DER MEISTER UND JELENA
(Moskau 1938.Nacht.)
MICHAIL
JELENA hab nichts zu fressen meine romane dienen den kreml als klopapier unrussisch unpatriotisch sagt unser führer die jungen journalisten zählen meine punkte kommas alte wörter und schöne sätze quaken alt reaktionär
JELENA
zu lang ohne parteilichkeit rote gesinnung
ist der weisse micha alt ist er der weissgardist
und frauensammler EKEL
MICHAIL
und der kremlfürst
wischt sich mein blut vom universellem arsch
JELENA
sancho schwieg und der ritter sprach und sprach,
die sengende hitze der weiten ebene
die felder vertrocknet kein wasser
der staudamm hats gefressen
die windräder stehen still
MICHAIL
ich schweige zu den kindernköpfen die
man kocht das fleisch ist zart
ist keine buchstabensuppe kein klassisker
des marxismus in steppe zwischen dnipro
und charkiw die mann frau vater mutter
dort löffeln während moskau schweigt
den weizen verkauft an paris berlin london
für devisen und den belgischen stacheldraht
für die lager in denen man schnell stirbt
JELENA
und der ritter von der traurigen gestalt spornte
sein pferd an, hieb rosinante die sporen
in die seite und brüllte
warum führen die menschen krieg
warum töten menschen menschen
warum sprechen wir nicht vom frieden
warum sprechen wir nicht vom krieg
warum nur vom mehl dass uns die
windräder auf unsere vollen teller
scheissen
MICHAIL
Jelena das hab ich nicht geschrieben
Du dumme Pute die brechen mir die Zähne
schiessen mir ins Maul auf Offener Strasse
und kein Moskauer ineressert es
JELENA
ich verachte deine angst
MICHAIL
ich verachte deine angst
JELENA
deinen hunger dein fremdgehen
im MCHAT junger schauspielrinnen
die deine romane nicht kennen
die ich mit blutigen fingern in den
nächten in die maschine hacke
(zählt sie auf) bevor du regieassistent
wurdest und ihre gänge aufzeichnest
den nackten wahnsinn auf seine witze
kürzt und stalin ein stück zum wichsen
schreibst EKEL MICHAIL EKEL
KEINE WÜRDE HAST DU MIT DER
ANGST DEINE KUNST ERWÜRGT
wie Stalin unsere Revolution
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