
    Nass.
    Kalt.


    VII.
    MIGRÄNE
    (nach dem krieg)

    am neunten juli/ morgens / mittags / abends

    I.
    in meinem schrank hängt eine uniform / ich nahm sie mit nach budapest /auf halbem in das neue deutschland / 1991 / wegen der miltärpolizei an der grenze / wenn sie mich gefragt hätten hätte ich sagen können / ich bin auf dem weg zurück zur einheit / ins urmeer in slawonien / doch es kamen keine militärpolizisten / die uniform hängt dennoch in meinem schrank / in berlin seit jahrzehnten / wir reden miteinander / moja uniforma / i ja / meine uniform und ich

    II.
    einmal im jahr bekomme ich migräne
    seit dem sommer 91 juli
    drei tage nur angst
    im sommer

    III.
    montag und donnerstag
    kaltes fenster müde augen
    rückkehr ohne mutter
    zrak m 76

    IV
    familiengeografie :
    mutter protest vor dem generalstab / in belgrad
    ich lieg im erdloch unter muscheln / im urmeer
    vater stirbt vor angst / in ostberlin

    V.
    ich liege da starr wie der
    bleiche mond dank arte
    weiß ich nun wie rom unter
    schwarzer asche erstickte
    das messer unterm mond
    gotisch reiche senatoren
    ins gleiche maß zu recht
    schnitt und wie ich liege
    riecht das kalte zimmer nach
    zypressen und kiefernadeln
    der bauch ist warm und
    schiffe fahren wohin sie
    müssen weit hinaus
    aufs meer der mond
    ihr navigator

    VI.
    wassili grossmann lesen und
    den atem verlieren treblinka
    die in die erde getrampelten
    blonden zöpfe und kupferfarbenen
    haare auf hellem sand der 120m langen allee zwischen tannen und stiefmütterbeeten schickten die selbstverliebten die sich immer
    für die größten halten und hielten
    frauen kinder alte in das gas
    eine kapelle spielte laut ufa schlager
    stumm der gang der menschen auf hellem
    sand und schubert goethe bach in
    den köpfen und herzen derer mit den schwarzen schirmmützen und
    totenköpfen darunter
    das nkwd nimmt 1960 alle entwürfe mit
    grossmann bleibt verboten bis
    1990 asche seine sätze
    erde er unter kalten mond
    nun vergessen
    oder gebraucht
    für fünf euro
    zu haben
    oswald spengler
    ist teurer

    VII.
    vor vielen jahrzehnten erschoss
    die miliz branko vor meinen augen
    am 9 märz 1990 in belgrad standen wir
    ein jahr später lagen wir in schützenlöchern
    am 9 märz standen wir noch
    in hauseingängen unsere väter die miliz ohne volk schossen auf uns
    automatisch die söhne die keinen krieg
    keinen führer kein grossland
    wollten und nun sonstwo
    irgendwo leben und
    sterben die kugel
    flog lang

    VIII.
    ich sah das programm
    und wusste ich würde
    nicht hingehen es hatte
    mir nichts zu sagen
    einhellig
    eintönig
    einfältig
    einsam
    das ist auch
    ein krieg

    VIX.
    mein gewehr
    war schwer

    X
    einzelfeuer
    ta
    ta
    ta

    ta

    ta

    ta

    ta
    ta
    ta

    ta

    magazin wechseln.

    XI.

    LAUFEN (MACCHIA ROTE ERDE)

    Berge die sich aufrichten fingerbreiter Küste.
    Brüder. Die Haut duftet nach wildem Lavendel und
    Opas Sonnencreme Coppertone,die englisch klingt aber jugoslawisch war.Die scharfen Felsen unter den nackten Füssen, von denen man sich von Spitze zur Spitze Gipfel und Gipfel behende hangelte um im gewagten Kopfsprung scharf oberhalb der Seeigelspitzen in die Adria zu gleiten.Der schwere Duft des Zypressenwaldes,der die Tageshitze schwer trägt,die sonnenspröde Haut der Bäume die knackt während man sich küsst und das Salz von den Lippen leckt. Unter der höchsten Sonne laufen,laufen an Brombeebüschen vorbei, an grobgliedrigen hüfthohen Mauern vorbei, dahinter die Olivenhaine, an den Macciabüschen vorbei, an dem Fußballfeld mit nur einem Tor,ohne Netz auf ungerader roter Erde vorbei, an dem alten Esel vorbei der an einen rostigen Toppolino 500 gebunden ist, an Antes Knochen vorbei, am aufgetürmten leeren gelben Pepsi Cola Turm vorbei,daneben der leere dampfende Grill der nach gegrillten Sardellen riecht, an der Bäckerei vorbei,in ihrem unverputzten Betonbauch duftet es nach warmen Weissbrot, an der alten Trafostation vorbei, auf der unsere Namen Jahr für Jahr verblassen bis sie Nichts mehr sind, an dem gesunken Fischerboot links von der Brücke vorbei,seit Jahrzehnten liegt es auf glasklarem Grund und wir sehen, wie es zuwächst mit Muscheln, einen Bart bekommt nen schiefen haarigen MuschelMund,an dem Cafè mit dem italienischen Namen vorbei,vor dem man den Bauch einzieht und mit strengem Gesicht und großem Desinteresse an seiner Zigarette zieht, wegen ihr,an dem Campingplatz vorbei auf dem drei Campingwagen Platz haben und eine dalmatinische Kiefer und die Liebe,drei Nächte drei Tage mit dem Mädchen aus Brno,das Meer lag zwei Meter vor der Tür,aus ihr heraus in das Meer springen und die salzigen Küsse und dann wieder die Liebe, an der Palme vorbeilaufen unter der meine Herzkammer zersprang, am Fischerboot vorbei,dass einmal in der Woche ganz schwarz war von Tintenfischwärze vermischt mit Blut,von dem aus die ebenfalls schwarzgefärbten Fischer in flachen Kösten diese Tintenfische verkauften und lauter Kleckse vor grünen Türen endeten,ein kleines Städtchen schwarzgefleckt seine Menschenwege zeichnete,an den Marmorplatten vorbei die Geburtsdaten könnten meine sein,unter den Platten liegt mein gegnerischer Torwart,Flügelspieler,Center vom Wasserball,die sich den Krieg wünschten, kämpfen und töten. Sie liegen auf der Inselspitze unter kalten Platten,schwarz unter dem Grün der Kirchplatzzypressen, von dort oben sieht man die Bucht, kleine weiße Boote, durchsichtigblau das Meer.Ich laufe an ihnen vorbei, an den acht Bäumen,an den acht Name unter schwarzem Stein fürs Vaterland,steht dort geschrieben und weiße Boote fahren auf die offene See,an der Insel vorbei die
    Apfel heisst



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    9. Juni 2024

  • moj prijatelj

    I.
    per neki dan iskopao sam druga starog
    zivi pod mojom kozom tamo gde je
    najtanja gde je rana stara kad sam
    pao sa bicikla u vrelu prašinu
    kome sam dao poslednji dinar za horse
    za pod zemlju za nebo prah zvonio je na
    moja vrata stara nova u berlinu izranjanom
    kao 45 kao ja letom 91 bezimen nem
    molio za neke neke pare za kiriju
    gledam tvoje nemirne oci pune straha
    ja znam istinu- oću da se pucam da se uradim
    da posecem sebe probodem debelu kozu
    da se hrani snovima lepim toplim
    nije mogao ziveti iscupan horse moj
    ljubi me pojedi mi strah tugu
    isprzio sam otok na kozu lakat
    kašikom usijanom koze kao more okolo
    kao ja tog leta 94te kao mnogi drugi
    dao sam mu sto maraka on je iza ugla
    moje kuće / gledam staru fotografiju
    ogradu crno belu / na njoj sedi ona
    sedim ja / on je iza ugla moje kuće
    kupio je horse i zaspao u mom haustoru
    prešao sam preko njega da odem do
    istog ugla da kupim horse da spavam
    u haustoru pored njega da sanjamo
    nezne tople usne miris borovine
    moja mama je prešla preko nas usnulih
    sinova dalekih od obala i dodira hladnih
    tog leta 94 kada smo lezali u haustoru
    i sanjali vreli kamen so na kozi našoj
    kasnije se moj prijatelj probudio pre mene
    ukrao deset maraka i nikad se više nije javio
    našli su ga u jednom stanu berlinskom tudjem
    otvorenih očiju u njima odsjaj jednog neba dalekog
    pod tim nebom dva tijela spojena udvojena
    u košćatoj ruci razglednica pozdrav iz
    i jedna kašika

    II.
    zvonio je telefon neka zena pita za sina
    dugo se nije javio
    kazem samo ne znam
    u ruci racun za njegovu kremaciju
    posudio mu prijatelju
    viri kašika iz ustiju
    ubod ispod oka
    kaze smrtovnica
    prijatelju
    sam dao poslednji dinar za horse
    danas za oganj vatru prah
    stace na jednu kašiku moj prijatelj
    i bura će ga nositi u mesto
    pozdrav iz / gde su ograde crno bele
    na njoj sede ljudi / iza ugla
    moje kući lezi moj prijatelj
    iskopao sam ga iz moje koze
    tamo gde je najtanja
    gde pocinju snovi:

    III.
    znate kazem njegovoj mami
    sanjam cesto sanjam od ranog detinjstva
    dok sam ziveo u istocnoj nemackoj
    sanjao sam beograd trogir borove šume
    more kioske slobodne dalmacije jednu devojku
    velebit ali uglavnom more
    moje more je uvijek jadran
    sanjam i nisam hteo da se probudim
    čim sa se probudio počeo sam da placem
    od 1980-1986 svakog jutra
    ne preterujem probudio sam
    suze su krenule tuga gušila
    tokom mog školskog puta kraj od metaka izbušenih
    zidova sivih i braun boje,moj školski put je
    zapravo izgledao kao 2 maja 1945 rat u glavi
    rat u ustima rat u snovima rat
    sanjao sam u ratu more borove jednu devojku
    sanjao sam tenkove u vodi mamu obešenu tatu
    streljanog znate marko je sanjao berlin
    ja vam šaljem njega u prahu
    marko u prahu
    pepeo siv ono belo u sivom su kosti
    samo puhnite i marko ce vas
    zagrliti skroz obuzeti gospodja mater
    a pošto ne volite i ne znate da se ljubite
    i brzo se ljutite jer ne volite
    sa ponosom koji nikad niste imali prema njemu
    ce te mozda sad nositi njegovo srce u prahu
    na vašoj skupoj odeći s ljubavlju probranoj
    kašiku koju je sebi zabio u oko
    kako kaze smrtovnica nosiću ja
    na mom reversu sa druge strane
    srca.
    IV. 
    nebo dodir voda
    kamen šljunak oko
    belo trbuh sivo
    zeleno i sunce
    i nebo i srce
    san prestaje
    upišana pidzama
    tako je to

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    1. Juni 2024

  • über berge / preko planina

    I.
    kamen na kamen kamenovanje
    kamen u glavu jednu u dravu
    drinu bez filtera gasi na kamenu
    ili na nekom ramenu u podrumu
    mater ti jebem oca ti jebem vice jedan
    i kamenom udara u glavu i sija
    iznad tebe ono vrelo
    ono zuto crveni se staza u makiji
    i kamenom u glavi udari onog tovara
    vristi kovrdzavi naš poštar benzin na kuću
    sipaj vristi kovrdzavi nekad postar onda
    šlem na glavu i na kamenu belo se suši
    kamenom udari sipu da od zivota napraviš
    smrt melji je kamenom da se sipa przi u tignju
    njeno srce krvava kaša neće ploviti
    kraj nekih obala punih dece
    moraš je kamenom ubiti
    sporo da umre lepse se przi
    na kamenu belo šmrce onaj
    kreten koji vozi čamce za nemce
    kamenom mi je glavu razbio
    kad je onaj bor pored table
    bio dete i kad su naši očevi
    naše majke bile zive
    danas se glasno smeje na terasi
    stavio kamen na moju kamenu
    i svakog jutra gleda što
    su gledali drugi
    a more smrdi
    na govno

    II.
    der wind ist warm
    die berge grauweiss stein neben stein /das grün liegt ruhig unter hellblauen himmelmund / namenlos das bahnhofsschild weiss wortlos /
    die buchstaben hat der scharfe winterwind vom holz
    gekratzt und in die berge getragen / und neu zusammengesetzt
    /die worte liest der hirte / eher ein verirrter soldat / sehe mich an der donau der rote stern weiss vor angst / die stadt aus dem tal
    legt sich auf die grauweißen steine und gibt ihnen
    einen namen / den namen der stadt durch die
    die züge richtung meer fahren / die jungen und die mädchen /
    träumen hinter den fettigen fenstervorhängen / ihre lippen küssen dreckige fenster als wir das meer hinter den bergen sehen/ die alten waggons sie stöhnen klappern quietschen / auf den östereichiskh ungarischen gleisen seit über hundert jahren / der tschechische ingenieur
    gründet eine familie in der stadt / sie liegt in
    eine tiefen grube in der nähe der stadt
    auf den schienen fahren keine züge
    das bahnhofsschild weissgekratzt
    und die schönen berge schweigen
    grauweiß stein neben stein

    III.
    stanica
    tunel
    most
    reka
    grad
    samo
    pet
    reči
    za
    dolazak

    IV.
    wald.
    schwerer regen.mg garben.leuchtspur. schlammverschmiert,die augen weiss wie die angst.

    V.
    kad budem prah
    more da se posoli
    mnome da ne lezim
    pod visokim lipama
    čije lišće zaklanja
    sunce i nebo visoko
    da ne budem tuzan
    kada sam beo i tih
    hladan spavač pored
    korenja dubokim
    u zemlji
    o tome razmišljam dok praznim maminu sobu,dok se pitam kud sa njenim školjkama koje je skupljala zadnjih trideset godina, njene slane kapi za izgorelom zemljom kako je to rekla,na svoj nezni način.moj
    otac je skupljao kamenje,koje sam tajno ukopao
    pod zemlju na dohvat njegove hladne ruke pod crnom zemljom.ponekad sam maštao kako bi izgledala kuća
    njihova zajednicka,izgradjena od školjki i kamenja
    pored mora,onakvog kakvo zna da bude izmedju pet i šest
    izjutra u jednom sparnom danu.kao prapočetak, kao potpuna tišina, skladnost svih bića,
    kad se sunce nemo gleda u plavom,
    kad pod vodom školjke idu
    lagano tamo ovamo
    nošeni strujom
    ka dubini.

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    17. Mai 2024

  • SLIKE (JEDAN DVA TRI CETIRI)

    
    
    
    
    
    SLIKA PRVA
    drzim ikonu u ruci i stojim pet sati
    gledam pticiju glavu
    MOJE MAME SITNU KAO GLADNI VRABAC
    UMRECE ZA PAR SATI I GLEDACE
    DOK SE BORI I IZGUBI JER SE NJOJ
    NE IDE U MRAK MEDJU ZVIJEZDE
    CRNU MAJKU BOZIJU IZ KAZANJA KOJU
    DRZIM JER SU JE KUPILI ZAJEDNO
    U NEKOJ ANTIKVARNICI U MOSKVI
    MOJ TATA I MAMA MLADI KOMUNISTI
    NE ZBOG BOGA VEC ZBOG LJUBAVI
    I JA JE DRZIM ZBOG NJE
    LJUBAVI
    I
    STRAHA

    ispod vode prozirne i slatke
    na dohvat vrha prstiju disem
    nem sebi i dnu onim
    ispod mojih nogu
    zemlja ispod vode
    voda ispod sunca
    ljubim nezne usne
    iznad vode iznad dna
    blizu sunca podalje od zemlje
    majcinog praha i ocevih kostiju

    SLIKA DRUGA
    NA KOLENIMA U KAMENJARU KRVAV OD UDARACA MOTIKAMA
    TROJICE IZ MALOG MESTA
    osecam miris teške crvene zemlje
    šakom stavljam crvenu zemlju na
    rupu na mojoj glavi u daljini se čuje
    zvuk crkvenog znona
    zemlja
    u usta
    na grudi
    zemlja
    na oči
    na ud
    zemlja

    stojim na stanici polupraznoj
    sijalice iz neke nestale zemlje
    daju svetlu ovim novim dobom
    slova a ne svetli više izostanak
    neprimećen brojim ostala slova
    kiša mlaka podseca na majsko
    more izmedju belosivih stijena
    zivot koji sam zadnji put video
    dok nisam oslepeo negde
    2003 ili 2004 te ne pamtim
    poceo sam verovati bajkama

    SLIKA TRECA
    MUSKARAC OKO 40 TRIPUT ME PEPELJAROM UDARA
    U GLAVU PSUJE MATER JEZIK
    pepeljarom ustvari onim spicastim
    pramcem nalik na jedrenjake
    koje kroje put magelanski
    kopa rupu u mojoj glavu
    dodtakni mi dno
    u tišini ranog jutra
    umirem kraj vode

    mitten zwischen linden
    und wilden birken die auf alten gleisen
    ihr leben zwischen paris und moskau
    leben auf braunen steinen schotter
    mitten im leben zwischen gleisen
    roch es nach uns vor dreißig jahren
    nach nach meiner mutter und mir
    ich kann den duft nicht beschreiben
    doch als ich ihn roch in meinem zug
    irgendwo ein waggon bei fürstenwalde
    wusste ich es es duftet
    nach nach blättern uns
    und blauen herbsthimmel
    und nach den kriegen
    auch dem meinen
    die unser zweisein
    begleiten wie ein
    grosser dunkler
    baum zwischen gleisen
    unter dem wir
    leben
    starben

    usne
    vrat
    oči

    SLIKA CETVRTA
    VOZ SE SPUŠTA POLAKO IZ PLANINE
    MIRIS MORA
    u vestackoj mogli magli lezim nepokretan
    sanjam ostrvo i nju i vodu kako izlazi
    stalno izlazi a more meko nezno
    ja lezim na mesarskim plocicama
    kasapnica moj plesni dom vratio sam se
    volim ples i da se ljubim
    povratio se iz zivota u zivot iz rata u rat
    ratata tata ratata u vestackoj magli bez mirisa
    kuce mirisu dok gore slatke neke na kupus
    jedna na izgorele ploče one od vinila
    ja lezim tu ulicni jahac horsa u berlinu
    beograd mirise na krv kad bi samo
    goreo horse brat moj sledecih neseci
    u gradu starog rata lezim u magli
    dva mladica me dizu iz nemih pejsaza
    puna bojnih svetla tijela plešu
    ja volim da plešem i padam
    zbog zvijezda i miluju me
    dva mladica kratke kose
    volim kratku kosu i
    na kozi njihovoj zivi
    crno sunce i rudolf hes sapucu mi
    nezno DEUTSCHE FALLEN NICHT
    i odvedu me napolje na
    svijez zrak nemo nebo
    nad berlinom
    ja samo ponavljam
    svijez zrak
    govorim lijepim
    zvijezdama

    SLIKA PETA
    SEDIM NA KLUPI I BELIM SE BELIM
    SATIMA NEPOMICAN I LAKE BELE PAHULJICE
    PADAJU NA MOJE MRTVO TIJELO

    leto za letom
    pod kamen gledam
    pod vodu
    pod svodom
    pod stol
    pod bor
    pod most
    pod autobus
    pod šine
    pod podvoznjak
    soba miriše na šumu
    pod krov
    pod snegom sedim i jedan pijanac mi
    trlja svoj alkohol pod kozu pod
    herc mašinu podmazanu mrazom
    da stane da zaspim i sanjam
    ponekad više volim da sanjam
    nego da zivim mislim onako beo
    kao ogrtac moj hladni beli
    pada sneg
    padaju zvijezde
    kao u pesmi
    hladno mi je
    pod nebom
    pod svodom
    pod zvijezdama
    pod mesecom
    pod suncem
    pod pahuljicama
    belim se belim

    SLIKA ŠESTA

    …

    …

    …

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    10. Mai 2024

  • E4 ili Alapinovo otvaranje

    jedna šahovska tabla visi u trnovitom
    kupinjaku iza vrelih belosivih oštrih kamena, naslaganih od kolena do kolena. mukom. naslagani da razdvoje,zapravo da imenuju imetak.
    gledam šahovsku tablu koja visi u trnju, ona ista izgrebana izbledela od sunca, na kojoj su vlasnik kafane i lokalni pekar pored krivudavog puta godinama igrali alapinovo otvaranje ili fischerovu odbranu.
    njihovi sinovi kafanski i pekarski su svakog jutra nosili tablu sa već naslaganim figurama od sunca izbledelim onome koji je bio na potezu, prešli bi bosonogi vreli lepljivi asfalt, kasnije u poderanim belim patikama sa mirisom smole. kada su sinovi kafanski i pekarski malo odrasli,iz bosonogstva u patikarstvo dogovorili su se,da će šahovsku tablu nositi do kupina, do pola puta izmedju pekare i kafane.
    seli bi na vreli kamen,popušili po pola cigarete,
    tablu bi oprezno stavili izmedju sebe,na vreli oštri kamen.
    nisu nikad gledali polozaj figura,ili komentarisali poteze svojih očeva.sedeli su i pušili svoje polovine do vrelih prstiju onda bi odneli tablu svojim očevima u kafanu ili pekaru,tablu koja je mirisala na svezi topli hleb ili pečene kobasice,na hladni dim. šahovska tabla visi u trnju,iza trnovlastih kupina,ne znam kojim se putem našla tamo.znam samo, da je zarasla u zeleno, crveno crno na vrhovima suha krv,u trnovitoj kruni obešena i izbledela izmedju neba i lepljivog asfalta, gledala je tuzne ljude kako prolaze pored oštrih kamena, naslaganih da razdvoje od kolena na koleno,ljudi prolaze
    kraj kupina i nestaju iz svojih zivota
    senke su u daljini pod velikim elektricnim svodom

    strašilo pored polja
    stoji nemo širi svoje
    ruke ka nekom
    poznatom nebu

    volim biciklom da predjem most
    sa obe strane more plavo mirno
    da budem svoj sa svojim recima slikama
    u prolazu osetim miris soli na kozi
    i netko vuce top na šahovskoj
    tabli bledoj od sunca i juga i soli
    jer partije ovde traju godinama
    bitke se biju na malim terasama
    od jutra do mraka neka sutjeska
    u gambitu miruje pod zvizdanom
    da bi u predvecerje krenuo novi boj
    i bevanda se prosipa po crno belim
    poljima i neko se uspinje i izdize i hvata
    se za granje i zarije zube u kozu
    i pada lagano u narucje kao naša tela
    pod borovima pod tihim zvezdama
    njihov odsjaj u moru i godine prolaze
    u la la la

    jadranska magistrala
    izmedju trogira i primoštena
    dugi vrat duboke oči jugopetrolova cisterna,rdja ispod zuto crvenog jedan maslinjak u oktobru.vojna torba pod krevetom, jadranska trava u celofanu, tiho jedno uz drugo voz pun straha. popodnevno sunce. plinske boce,naslagana narandzasta piramida i miris blizog mora. odvaljeni prozori,kuce bez očiju.tovar ide sporo ukrug,ogroman malj se pokreće, melje…gledaj nebo sine, plavo iznad svetlosivog. čaure padaju na stari krivi kamen. tišina u tri i četiri, sunce na golim ledjima. most pod kišom moj pogled pun straha. golovi u moru potonuli kraj trafo stanice. mermer hladan pored crkve, čempresi. čempres u rakovici,krivudava baraka tuzni stanari strašnog grada, neki grbavi velemajstor pun tuge voli da priča. pištolj medju peškirima,hodaj hodaj
    stara pesma u nepoznatoj ulici. sediš u autobusu nekud odnekud. jesen u grudima. rupa ko longplejka
    mozda i dupli album.
    mama.
    ja ti pričam svoje
    da ne izbledi kao tvoje
    mi smo deca rata
    bar nešto
    srodno

    sve to pričam njoj mojoj mami
    sintnoj sanjanki pored mosta drvenog
    kraj reke plave kao jadran
    na drvo je legla ona kao nebo crno
    voljeno nebo iznad tate
    od praha

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    3. Mai 2024

  • SZENE aus Schwestern (nicht korrigiert)

    DIE MUTTER / MAJKA

    (Krebsklinik Charité. Der Professor fährt einen Junost Fernseher auf die Bühne.)

    PROFESSOR
    Ich freue mich dass uns zu unserem heutigen Filmabend mit anschließender Diskussion der Genosse Wunder, der Gatte unserer geschätzten Schriststellerin Frau Wunder besucht, der nicht nur Künstler sonder auch Verfolgter des Naziregimes ist. Susanne

    SUSANNE
    Liebe Genossinnen

    SABINE
    Ick bin keene Genossin
    Rot ist nur mein Fleck von der Strahlenkanone

    SUSANNE
    Also liebe Genossinen …Ich freue mich, dass wir am Tag des Sieges den wunderbaren Film
    „Ich war Neunzehn“ unseres Vorsitzenden der Akademie der Wissenschaften Konrad Wolf

    MÄDCHEN
    Is ditn Liebesfim

    FRAU WUNDER
    Ja…

    SUSANNE
    als Fernsehpremiere sehen können.
    In der Hauptrolle der na …den kennt ihr ja aus, wo er mit der Jutta Hoffman nen Roadtrip nach Krakau macht

    PROFESSOR
    Wir sollten vielleicht danach über die Opfer der Menschen aus der Sowjetunion diskutieren
    unter dem Aspekt eines schwesterlichen Internationalismus
    drohenden Atomtodes / Atomkrieges in Europa.

    MÄDCHEN
    Wat soll denn ditte, wir verstehen nüscht wenn ihr die janze Zeit
    mitspricht /

    SABINE
    Russenknechte beide / Scheissrussen haben uns besiegt beklaut und tuns immer noch / wat isn mit der Rumänin los. Was macht die Rumänin denn da
    die ist gerade sehr krank, im Kopf
    nicht nur dort, aber dort vor allem
    ihr Zuhause eingemauert von Müller Inge und Andrić Ivo
    erzählt die Schwester / man fand die Zigeunersau nackt auf 500 Büchern
    dit sind schon Schweine die Pollacken Russen Zigeuner

    SVETLANA
    umgeben von ungeöffneten Rechnungen, die Asche ihres Mannes reicht gerade
    für Katzenfutter und Hühnerklein
    Svetlana heiss ich
    wat Autorin / Regisseurin
    hat sich aufgerieben im Kulturbetrieb und Zigarettenkonsum,
    der Kopf gesenkt, ihre Depression hab ich mit Alete gelöffelt ausm KDW
    Partisanenkind vom Balkan, das war sie, mir weniger als Hacks und Co.
    I AM KULTURBETRIEB GEWESEN
    VOR ZWANZIG JAHREN
    singt ich oder der Whisky aus Westberlin
    mein Schaflied.
    Meine Geschichte.
    An der Wand der Scheune in der man mich machte wurden zwanzig von ihnen erschossen kroatische Faschisten
    in ihren speckigen schwarzen Uniformen, mit den halblangen Haaren, die in ihre kalten starren
    jungen Gesichter schweißnass hingen; als sie den Männern mit Hämmern die Gesichter JUDENSAU SERBENSCHWEIN
    wie Sandstein zersplitterten und die kleinen Körper an weiße Lehmhütten klatschten,ringe ringeraja kolje cika Papa und das frische Gras fing fingergroße Knochen weich auf, die Mütter schauten augenlos aus schwarzen Löchern, abgeschnitten und herausgerissen alles Weiche.
    Mein Vater, Saschas Großvater erschoss die zwanzig, kalten starren Ustaschas einen nach dem Anderen und das Kalk würde aus ihnen einen schwarzgrauen Brei gären und brauen, mein Vater würde meine Mutter küssen hinter der Scheunenwand, Erde und getrocknetes Blut unter den schwarzen Fingernägeln, in sie hineinfassen hinter der Scheunenwand, davor lagen zwanzig junge Ustaschas
    Kinder; Frauen und Männermörder,
    Scheunenwand, ein Maimond im Jahr 44
    hinter ihr wurde ich gezeugt erst Tochter dann Mutter
    eine Scheunenwand bei Sanski Most im Mai 44
    die Wände und Mauern davor durchsiebt von Papas P08 Beutewaffe „zerschossen” die Leiber... dass sollte ich auf einer Probe erwähnen, historisches und Biologie zusammenknebeln, eine Sprosse der Angst gegenüber den spielenden Schauspielenden mit historischen Mitleid ersticken ICH erste Frau Regisseurin vom Balkan

    JUGOSLAWIEN NICHT RUMÄNIEN IHR SCHNEPFEN

    I am Kulturbetrieb oder war es bis zur Demmenz
    ich führe meine eigenen Kriege Klagen ACH UND WEH am liebsten hätt ich mir die Kollateralgebärmutter in die Bücherwand gestellt, wie einen der Ustaschas 1945
    an die echte steinerene, hab nen Sohnemann der ist Schau Spieler am BE Mein Vater schoss in die Köpfe der zwanzig jungen Männer die Hand in Hand Messer um Messerzusammen mit den Deutschen gegen uns Partisanen kämpften
    Mein Vater schoss der Politkommissar der 6ten Brigade und manchmal wünsche ich mir solche Lektoren, wie meinen Vater, da hätt ich weniger Angst vor mir selber und den leeren Seiten oder ich wünsche mir:
    besser keinen Sohn, besser ohne Sohn die Wege laufen
    Vater Opa könntest du ihn auch vergessenen machen oder ganz weg
    Ich bin mir selber zuviel
    Ich zeige ihnen allen meine AutorenRequisiten

    MIRCEA ZEIGT REQUISITEN UND FOTOGRAFIENAUS EINEM LANGEN KÜNSTLERLEBEN, AUCH DIE PANZER VON PRAG UND POZNAN, DUBČEK OHNE WOLF DEN WELTRAUM UND BERTOLT BRECHT.

    Am 22ten Mai 1945 wurde ich von der Partisanenkurierin und späten Kommissarin des Frauenbataillons in Sanski Most geboren, ein Jahr später löste sich ein Stück vom Berg und sechstausend flossen in alte Stadt, ihre Knochen ihr Blut
    Sechstausend erschlagen von zwanzig jungen Männern konserviert in der Lehmerde eines Berges vor Sanski Most flossen durch die Strassen
    das waren meine Geburtswehen in der Mahala der kleinen Stadt
    Jetzt verirrt verwirrt sitze ich
    im Hotelrestaurant
    die Unschuld der Reichen der gelassene Blick auf meinen Hunger
    in der Lederjacke stammel ich nun
    LUSTMORD STATT REVOLTE
    LANDHESSISCH DAS SUSHIMESSER
    VON QVC
    hätte Lust die Mutter Künstlerin
    Aufzuschneiden mit dem Messer des Kellners
    Der ihr den Lammrücken vorschneidet
    Ich werde auch diese dünne Kehle nicht aufschneiden mein Leben lang werde ich nichts dergleichen tun bin nicht Jesus der das Schwert bringt
    Ich träume von Schwertern mache daraus Film
    In der Nacht im Krankenzimmer V ist meine Bühne
    Ungereimt mein Muttermund
    Kommen die Texte die Sprache verweigert den Blankvers
    Ich bin das Drama, der Schau Spielersohn ist mein Orest in Lederjacke
    WE ARE DEAD draufgeschmiert
    Kein Mensch, keine Fußspur, kein Staub, nur ein unsichtbares Auge, geführt von keiner MutterHand.
    dann stammel ich wohl weiter
    MIRCEA KANNST NICHTS MEHR
    ICH KLATSCH MICH AN DIE WAND
    schreib mit dir meine Verse an die Mauer
    aus Rigips mein Arbeitszimmer
    In diesem neuen Land kann ich nur noch zittrig löffeln und schneiden
    Man sollte Komödien schreiben in diesem trüben Menschenbrei
    mit glücklichen Idioten vor dem Bildschirm
    In der Hotelbar langweilt ein betrunkener Gast
    Eine Serviererin sie hat dienstfrei und darf stehend schlafen
    ICH MAG CHOWCHOWS sagt die Serviererin
    WEIL SIE SO KLEIN SIND BIITE SEHR WO BLEIBT
    MEIN DRINK schreit der Betrunkene
    ICH BIN GESTORBEN FÜR DIESE GESELLSCHAFT
    Sagt der müde Kapitalist auf dem Bahnhofsstrich
    Wie soll die Welt enden, wenn das Geld müde wird
    Der Strichjunge zieht sich schon auf dem Bahnsteig aus unter den Reisenden ins Nichts
    Die Welt ist beschrieben kein Platz mehr für meine Literatur
    mein zugenähter Muttermund stammelt
    I‘M KULTURBETRIEB MIT MINDESTRENTE NOW
    Das letzte Abenteuer ist der Tod
    Kauf mir bitte zweimal Katzenstreu
    MUTTER
    Mit erdigen Händen hocke ich auf den Marmorleisten des Grabes, wie immer am Einheitstag
    habe ich Zeit für den Friedhof, meinen Mann den kalten und ich gieße, denke. An meine umsonst geschriebenen Sätze, die Treffen mit Heiner und der Ruth, mit Christa und Stephan...vergessen und vergessen und vergessen.
    Die Mauer muss weg, schrie ich mit, ich wollte den Himmel sehen und am Zoo Bücher kaufen,
    ich wusste nicht, das mit dem Beton auch meine Sätze fielen, das Papier blieb leer seit 1994. Seitdem lebe ich in Bildern, schwarzen und weißen, selten bunten:
    Auf dem ersten Foto stehen mein Mann und ich, hinter uns die Fahne mit dem Stern an einer weißen Küste, der Traum vom Sozialismus weht mein indisches Kleid zur Sonne, zur Gleichheit, zur Freiheit an jugoslawischer Küste Blablabla
    Auf dem zweiten Foto mein Sohn, kahlrasiert, die Nase krumm, mein Sohn
    Der mir nie einer war, die Kämpfe um die Welt die gerechte, meine geschriebenen Sätze und Filme UNBESEHEN frassen Mutterbrust, die kleine wie die DDR.
    Ich war eine Frau unter tausend Männern, Meroe im Theaterverband ,Schwer wiegen die Sätze, die Blicke auf meine Brüste, das Geschlecht
    1977 oder 1978 im Aufbauverlag denk ich an Biermann und meine den Nationalpreis, den bekamen und bekommen die lauten Stierer und Glotzer. Jetzt hocke ich auf meinem Bücherregal, ich passe hinein, esse nichts mehr, will mich schrumpfen, als Lyrikband verbrennen, wie meine zwei geschriebenen
    ich weiß schon wo und wieviel
    zuviel darf es nicht sein, wenigstens in der letzten Stunde eine gute Muh-Mutter sein, schuldenfrei ins Loch fallen.
    An meinen Novembernachmittagen sehe ich riesige Scheiterhaufen vor den Toren der Heldenstadt Leipzig
    auf denen zehntausende Bücher brannten
    meine zwei Kleinen auch darunter, sie überlebten die Übernahme in die Verlags GmbH nicht, ich löffle ihre Asche zum Müsli, den bringt mir mein Sohn jeden Mittwoch. Unsterblichkeit jetzt bist du ganz mein, hier am Stein zähl ich meine Stunden, die mir bleiben ohne Sohne, ohne Gleichheit.
    Ich fahre zum kalten Mann,immer am Einheitstag und singe PUEBLO UNIDO
    der Mann war mi im Winter 85 zu kalt, der Stern verblasst, wärmt nicht mehr, es bleibt nur hoffnungsfrohes kopulieren mit Genossen und Kinderbücher schreiben.
    Auf meiner Fahrt zum Friedhof zum kalten Mann, den einzigen, den ich liebte, lese ich ein Buch über DDR Verlage, vier von mehr als fünfzig blieben, der Rest brannte, verbrannt vom
    Schweinestaat
    der Staat, der mir keiner war und ist, verbrennt die alten Bücher.
    Meine Bändchen auch darunter, bin nur ein Leichtgewicht unterm Ascheberg
    meine Sprache in Resten...fein gesprochen und gedacht unter Erich, Tito
    das sozialistische mitgedacht...einst fremd, nunmehr oft ein frommer Wunsch. Manchmal gehe ich in die Kirche und bete für den menschlichen, den ohne Verbot und Verrat,
    den Sozialismus aus Prag, den aus Belgrad, den meiner Jugend, den jungen kubanischen, den auf Kneipenstühlen und Bergspitzen erhofften. Der Krebs mittendrin. Dann träume ich ihn in Wilmersdorf, da wohnt mein Sohn IST AUSGEREIST WEGEN BIERMANN KIRSCH UND KRUG in dieser Schweinezeit und ich höre das Grunzen im Koben

    Ich bin nun Asche unter grauem Sand.
    Einmal in der Woche streichelt mich eine Hand, lässt es regnen, lockert die Erde auf, so dass ich durch die Eichenkronen den blauen Himmel sehen kann.

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    3. Mai 2024

  • FLUSSLANDSCHAFT acryl 1991-2012

    Bild einer Flusslandschaft in Acryl zwischen Tangermünde und Coswig. Das Bild ändert sich mit jeder Szene.
    Parallel findet ein Konzert der YU Gruppe in Belgrad live statt, Oktober 1976. Annas Mutter,die Patientin V.besucht das Konzert,raucht trinkt tanzt.Sie ist Kunststudentin und arbeitet gerade an einer Flusslandschaft,von der Drina oder Save,man weiß es nicht mehr genau.
    I.AM FLUSS

    EIN AUTOR
    ich laufe am zweiarmigen fluss entlang,die aussicht dass er fliesst und mit einigem glück in ein weites meer hinein oder hinauf tröstet noch,ich wundere mich über die drei bis fünfköpfigen männergruppen, die im grass sitzen,fast darin verschwinden und biertrinken. ich laufe seit fünfzehn minuten an diesen gruppen vorüber,schweigend trinken sie,die halme leicht gebogen vom flusswind,dahinter fallende köpfe aufgerissene augen,braunes glas steht liegt fängt das licht,spiegelt die kopfwunde und ich laufe an ihnen vorbei,den hockenden stämmem,die lippen dünne bösen striche,oder wundernde o‘s der speichel weisses binnenmeer, einer schreit BEDINGUNGSLOS dünn sein hals und rot das gesicht BEDINGUNGSLOS noch einmal.der fluss verschwindet im staub eines zertrümmerten hauses nun ein berg auf der afrodita (heimathafen swinousce) auf schleichfahrt,die sitzenden männer im gras reiben sich die augen,die zwei stunden liegen sie neben den braunen flaschen und die afrodita wird auf der odra richtung meer fahren.
    BEDINGUNGSLOS schrie einer in meinen rücken und ein kleinwüchsiger mann schlief auf einer bank,er lag dort,bedeckt von einer feinen staubschicht
    eines zermahlenen hauses, unter dieser feinen gelben schicht konnte man noch schwach schleimkeim lesen.
    eine punkband aus der ddr,
    verschwommen unter dem sand auf dem
    weg zum meer.

    II.FLUSSWIESE


    EIN NUTZTIER:
    es gibt eine schneckenart die sich im laufe ihre lebens zwölf zentimeter
    vorwärtsbewegt
    ich hab sie gefressen

    III.FLUSSDAMM


    MUSIKER 44,
    vernetzt im kollektiv der schnodder
    subjekte orientierung besitz lieb
    werkzeug nachhaltiger egoismus
    vergraben im garten eden rigoros
    die das gärtnerhandwerk des besitzkinder
    kultivieren eine kultur des jätens
    des reissens kalt die felder nach schädlingen kurzäugig absuchen
    wachtürme hochsitze für die herrensöhne
    herrentöchter lockigenerbenkel sensibel für die muttererde den spatengriff teakschwer getränkt in olivenöl laut der
    katalog handwerk aus zlin die gussform
    aus dem jahr 27 bauhaus das luftspiel voller verachtung für daa
    kind hinter dem tor
    bin wohl ich
    blond und kalt
    wie ne elbe zwischen
    m-burg und tangermünde
    mein mund isn böser
    strich elektronisch die musik

    ER SPIELT EIN ACHTMINÜTIGES MUSIKSTÜCK
    EIN NEUES FLUSSBILD IN ACRYL WIRD ERSTELLT.

    KONZERT DER YU GRUPPE 1976.
    https://youtu.be/Pyu-gffHYzU?si=bTmzHvtJa-o1c25L

    ANNA UND STEFAN
    (55, Krankenschwester und FILMAUTOR)

    ANNA
    mein vater ist tot
    ein klicken in der leitung
    die stille ewig

    STEFAN
    aus meinen zimmer
    mache ich einen wald ein meer
    aus meinem zimmer mache ich
    eine bastille die ich stimmlos
    erstürme als sonderposten allein
    aus meinem zimmer mache ich
    ein schlafwagenabteil eines zuges
    der in der puszta stillsteht unter einem
    silbrigen zwiebelturm auf gebrochener
    erde und dürren pferden hinter
    stacheldraht ein mann mit pistole der
    einen jungen betrachtet der in seinem
    zimmmer hinausschauht
    aus einem halblinden
    fenster in westberlin

    ANNA
    meine mutter ist tot
    ein klicken in der leitung
    die stille ewig

    STEFAN
    mein zimmer ist zu voll.
    hat kein platz für trauer
    den tiefen atem die seelenwanderung
    am fensterrahmen an der
    klinke die wände hoch runter
    mein zimmer ist zu voll mit
    resten halben inhalten motten
    es ist müde mein zimmer
    es steht nicht auf

    aus meinen zimmer spucke ich
    aus dem fenster auf die leere strasse
    mit den menschen hinter fenstern
    in ihren zimmern aus sand und
    himmel wasser gebaut
    machen sie nichts
    schreien am tag
    der toten

    ANNA
    das tut man nicht
    ein klicken in der leitung
    die stille ewig

    AUS DEM TELEFON ERKLINGT EINE VIERMINÜTIGE SEVDALINKA.

    IV.FÜNFTER STOCK
    (BEZIRKSSTADT.Gang in der Pflegestation im fünften Stock. 3:15 man hört den Fluss und weiteres Wimmern)

    ANNA
    am neunten märz / morgens /
    mittags / abends
    ich hellblau cro
    liege da starr im leeren korridor
    wie der bleiche mond 3:15
    die kinder schreien tochter
    sohn engel hallo hallo
    danke arte
    weiß ich nun wie rom unter
    schwarzer asche erstickte
    das messer unterm mond
    gotisch reiche senatoren
    ins gleiche maß zu recht
    schnitt und wie ich liege
    riecht das kalte zimmer nach
    zypressen und kiefernadeln
    der bauch ist warm und
    schiffe fahren wohin sie
    müssen weit hinaus
    aufs meer der mond
    ihr navigator

    PATIENTIN V.
    wassili grossmann lesen und
    den atem verlieren treblinka
    die in die erde getrampelten
    blonden zöpfe und kupferfarbenen
    haare auf hellem sand der 120m langen allee zwischen tannen und stiefmütterbeeten schickten die selbstverliebten die sich immer
    für die größten halten und hielten
    frauen kinder alte in das gas
    eine kapelle spielte laut ufa schlager
    stumm der gang der menschen auf hellem
    sand und schubert goethe bach in
    den köpfen und herzen derer mit den schwarzen schirmmützen und
    totenköpfen darunter
    das nkwd nimmt 1960 alle entwürfe mit
    grossmann bleibt verboten bis
    1990 asche seine sätze
    erde er unter kalten mond
    nun vergessen
    oder gebraucht
    für fünf euro
    zu haben
    oswald spengler
    ist teurer

    ANNA
    vor vielen jahrzehnten erschoss
    die miliz branko vor meinen augen
    am 9 märz 1990 in belgrad standen wir
    in hauseingängen unsere väter die miliz ohne volk schossen auf uns
    automatisch die söhne die keinen krieg
    keinen führer kein grossland
    wollten und nun sonstwo
    irgendwo leben und
    sterben die kugel
    flog lang
    ich sah das programm
    und wusste ich würde
    nicht hingehen es hatte
    mir nichts zu sagen
    einhellig
    eintönig

    Das Klicken in der Leitung wenn ich in der Spätschicht Belgrad anrufe.
    Die Stille auf dem Gang.

    V.FLUSSWIESE

    MEHRERE NUTZTIER

    wir stehen auf der flusswiese die nacht
    die trauer den schmerz im nacken
    heule still auf fröhlich gelbgrünes
    pvc ostdeutsch blühend der verlust das leben ohne landschaft ODEG
    hinter den kalten fenster lauert
    das schwarz und ich hoffe ich
    krepiere nicht in einer dieser
    sternlosen nächte hinter kalten
    fenstern im zug von a nach x
    wo ich nich sein will aber muss
    will die sterne sehen
    in deinen augen
    das licht
    die menschen schwenken fahnen / kunterbunt und witzig
    selbst das hakenkreuz humorig durchgestrichen
    odern wortwitz mit braun und scheisse
    die mitte glänzt antifaschistisch im sicheren hafen
    an elbe aussenalster isar/ an der elbe schweigt man /
    macht sein kreiz seinen haken
    still hängen daran die
    bösen wünsche die wut
    das brennende haus
    die menschen
    der zorn vom
    wolfen
    riesa
    zeitz
    wir fressen nur gras

    DER AUTOR
    seit miras tod bin ich ein kleines kind
    hab kein vater mehr kein mutter
    bin ein stück trockenes holz
    alles kann mich brechen
    in nen busch werfen ins loch
    greinend lauf ich greife
    in die luft ins nichts
    schlag mir die knie auf
    das augenlid verblute lautlos
    an der grossen strasse voller
    staub im kindheitssommer am meer
    der erinnerung
    hab kein mutter mehr kein vater
    die welt ist umgestürzt
    ein hafen ohne sonne
    ohne mond und im großen
    wagen sitzen sie und fahren
    zwischen den sternen
    mutter vater das kind
    wird still im dunklen
    kein laut
    still
    jemand gräbt ein loch in märkischen sand
    oder lausitzer torf
    schreit heil und sieg
    blut und boden
    in der kommenden
    nacht


    KONZERT YU GRUPPE:
    https://youtu.be/mTHxSK7trhA?si=aJrXQ0hrG0ezYitJ



    VI.KRANKENHAUS AM FLUSS

    PATIENTIN V
    manchmal
    denk ich
    der tod
    letzter rest
    herausgerissen
    aus dem herz
    der brust der
    jugoslawische
    traum in der
    frauenklinik. die frauen mädchen am fenster /der kalte fluss kriecht durch das marode fenster/ das mädchen mit dem zerstörten geschlecht zeigt sich / die losung auf zum 9. parteitag hängt von der zentralen poststelle auf einem schwarzen schneeberg / die synagoge fensterlos wird von Jens und Marcel geschändet JUDA VERRECKE gelb die farbe/
    hannelore schläft heute nach einer woche mit ihrem mann/ der dichter richard leising liebt gebrochen inmitten von vier dutzend flaschen korn/sein freund hoffmann streicht in der akademie der wissenschaften alle
    alle trotzkisten aus dem register der exilschriftseller / ich nässe in mein bett dass mache ich seit der geburt liebe abba und birgit aus der georgi dimitroff strasse/ ein italienischer kommunist schreit es lebe die freiheit an der mauer oderberger strasse ostseite/ der himmel ist schwarz denkt maxie und das es keine gnade keine liebe keine wärme gibt ihm tod / er ist nur grausam und das erdloch dunkel und kalt / wie der weltraum genossen/ dt 64 spielt kampf um den südpol von der stern combo meissen / in der schoppenstube küssen sich vier männer/ die tochter von biermann tanzt zu cream und ihr vater singt etwas in köln/ auf der spree treiben eisschollen/ im teltowkanal ertrinkt ein junge/ müller schreibt an der maschine hamlet / mein vater säuft seittagen und lallt praha prag
    ein mensch brennt / hermlin isst in Hamburg / die vopo verhaftet einen mittelmäßigen bühnenbildner / thomas brasch schreibt in westberlin ein gedicht / jemand spricht es und sechs zigaretten ihre glut leuchten wie rote sterne in der nacht in ostberlin
    Was ich habe, will ich nicht verlieren
    Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber
    wo ich bin, will ich nicht bleiben, aber
    die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber
    die ich kenne, will ich nicht mehr sehen aber
    wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber
    wo ich sterbe, da will ich nicht hin:
    Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin
    1977
    die frauen mädchen sie rauchen zu sechst zigaretten
    der arzt macht visite eine erzählt eine geschichte )
    Was macht die Blutung / muss kotzen von der Chemo / mir ist immer so schwindlig / es gibt keinen Gott / mein Urin ist blutig / die Sterne so still /
    es riecht nach Kohle / mein Bauch ist leer / will jmd meine Tavor / ich habe Angst / ich bin müde / die Notbeleuchtung ist zu hell / das ist das todesrasseln / das todesdreieck im gesicht/ sieh nur wie spitz die nase ist/
    sie greift nach den sternen / nein. sie kämpft mit dem tod/ die augen aufgerissen sie schielt / ohne glauben sternen / ich blute schon wieder /
    kann jemand die rumänin beruhigen / was spricht die / faust von goethe /
    dumme sau/ ne die war dramaturgin BE / ick geh nur in palast/ oder gambrinus quelle/ ich sehe himmel und meere/ eine stirbt / eine gebärt /
    eine kommt morgen raus / übermorgen wieder in der kaufhalle/
    flaschenrückgabe / wie die paula ohne paul

    PROFESSOR
    so die damen bitte
    die jodtabketten nehmen
    für euch viermal tabor
    der sputnik gegen todesfurcht
    ich wechsle mal die figur
    aus dem Klinikarzt Parteimitglied seit 31
    Kommunist
    in Spanien an der Ebrofront
    (die mädchen summen das lied der ebrofront)
    flickte ich Anarchisten Trozkisten Kommunisten
    baute diesen Staat auf nun flicke ich dessen traurige
    frauen und müde Mädchen als roter professor
    und rotem lada und dritter ehe ich werd mich im juni 90 in die spree
    werfen direkt vor meiner klinik
    lieber totes treibholz als grossdeutscher privatarzt
    Ich kleb mir den falschen bart echt
    werd zum ehemann künstlermann
    lagerhund und liebemann
    ich häng mir dem fotoapparat
    um und fotografier das leben das sterben
    frage mich, wie ging es dem soldaten als er uns 45
    im lager wir haut und knochen knipste mit seiner beuteleica
    die fotos trag ich im kopf von meinen
    knochenbrüdern ascheschwestern aus mauthausen
    ravensbrück dachau stutthof belsen
    seitdem knipse ich nur wurzeln bäche gotische bögen
    und les nen text von meiner frau
    die so gerne lebt liebt
    so wie ich gerne sterbe jede nacht
    denn ich bin in den lagern gestorben
    im gas im feuer sing ich heurige lieder
    überleber leck ich mir das kz tatoo von
    der haut wenn ich lange genug lecke
    wird villeicht ein anker draus
    ich lebe im besseren deustchland
    das der kz wächter, ss leer und nazi richter
    der mercedes gaswagen und bayer giftgasdosen
    ist hinter der mauer die schützt mich vom
    albrtaum von der asche aus der ich gold sortieren
    musste / ich schreibe und fotografiere sehr gerne
    bäume und küsten himmel jenseits der mauer
    bretagne ligurien gallizien für die menschen
    hinter der mauer
    mein antifaschistischer schutzwall
    ihr gefägnis
    das ist meine lager dialektik


    VII. PATHOLOGIE

    DIE TOCHTER DER PATIENTIN
    mutter
    ich greife vor in der zeit und nach
    ostwestbrdddr deustches stillbrülleben
    so wie picard die enterprise star treck
    eine zeitmaschine wie bei jules verne
    ist diese zigaretten
    ihre glut ist meine unsere zeitschine
    mit juwel 72 nach deuschland im Winter 24
    heute habn wir den jänner 2024
    ihr seid schon längst gestorben
    du mutter im sozialismus
    du vater im trüben brei danach
    ich wurde lehrerin für mehr hats nicht
    gereicht bei so klugen eltern
    und die utopie habt ihr mir löffelweise
    weggefressen blieb nur das schulessen
    Ich kenn keine Tage keine Stunden seit März 20/ seitdem
    löffel ich meine gesamtdeutsche Rente / das vereinigte Almosen
    nach sechs Umschulungen und einer Rente ohne die
    Würde von 30 Jahren Arbeit ohne die Würde am Menschsein
    an der POS Zetkin / reicht für Aldiwurstwasser und dürre Hühnchen /
    Sabina lerne lerne und streiche Zetkin aus dem SchulNamen
    sagten die Männer aus Hamburg Senatshilfe Bildung /
    die Männer aus Hamburg
    die sagten nur Russen Kommunisten Stalinisten raus
    aus deutschen Schulen
    die Männer aus Hamburg sagten nur Bismark rein und Bebel
    Liebknecht Büchner raus und du rote Petra kriech in deine Platte
    verscharr dein Menschenbild des Sozialismus in
    Arbeitslosigkt und Discounterkot/ SOWJETWEIB SED LERIN / ist ne neue Zeit für Hamburger mit Dschungelzuschlag / unsre Väter bei SD und SS unsre Mütter hintern Elbherd bauten Deutschland wir den Affenosten/
    seit März 20 hock ich schwarzer dünner Vogel auf meinem Bücherregal und brüte Büchner Zetkin Liebknecht aus / die Platte ist nun mein Panzerkreuzer am Dreesch/
    Schwerin Mitte / Ich seh die Welt nicht an von meinem zwölften Stock
    schlafe kaum und kurz / sehe nur noch in mich hinein bin untergetaucht in der Milz / Kaffeebohnen / Pfeffi Brüder zur Sonne / meine Dialektik/
    Quantirät und Qualität im NervenSystem und Muskelschwund /
    male mir grosse Augen ins müde Gesicht japanisch /
    ins dunkle starren Bürgergeld und Manga sei dank
    gross meine Trauerfresse glattpoliert im Comicquadrat
    kenn ich vom Enkel das japanische seine Mutter seh
    ich einmal im Jahr unterm Weihnachtsbaum / die sagt nur Heil
    und. Mangas für den Enkel / keine Geschenke nur Bargeld Mutti
    hab ich doch hab ich dich Sylvia
    Seit 1990 das Innen nach Außen gewendet
    auf meiner Paulshöhe Stock zwölf der freie Fall dauert
    3;6 Sek hab’s mit nem Kartoffelnetz probiert
    die Uhr stellen zum Aufstehen ist nun meine Hauptaufgabe
    Klassiker des Marxismus langsames Aufgeben und Weghören
    die Zahlen der ohne Geld / steigen jeden Tag,
    Mutter und Vater Kind starren in Bildschirme
    In mir unbekannten Krankenhäuser begegnet sich Leben und Tod
    brennt die Nacht, der Rauch billiger Zigaretten und die Angst kommen
    und die letzten Küsse,Freunde der Eltern aufgeknüpft unter Wärmelampen.Hartz IV heißt Bürgergeld / Kalt ist dass Betrachten der Hängenden kalt wer was hat / der Rest schweigt und Polizisten kennen das Bild, ist nicht ihres / der Rubel und die Wanne rollt fest. Allein in Anhalt gab es ungefähr Hundert Selbsttote in einem Jahr, der Mundschaum weggewaschen vom Mundwinkel, der letzte Song, Grieneisen oder der Nummer Eins Billigbestatter haben Konjunktur. Im Krankenhaus weisse Kittel, eine Linde duftet im Hof mitten in der Staft, unbesucht die sterbende Tante, der Onkel, der Cousin und ich liege hinter einer abgeschlossenen Tür in meiner deutschen demokratischen Platte will mich nicht teilen beim Mutter, Vater Kind...Spiel, ich rauche für mich allein / Bildschirm und weiße Wand meine besten Freunde / ich mit mir bilden eine traurige Bande / die Zigaretten natürlich selbstgedreht
    aus meinen alten Lehrbüchern / rauche nun Goethe Schiller Scholochow und Kant,den Herrmann / für mehr reicht das klamme Geld nicht,
    sagt der Fernseher / die dumme Sau, ein Vater brüllt AKTUELLE KAMERA
    gleicher Lohn für alle / der Fernseher sagt / GEZ für alle reicht es nicht
    arbeiten / wie lange / wisse man nicht / arbeiten /solange wird gedreht
    und geschwiegen / Wissen ist keine Macht mehr eher blablabla /
    ich steck mir den Satz MIR GEHTS GUR in den trockenen Mund / blauer kalter Rauch, zieht immer wieder durch das kalte Zimmer über den Seen
    die Angst der Raucher vor dem Sprung / warum ich bin /
    weiß ich manchmal nicht mehr in vier dünnen Wänden
    mein Knast, mein Vollzug ist ein freiwilliger / In den anderen vier Wänden schlagen Fäuste,Stöcke,Gürtel,Fäuste in Kindergesichter,zertümmern Frauenköpfe / Niemand hört es die SOS Telefone bleiben unbesetzt /
    Haushaltsstop kein Geld.Kein Personal/ Die Klingel bleibt unerhört im leeren Büro.Wen rufst du an? Fragt die Stimme...danach der Schlag und noch einer und noch einer / Frauenhäuser schließen ihre Pforten, zu gross die Zahl der Frauen,Mädchen Jungen die schweigend die Schläge ertrugen, schwiegen, den Schmerz wie die tägliche Suppe in sich löffelten, das Kauen ging schlecht, schlucken gerade so und nun stehen sie vor der Tür, wir sind voll...das Amt hat kein Geld, muss sparen oder Mitarbeiterinnen in das Gesundheitsamt schicken.Die Krankheit frisst die Menschen. 2023 kam es zu einer Zunahme häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder um 20% das sind ungefähr 180000 Frauen und Kinder in ganz Deutschland, am schlimmsten ist es an den Feiertagen unterm heilig Baum splittern die Körper,allein in Berlin wurden 900 Frauen und Kinder an diesem Tagen ambulant behandelt / Wie die Ratten trinken wir JUNGEN UND MÄDCHEN IM ABITUR
    in dunklen Hauseingängen das billige Bier,schweigen,
    sammeln auf Bildschirmen Items und Booster
    Das Lachen erstickt im Sternburger, eine Polizeiwanne gleitet vorbei, die Jäger sind unterwegs Pickelfressen MÄDCHEN UND JUNGEN kontrollieren.
    Ich hasse Kinder die Lehrerin mit Seeblick hocke in meiner Platte
    sinnloseser als mein Kot diese Displayglotzer
    Das Sternburg hinuntergestürzt, die Angst ist gross,Vater und Mutter oder nur Mutter oder nur Vater fragen nach dem wohin, woher, wann kommst du, was willst du / Sie lachen in den Flaschenhals, schleiche in die Familienfestung / Mutter und Vater eingeschlafen beim Netflixen, irgendeine beschissene Serie mit Mord oder besser ohne...
    skandinavisch am liebsten, die erzählen langsamer.Langsam ist auch mein Leben, langsam die Krankheit, langsam das Sterben
    Stunden wie Tage, zieh mein Pyjama gar nicht mehr aus, ist mein neues Arbeitskostpm nich vom Jobcenter vermittelt / habe ganzjährig Fasching jeden Tag, wäre da nicht die Angst und das Heulen und die Müdigkeit.
    VATER MUTTER KIND heulen / Mein Pyjama ist meine neue Fahne /
    die ist nicht mehr rot eher ausgewaschen Himmelblau
    mein roter Platz heißt Karl Marx Straße Schwerin Mitte
    mein Tanz „auf der Stelle trippeln“
    Sabine EisamStiel heißen ich nun mit Nachnamen
    und wohne ganz oben, wie die Götter
    wie ihr die österreichischen Marvelhelden ausm
    kommunistischen Manifest
    bloß die bekommen keine Bürgerhilfe
    Mein Büsserhemd gestreift oder kariert
    tut mir leid Vater nicht so schwer wie dein Lagerhemd
    trag ich mit meinen Brüdern und Schwestern Jahrgang 65 oder später
    letzter Schrei,fresh in den Kälteschlaf, vielleicht stehe ich irgendwann auf und ziehe mir was an und tanze richtig
    trippel nicht mehr
    heimlich und gestreift
    in einem Hauseingang
    zu nem Hit von Depeche Mode
    oder zu Pueblo Unido

    VIII.AM FLUSS

    EIN NUTZTIER
    er hielt in seinen fleischigen händen
    eine zigarette steckte sie in die
    noch winterkalte erde seine mutter
    sein vater würden sie jetzt teilen
    kein rauch stieg in den wolkenlosen
    himmel nur drei worte
    am sonntagmorgen und
    ging in den fluss

    KONZERT YU GRUPPE: https://youtu.be/pRicO0Ca044?si=XMBAaz_GbudxIcv4

    XIV. IM FLUSS

    DER AUTOR
    ich stehe auf einem weißen Feld.
    Der Mund aufgerissen um genau dreihundert Schneeflocken herunterzuschlucken / Das habe ich mir vorgenommen / ein Zeitmass gegen die Kälte / Die durch morsche Stiefel und dünnen Stoff auf meinen Knochen klopft / Meine britische Winteruniform aus dem Jahr 49 wärmt mich nicht im Winter 88 / Hochebene des Manjaca Gebirges im Winter 44 fest in der Hand der Waffen SS und der Chetniks / Zuviele Regruten haben sein braunes Winterfel Made in Britain abgetragen / im Frieden vierzig Jahre alt / Rinde um Rinde Angst um Angst Hunger um Hunger / Wir bekamen zu kleine Portionen in den Bergen / Winermanöver 88 / Sechs Jahre später vegruben sie dreihundert Männer Frauen Kinder auf dem weiten Feld mit deutschen Baggern / Die mit dem Stern / Der Himmel grau und bedeckt / Von Flugzeugen und Drohnen unbeobachtet / Konnte man Menschen unter die Kartoffeln pflügen / Was wächst aus der Erde im Sommer aus Knochen kleinen großen / Nichts davon weiß ich stehe auf dem weißen Feld / Dreihundert Schneeflocken fallen / in meinen Mund / unter blauem Himmel

    DER MUSIKER
    Im Wintermanöver 1988 hatten wir Hunger
    wie die Falken
    denn nur der Hunger hielt die Vögel
    bei ihren Herren den Offizieren
    diese schlugen die Menschen tot
    rissen vorher ihre Sterne von den Schapkas
    fünf Jahre später

    DER AUTOR
    in meinem schrank hängt eine uniform / ich nahm sie mit nach budapest / auf halbem in das neue deutschland / 1991 / wegen der miltärpolizei an der grenze / wenn sie mich gefragt hätten würde ich sagen können / ich bin auf dem weg zurück zur einheit / aufklärer der gardebrigade / operationsgebiet slawonien / doch es kamen keine militärpolizisten / die uniform hängt dennoch in meinem schrank / wir reden miteinander / moja uniforma / i ja

    DER MUSIKER
    Ich stehe auf einem weißen Feld.
    Es ist ein weites Feld, der kaltgewordene Staub Brandenburgs
    und der Himmel über mir ist rot grün wieder rot
    AAAAAAAAAAAAAAH
    Leuchtspur um Leuchtspur.
    AAAAAAAAAAAAAAH
    Ich habe meinem Mädchen ein buntes
    Sylvester versprochen und halte es ein
    das Auto parkt unter nackten Winterbäumen
    und der Stotterer von Fehrbellin der Zitterer der Manjaca
    brülllt AAAAAA Schuss um Schuss und bittet sein Mädchen
    dass sie tanzen solle auf dem harten weissen Staubfeld und
    Knochenkartoffeln liegen unter Eis
    Sie tanzt und ihre goldenen silbernen violetten smaragdgrünen
    Sterne tanzen und leuchten unter beschossenen Himmeln
    Leuchtspur um Leuchtspursie hat ihr Kostüm an
    denn sie tanzt an allen Sylvesterabenden
    das Bafög reicht nicht und der Prinz zittert zu sehr

    TOCHTER DER PATIENTIN
    lieber freund
    leider gehts es meiner mutter immer noch nicht gut,
    mir scheint, sie will nicht mehr. es ist traurig,auch wenn
    unsere beziehung keine innige war. am ende ist man mensch.
    Ich sprach mit ihr, denn sie hütet meine Geheimnisse
    mit ihrem vergessen / govorim mami moje tajne / ona ih čuva
    svojim zaboravom

    XII.FLUSSLANDSCHAFT AN DER DRINA.GRENZE ZWISCHEN BOSNIEN UND SERBIEN.

    ANA
    mama slušaj dok leziš u beloj posteljini
    doma za zaborav i sporo umiranje
    sa bulevara karla marksa se čuje
    šum nekog zivota

    Ja
    mama
    sedim pod borovima
    i pevam šal od svile
    za sebe i tebe i padaju iglice
    bora kao stene granate teške
    na nase udvojene glave
    pune straha osećaja raznih
    ranih ljubavi raznih pokušaja
    usne znaju za kraj poslednja
    igra naših srca vec nalomljena
    stakla pod tabanima krvavima
    voleli smo mnogo da plešemo
    da falširamo da popijemo
    tudja pića nase usne stvorene
    da se ljube jedan cijeli zivot

    na dohvat ruke vrat usne tvoje
    kao od zemlje pod mojim prstima
    noktima on, radosna usta
    pričaju mi o čempresima
    pod kojima zaboravljamo
    tvoj grad moj grad i
    tenkove na ulicama
    avijona nad gradom
    otac moj sad zemlja
    i tvoj posećujemo tudja
    groblja i zemlja teška očeva
    pod noktima jer grabezom
    crtamo čemprese na
    njihove grobove zemljane
    nedelja je i ja mislim
    na usne njene
    pod noktima
    teska zemlja
    oseca se miris
    borova i
    pevamo
    šal od svile

    PATIENTIN V
    Sine promeni program.
    Hoću, mama.
    Sohn, schalte bitte um.
    Gerne, Mutter.

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    2. Mai 2024

  • Nach der Befreiung


    I.
    der alliierte offizier/bergen belsen 45

    organisierte einen tanzabend, um den sterbenskanken oder überlebenden lagerinsassinnen ablenkung zu verschaffen.
    die frauen sollten mit ihren britisch-kanadischen befreiern tanzen.
    doch als das orchester den saal betrat, rissen die frauen ihre arme hoch, brüllten, zeigten den orchestermusikern ihre blauem tätowierungen
    das orchester bestand aus der ungarischen wachmanschaft, des vor kurzem befreiten lagers. das orchester spielte einen wilden csardas,die frauen schrien, rissen ihre gestochenen arme hoch, die bitisch kanadischen soldaten dachten, dass wäre die aufforderung zum tanz. als die frauen von den soldaten berührt wurden, schlugen, traten und bissen sie wohlgenährten ihre befreier.
    das orchester der ehemaligen ungarischen SS-lagerwachen spielte als nächstes den Donauwalzer.

    II.
    die bauern/treblinka 46

    die bauern zogen mit ihren karren 1946 auf die schlammfelder
    von treblinka und zerrten aus der wassererde
    die schädel der männer frauen kinder
    suchten in den köpfen nach übersehenen gold
    als sie mit ihrem karren nach hause fuhren
    ließen sie die schädel legen
    als wären sie salat

    III.
    dachau/45

    in der krankenbarracke lagen die frauen
    die augen gross vom hunger
    die bäuche gross vom hunger
    die stadt wollte nichts geben
    die stadt wollte nichts sehen
    der amerikanische offizier bestellte
    hundert lippenstifte fürs
    schöne sterben wenig
    nach zwei tagen lagen hundert
    frauen tot in ihren betten
    die lippen rot
    die stadt schwieg

    IV
    wald.
    schwerer regen.mg garben.leuchtspur. schlammverschmiert,die augen weiss die angst
    hülsen im nacken,verbrannt die haut
    vom rückschlag blau schwarze achseln
    feld.die angst.der offizier.
    einzelschuss.zwei gebrochenene zähne
    gebrochen deutsch,die erde schwarz schwer
    blau der himmel. ein meer weit weg
    kein horizont ohne rauch

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    13. April 2024

  • FALLADA

    FALLADA (später mit Pferdekopf)
    Ich schieb mir weißes unter die Augenlider
    den Hoden schieb mir Braunes in die Nase
    die SA marschiert auf meinem Rücken
    singt Deutschland erwache aus der Schwulenrepubklik
    Ich pump mirs Weisses Braunes ins Junkieblut
    HEROINE COCAINE meine Bestseller
    die HerrenFrauenrasse besieg ich in Kopf und Venen
    die schwatzen nur wollen die Welt bei Gingko und Chiasalat und Reformpädal in Berlin retten
    dünner Salat schützt nicht vor Faschismus
    auch kein Schwimmen in fernen Seem
    unter Wasser die Sonne hoch über mir
    hör ich ihre teuren Stiefel nicht
    die tanzen gerne und pissen neben Becken
    die neuen teuren Menschen
    lachen darüber frei und jung schönhaässlich
    ihre Ponyfrisuren zitieren Weber Witgenstein hören elektronisches von Schönberg Berg oder Moderat
    HEROINE COCAINE meine Bestseller
    dank ihnen hör ich die laute Welt nur noch leise
    in meinen BrillemKopf treten

    BAUERN SETZEN SICH PFERDEMASKEN AUF.

    ah mein leerer Kopf Kackbirne Scheissloch über
    dass die Fachzeizschriften nicht mehr schreiben
    die sind an Ricarda oder Marieluise dran
    an Geschlecht und halber Wahrheit
    in diese Birne Fallada du Traiertier
    passen Scheisse Kotbank noch paar Sätze mehr rein
    eine Zeile 10 pf dünn davon
    acht für den Verlag
    COCAINE HEROINE meine Bestseller
    Ich schwimme im Giftsee
    unter mir die Körper totgeschlagen
    Kommunisten Trotzkisten nie einer von SPD
    die haben eh nur Angst und giessen kleine rote
    Radieschen ihr Laubenbanner der Weltverbesserung

    EIN TRAKTOR ÜBERFÄHRT IMMER WIEDER EINEN MENSCHEN.
    EINE BAUHAUSGRUPPE TANZ IM SCHLAMM TRIADISCH.
    WEIMARER REPUBLIK 1928.

    Weimar taumelt und Berlin
    im besoffenen Tanz und ich
    schreibe nur an einem
    ruhigen See bin der Hans
    im Glück titelt die Welt
    Kopfloses Pferd Fallada


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    13. April 2024

  • bez naslova

    moja mama je umrla u mojim rukama

    u 03.28

    moj tata je umreo u mojim rukama

    u 19.05

    ruke

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    13. April 2024

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