Bild einer Flusslandschaft in Acryl zwischen Tangermünde und Coswig. Das Bild ändert sich mit jeder Szene. Parallel findet ein Konzert der YU Gruppe in Belgrad live statt, Oktober 1976. Annas Mutter,die Patientin V.besucht das Konzert,raucht trinkt tanzt.Sie ist Kunststudentin und arbeitet gerade an einer Flusslandschaft,von der Drina oder Save,man weiß es nicht mehr genau.
I.AM FLUSS
EIN AUTOR ich laufe am zweiarmigen fluss entlang,die aussicht dass er fliesst und mit einigem glück in ein weites meer hinein oder hinauf tröstet noch,ich wundere mich über die drei bis fünfköpfigen männergruppen, die im grass sitzen,fast darin verschwinden und biertrinken. ich laufe seit fünfzehn minuten an diesen gruppen vorüber,schweigend trinken sie,die halme leicht gebogen vom flusswind,dahinter fallende köpfe aufgerissene augen,braunes glas steht liegt fängt das licht,spiegelt die kopfwunde und ich laufe an ihnen vorbei,den hockenden stämmem,die lippen dünne bösen striche,oder wundernde o‘s der speichel weisses binnenmeer, einer schreit BEDINGUNGSLOS dünn sein hals und rot das gesicht BEDINGUNGSLOS noch einmal.der fluss verschwindet im staub eines zertrümmerten hauses nun ein berg auf der afrodita (heimathafen swinousce) auf schleichfahrt,die sitzenden männer im gras reiben sich die augen,die zwei stunden liegen sie neben den braunen flaschen und die afrodita wird auf der odra richtung meer fahren. BEDINGUNGSLOS schrie einer in meinen rücken und ein kleinwüchsiger mann schlief auf einer bank,er lag dort,bedeckt von einer feinen staubschicht eines zermahlenen hauses, unter dieser feinen gelben schicht konnte man noch schwach schleimkeim lesen. eine punkband aus der ddr, verschwommen unter dem sand auf dem weg zum meer.
II.FLUSSWIESE
EIN NUTZTIER: es gibt eine schneckenart die sich im laufe ihre lebens zwölf zentimeter vorwärtsbewegt ich hab sie gefressen
III.FLUSSDAMM
MUSIKER 44, vernetzt im kollektiv der schnodder subjekte orientierung besitz lieb werkzeug nachhaltiger egoismus vergraben im garten eden rigoros die das gärtnerhandwerk des besitzkinder kultivieren eine kultur des jätens des reissens kalt die felder nach schädlingen kurzäugig absuchen wachtürme hochsitze für die herrensöhne herrentöchter lockigenerbenkel sensibel für die muttererde den spatengriff teakschwer getränkt in olivenöl laut der katalog handwerk aus zlin die gussform aus dem jahr 27 bauhaus das luftspiel voller verachtung für daa kind hinter dem tor bin wohl ich blond und kalt wie ne elbe zwischen m-burg und tangermünde mein mund isn böser strich elektronisch die musik
ER SPIELT EIN ACHTMINÜTIGES MUSIKSTÜCK EIN NEUES FLUSSBILD IN ACRYL WIRD ERSTELLT.
KONZERT DER YU GRUPPE 1976. https://youtu.be/Pyu-gffHYzU?si=bTmzHvtJa-o1c25L
ANNA UND STEFAN (55, Krankenschwester und FILMAUTOR)
ANNA mein vater ist tot ein klicken in der leitung die stille ewig
STEFAN aus meinen zimmer mache ich einen wald ein meer aus meinem zimmer mache ich eine bastille die ich stimmlos erstürme als sonderposten allein aus meinem zimmer mache ich ein schlafwagenabteil eines zuges der in der puszta stillsteht unter einem silbrigen zwiebelturm auf gebrochener erde und dürren pferden hinter stacheldraht ein mann mit pistole der einen jungen betrachtet der in seinem zimmmer hinausschauht aus einem halblinden fenster in westberlin
ANNA meine mutter ist tot ein klicken in der leitung die stille ewig
STEFAN mein zimmer ist zu voll. hat kein platz für trauer den tiefen atem die seelenwanderung am fensterrahmen an der klinke die wände hoch runter mein zimmer ist zu voll mit resten halben inhalten motten es ist müde mein zimmer es steht nicht auf
aus meinen zimmer spucke ich aus dem fenster auf die leere strasse mit den menschen hinter fenstern in ihren zimmern aus sand und himmel wasser gebaut machen sie nichts schreien am tag der toten
ANNA das tut man nicht ein klicken in der leitung die stille ewig
AUS DEM TELEFON ERKLINGT EINE VIERMINÜTIGE SEVDALINKA.
IV.FÜNFTER STOCK (BEZIRKSSTADT.Gang in der Pflegestation im fünften Stock. 3:15 man hört den Fluss und weiteres Wimmern)
ANNA am neunten märz / morgens / mittags / abends ich hellblau cro liege da starr im leeren korridor wie der bleiche mond 3:15 die kinder schreien tochter sohn engel hallo hallo danke arte weiß ich nun wie rom unter schwarzer asche erstickte das messer unterm mond gotisch reiche senatoren ins gleiche maß zu recht schnitt und wie ich liege riecht das kalte zimmer nach zypressen und kiefernadeln der bauch ist warm und schiffe fahren wohin sie müssen weit hinaus aufs meer der mond ihr navigator
PATIENTIN V. wassili grossmann lesen und den atem verlieren treblinka die in die erde getrampelten blonden zöpfe und kupferfarbenen haare auf hellem sand der 120m langen allee zwischen tannen und stiefmütterbeeten schickten die selbstverliebten die sich immer für die größten halten und hielten frauen kinder alte in das gas eine kapelle spielte laut ufa schlager stumm der gang der menschen auf hellem sand und schubert goethe bach in den köpfen und herzen derer mit den schwarzen schirmmützen und totenköpfen darunter das nkwd nimmt 1960 alle entwürfe mit grossmann bleibt verboten bis 1990 asche seine sätze erde er unter kalten mond nun vergessen oder gebraucht für fünf euro zu haben oswald spengler ist teurer
ANNA vor vielen jahrzehnten erschoss die miliz branko vor meinen augen am 9 märz 1990 in belgrad standen wir in hauseingängen unsere väter die miliz ohne volk schossen auf uns automatisch die söhne die keinen krieg keinen führer kein grossland wollten und nun sonstwo irgendwo leben und sterben die kugel flog lang ich sah das programm und wusste ich würde nicht hingehen es hatte mir nichts zu sagen einhellig eintönig
Das Klicken in der Leitung wenn ich in der Spätschicht Belgrad anrufe. Die Stille auf dem Gang.
V.FLUSSWIESE
MEHRERE NUTZTIER
wir stehen auf der flusswiese die nacht die trauer den schmerz im nacken heule still auf fröhlich gelbgrünes pvc ostdeutsch blühend der verlust das leben ohne landschaft ODEG hinter den kalten fenster lauert das schwarz und ich hoffe ich krepiere nicht in einer dieser sternlosen nächte hinter kalten fenstern im zug von a nach x wo ich nich sein will aber muss will die sterne sehen in deinen augen das licht die menschen schwenken fahnen / kunterbunt und witzig selbst das hakenkreuz humorig durchgestrichen odern wortwitz mit braun und scheisse die mitte glänzt antifaschistisch im sicheren hafen an elbe aussenalster isar/ an der elbe schweigt man / macht sein kreiz seinen haken still hängen daran die bösen wünsche die wut das brennende haus die menschen der zorn vom wolfen riesa zeitz wir fressen nur gras
DER AUTOR seit miras tod bin ich ein kleines kind hab kein vater mehr kein mutter bin ein stück trockenes holz alles kann mich brechen in nen busch werfen ins loch greinend lauf ich greife in die luft ins nichts schlag mir die knie auf das augenlid verblute lautlos an der grossen strasse voller staub im kindheitssommer am meer der erinnerung hab kein mutter mehr kein vater die welt ist umgestürzt ein hafen ohne sonne ohne mond und im großen wagen sitzen sie und fahren zwischen den sternen mutter vater das kind wird still im dunklen kein laut still jemand gräbt ein loch in märkischen sand oder lausitzer torf schreit heil und sieg blut und boden in der kommenden nacht
PATIENTIN V manchmal denk ich der tod letzter rest herausgerissen aus dem herz der brust der jugoslawische traum in der frauenklinik. die frauen mädchen am fenster /der kalte fluss kriecht durch das marode fenster/ das mädchen mit dem zerstörten geschlecht zeigt sich / die losung auf zum 9. parteitag hängt von der zentralen poststelle auf einem schwarzen schneeberg / die synagoge fensterlos wird von Jens und Marcel geschändet JUDA VERRECKE gelb die farbe/ hannelore schläft heute nach einer woche mit ihrem mann/ der dichter richard leising liebt gebrochen inmitten von vier dutzend flaschen korn/sein freund hoffmann streicht in der akademie der wissenschaften alle alle trotzkisten aus dem register der exilschriftseller / ich nässe in mein bett dass mache ich seit der geburt liebe abba und birgit aus der georgi dimitroff strasse/ ein italienischer kommunist schreit es lebe die freiheit an der mauer oderberger strasse ostseite/ der himmel ist schwarz denkt maxie und das es keine gnade keine liebe keine wärme gibt ihm tod / er ist nur grausam und das erdloch dunkel und kalt / wie der weltraum genossen/ dt 64 spielt kampf um den südpol von der stern combo meissen / in der schoppenstube küssen sich vier männer/ die tochter von biermann tanzt zu cream und ihr vater singt etwas in köln/ auf der spree treiben eisschollen/ im teltowkanal ertrinkt ein junge/ müller schreibt an der maschine hamlet / mein vater säuft seittagen und lallt praha prag ein mensch brennt / hermlin isst in Hamburg / die vopo verhaftet einen mittelmäßigen bühnenbildner / thomas brasch schreibt in westberlin ein gedicht / jemand spricht es und sechs zigaretten ihre glut leuchten wie rote sterne in der nacht in ostberlin Was ich habe, will ich nicht verlieren Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber wo ich bin, will ich nicht bleiben, aber die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber die ich kenne, will ich nicht mehr sehen aber wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber wo ich sterbe, da will ich nicht hin: Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin 1977 die frauen mädchen sie rauchen zu sechst zigaretten der arzt macht visite eine erzählt eine geschichte ) Was macht die Blutung / muss kotzen von der Chemo / mir ist immer so schwindlig / es gibt keinen Gott / mein Urin ist blutig / die Sterne so still / es riecht nach Kohle / mein Bauch ist leer / will jmd meine Tavor / ich habe Angst / ich bin müde / die Notbeleuchtung ist zu hell / das ist das todesrasseln / das todesdreieck im gesicht/ sieh nur wie spitz die nase ist/ sie greift nach den sternen / nein. sie kämpft mit dem tod/ die augen aufgerissen sie schielt / ohne glauben sternen / ich blute schon wieder / kann jemand die rumänin beruhigen / was spricht die / faust von goethe / dumme sau/ ne die war dramaturgin BE / ick geh nur in palast/ oder gambrinus quelle/ ich sehe himmel und meere/ eine stirbt / eine gebärt / eine kommt morgen raus / übermorgen wieder in der kaufhalle/ flaschenrückgabe / wie die paula ohne paul
PROFESSOR so die damen bitte die jodtabketten nehmen für euch viermal tabor der sputnik gegen todesfurcht ich wechsle mal die figur aus dem Klinikarzt Parteimitglied seit 31 Kommunist in Spanien an der Ebrofront (die mädchen summen das lied der ebrofront) flickte ich Anarchisten Trozkisten Kommunisten baute diesen Staat auf nun flicke ich dessen traurige frauen und müde Mädchen als roter professor und rotem lada und dritter ehe ich werd mich im juni 90 in die spree werfen direkt vor meiner klinik lieber totes treibholz als grossdeutscher privatarzt Ich kleb mir den falschen bart echt werd zum ehemann künstlermann lagerhund und liebemann ich häng mir dem fotoapparat um und fotografier das leben das sterben frage mich, wie ging es dem soldaten als er uns 45 im lager wir haut und knochen knipste mit seiner beuteleica die fotos trag ich im kopf von meinen knochenbrüdern ascheschwestern aus mauthausen ravensbrück dachau stutthof belsen seitdem knipse ich nur wurzeln bäche gotische bögen und les nen text von meiner frau die so gerne lebt liebt so wie ich gerne sterbe jede nacht denn ich bin in den lagern gestorben im gas im feuer sing ich heurige lieder überleber leck ich mir das kz tatoo von der haut wenn ich lange genug lecke wird villeicht ein anker draus ich lebe im besseren deustchland das der kz wächter, ss leer und nazi richter der mercedes gaswagen und bayer giftgasdosen ist hinter der mauer die schützt mich vom albrtaum von der asche aus der ich gold sortieren musste / ich schreibe und fotografiere sehr gerne bäume und küsten himmel jenseits der mauer bretagne ligurien gallizien für die menschen hinter der mauer mein antifaschistischer schutzwall ihr gefägnis das ist meine lager dialektik
VII. PATHOLOGIE
DIE TOCHTER DER PATIENTIN mutter ich greife vor in der zeit und nach ostwestbrdddr deustches stillbrülleben so wie picard die enterprise star treck eine zeitmaschine wie bei jules verne ist diese zigaretten ihre glut ist meine unsere zeitschine mit juwel 72 nach deuschland im Winter 24 heute habn wir den jänner 2024 ihr seid schon längst gestorben du mutter im sozialismus du vater im trüben brei danach ich wurde lehrerin für mehr hats nicht gereicht bei so klugen eltern und die utopie habt ihr mir löffelweise weggefressen blieb nur das schulessen Ich kenn keine Tage keine Stunden seit März 20/ seitdem löffel ich meine gesamtdeutsche Rente / das vereinigte Almosen nach sechs Umschulungen und einer Rente ohne die Würde von 30 Jahren Arbeit ohne die Würde am Menschsein an der POS Zetkin / reicht für Aldiwurstwasser und dürre Hühnchen / Sabina lerne lerne und streiche Zetkin aus dem SchulNamen sagten die Männer aus Hamburg Senatshilfe Bildung / die Männer aus Hamburg die sagten nur Russen Kommunisten Stalinisten raus aus deutschen Schulen die Männer aus Hamburg sagten nur Bismark rein und Bebel Liebknecht Büchner raus und du rote Petra kriech in deine Platte verscharr dein Menschenbild des Sozialismus in Arbeitslosigkt und Discounterkot/ SOWJETWEIB SED LERIN / ist ne neue Zeit für Hamburger mit Dschungelzuschlag / unsre Väter bei SD und SS unsre Mütter hintern Elbherd bauten Deutschland wir den Affenosten/ seit März 20 hock ich schwarzer dünner Vogel auf meinem Bücherregal und brüte Büchner Zetkin Liebknecht aus / die Platte ist nun mein Panzerkreuzer am Dreesch/ Schwerin Mitte / Ich seh die Welt nicht an von meinem zwölften Stock schlafe kaum und kurz / sehe nur noch in mich hinein bin untergetaucht in der Milz / Kaffeebohnen / Pfeffi Brüder zur Sonne / meine Dialektik/ Quantirät und Qualität im NervenSystem und Muskelschwund / male mir grosse Augen ins müde Gesicht japanisch / ins dunkle starren Bürgergeld und Manga sei dank gross meine Trauerfresse glattpoliert im Comicquadrat kenn ich vom Enkel das japanische seine Mutter seh ich einmal im Jahr unterm Weihnachtsbaum / die sagt nur Heil und. Mangas für den Enkel / keine Geschenke nur Bargeld Mutti hab ich doch hab ich dich Sylvia Seit 1990 das Innen nach Außen gewendet auf meiner Paulshöhe Stock zwölf der freie Fall dauert 3;6 Sek hab’s mit nem Kartoffelnetz probiert die Uhr stellen zum Aufstehen ist nun meine Hauptaufgabe Klassiker des Marxismus langsames Aufgeben und Weghören die Zahlen der ohne Geld / steigen jeden Tag, Mutter und Vater Kind starren in Bildschirme In mir unbekannten Krankenhäuser begegnet sich Leben und Tod brennt die Nacht, der Rauch billiger Zigaretten und die Angst kommen und die letzten Küsse,Freunde der Eltern aufgeknüpft unter Wärmelampen.Hartz IV heißt Bürgergeld / Kalt ist dass Betrachten der Hängenden kalt wer was hat / der Rest schweigt und Polizisten kennen das Bild, ist nicht ihres / der Rubel und die Wanne rollt fest. Allein in Anhalt gab es ungefähr Hundert Selbsttote in einem Jahr, der Mundschaum weggewaschen vom Mundwinkel, der letzte Song, Grieneisen oder der Nummer Eins Billigbestatter haben Konjunktur. Im Krankenhaus weisse Kittel, eine Linde duftet im Hof mitten in der Staft, unbesucht die sterbende Tante, der Onkel, der Cousin und ich liege hinter einer abgeschlossenen Tür in meiner deutschen demokratischen Platte will mich nicht teilen beim Mutter, Vater Kind...Spiel, ich rauche für mich allein / Bildschirm und weiße Wand meine besten Freunde / ich mit mir bilden eine traurige Bande / die Zigaretten natürlich selbstgedreht aus meinen alten Lehrbüchern / rauche nun Goethe Schiller Scholochow und Kant,den Herrmann / für mehr reicht das klamme Geld nicht, sagt der Fernseher / die dumme Sau, ein Vater brüllt AKTUELLE KAMERA gleicher Lohn für alle / der Fernseher sagt / GEZ für alle reicht es nicht arbeiten / wie lange / wisse man nicht / arbeiten /solange wird gedreht und geschwiegen / Wissen ist keine Macht mehr eher blablabla / ich steck mir den Satz MIR GEHTS GUR in den trockenen Mund / blauer kalter Rauch, zieht immer wieder durch das kalte Zimmer über den Seen die Angst der Raucher vor dem Sprung / warum ich bin / weiß ich manchmal nicht mehr in vier dünnen Wänden mein Knast, mein Vollzug ist ein freiwilliger / In den anderen vier Wänden schlagen Fäuste,Stöcke,Gürtel,Fäuste in Kindergesichter,zertümmern Frauenköpfe / Niemand hört es die SOS Telefone bleiben unbesetzt / Haushaltsstop kein Geld.Kein Personal/ Die Klingel bleibt unerhört im leeren Büro.Wen rufst du an? Fragt die Stimme...danach der Schlag und noch einer und noch einer / Frauenhäuser schließen ihre Pforten, zu gross die Zahl der Frauen,Mädchen Jungen die schweigend die Schläge ertrugen, schwiegen, den Schmerz wie die tägliche Suppe in sich löffelten, das Kauen ging schlecht, schlucken gerade so und nun stehen sie vor der Tür, wir sind voll...das Amt hat kein Geld, muss sparen oder Mitarbeiterinnen in das Gesundheitsamt schicken.Die Krankheit frisst die Menschen. 2023 kam es zu einer Zunahme häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder um 20% das sind ungefähr 180000 Frauen und Kinder in ganz Deutschland, am schlimmsten ist es an den Feiertagen unterm heilig Baum splittern die Körper,allein in Berlin wurden 900 Frauen und Kinder an diesem Tagen ambulant behandelt / Wie die Ratten trinken wir JUNGEN UND MÄDCHEN IM ABITUR in dunklen Hauseingängen das billige Bier,schweigen, sammeln auf Bildschirmen Items und Booster Das Lachen erstickt im Sternburger, eine Polizeiwanne gleitet vorbei, die Jäger sind unterwegs Pickelfressen MÄDCHEN UND JUNGEN kontrollieren. Ich hasse Kinder die Lehrerin mit Seeblick hocke in meiner Platte sinnloseser als mein Kot diese Displayglotzer Das Sternburg hinuntergestürzt, die Angst ist gross,Vater und Mutter oder nur Mutter oder nur Vater fragen nach dem wohin, woher, wann kommst du, was willst du / Sie lachen in den Flaschenhals, schleiche in die Familienfestung / Mutter und Vater eingeschlafen beim Netflixen, irgendeine beschissene Serie mit Mord oder besser ohne... skandinavisch am liebsten, die erzählen langsamer.Langsam ist auch mein Leben, langsam die Krankheit, langsam das Sterben Stunden wie Tage, zieh mein Pyjama gar nicht mehr aus, ist mein neues Arbeitskostpm nich vom Jobcenter vermittelt / habe ganzjährig Fasching jeden Tag, wäre da nicht die Angst und das Heulen und die Müdigkeit. VATER MUTTER KIND heulen / Mein Pyjama ist meine neue Fahne / die ist nicht mehr rot eher ausgewaschen Himmelblau mein roter Platz heißt Karl Marx Straße Schwerin Mitte mein Tanz „auf der Stelle trippeln“ Sabine EisamStiel heißen ich nun mit Nachnamen und wohne ganz oben, wie die Götter wie ihr die österreichischen Marvelhelden ausm kommunistischen Manifest bloß die bekommen keine Bürgerhilfe Mein Büsserhemd gestreift oder kariert tut mir leid Vater nicht so schwer wie dein Lagerhemd trag ich mit meinen Brüdern und Schwestern Jahrgang 65 oder später letzter Schrei,fresh in den Kälteschlaf, vielleicht stehe ich irgendwann auf und ziehe mir was an und tanze richtig trippel nicht mehr heimlich und gestreift in einem Hauseingang zu nem Hit von Depeche Mode oder zu Pueblo Unido
VIII.AM FLUSS
EIN NUTZTIER er hielt in seinen fleischigen händen eine zigarette steckte sie in die noch winterkalte erde seine mutter sein vater würden sie jetzt teilen kein rauch stieg in den wolkenlosen himmel nur drei worte am sonntagmorgen und ging in den fluss
DER AUTOR ich stehe auf einem weißen Feld. Der Mund aufgerissen um genau dreihundert Schneeflocken herunterzuschlucken / Das habe ich mir vorgenommen / ein Zeitmass gegen die Kälte / Die durch morsche Stiefel und dünnen Stoff auf meinen Knochen klopft / Meine britische Winteruniform aus dem Jahr 49 wärmt mich nicht im Winter 88 / Hochebene des Manjaca Gebirges im Winter 44 fest in der Hand der Waffen SS und der Chetniks / Zuviele Regruten haben sein braunes Winterfel Made in Britain abgetragen / im Frieden vierzig Jahre alt / Rinde um Rinde Angst um Angst Hunger um Hunger / Wir bekamen zu kleine Portionen in den Bergen / Winermanöver 88 / Sechs Jahre später vegruben sie dreihundert Männer Frauen Kinder auf dem weiten Feld mit deutschen Baggern / Die mit dem Stern / Der Himmel grau und bedeckt / Von Flugzeugen und Drohnen unbeobachtet / Konnte man Menschen unter die Kartoffeln pflügen / Was wächst aus der Erde im Sommer aus Knochen kleinen großen / Nichts davon weiß ich stehe auf dem weißen Feld / Dreihundert Schneeflocken fallen / in meinen Mund / unter blauem Himmel
DER MUSIKER Im Wintermanöver 1988 hatten wir Hunger wie die Falken denn nur der Hunger hielt die Vögel bei ihren Herren den Offizieren diese schlugen die Menschen tot rissen vorher ihre Sterne von den Schapkas fünf Jahre später
DER AUTOR in meinem schrank hängt eine uniform / ich nahm sie mit nach budapest / auf halbem in das neue deutschland / 1991 / wegen der miltärpolizei an der grenze / wenn sie mich gefragt hätten würde ich sagen können / ich bin auf dem weg zurück zur einheit / aufklärer der gardebrigade / operationsgebiet slawonien / doch es kamen keine militärpolizisten / die uniform hängt dennoch in meinem schrank / wir reden miteinander / moja uniforma / i ja
DER MUSIKER Ich stehe auf einem weißen Feld. Es ist ein weites Feld, der kaltgewordene Staub Brandenburgs und der Himmel über mir ist rot grün wieder rot AAAAAAAAAAAAAAH Leuchtspur um Leuchtspur. AAAAAAAAAAAAAAH Ich habe meinem Mädchen ein buntes Sylvester versprochen und halte es ein das Auto parkt unter nackten Winterbäumen und der Stotterer von Fehrbellin der Zitterer der Manjaca brülllt AAAAAA Schuss um Schuss und bittet sein Mädchen dass sie tanzen solle auf dem harten weissen Staubfeld und Knochenkartoffeln liegen unter Eis Sie tanzt und ihre goldenen silbernen violetten smaragdgrünen Sterne tanzen und leuchten unter beschossenen Himmeln Leuchtspur um Leuchtspursie hat ihr Kostüm an denn sie tanzt an allen Sylvesterabenden das Bafög reicht nicht und der Prinz zittert zu sehr
TOCHTER DER PATIENTIN lieber freund leider gehts es meiner mutter immer noch nicht gut, mir scheint, sie will nicht mehr. es ist traurig,auch wenn unsere beziehung keine innige war. am ende ist man mensch. Ich sprach mit ihr, denn sie hütet meine Geheimnisse mit ihrem vergessen / govorim mami moje tajne / ona ih čuva svojim zaboravom
XII.FLUSSLANDSCHAFT AN DER DRINA.GRENZE ZWISCHEN BOSNIEN UND SERBIEN.
ANA mama slušaj dok leziš u beloj posteljini doma za zaborav i sporo umiranje sa bulevara karla marksa se čuje šum nekog zivota
Ja mama sedim pod borovima i pevam šal od svile za sebe i tebe i padaju iglice bora kao stene granate teške na nase udvojene glave pune straha osećaja raznih ranih ljubavi raznih pokušaja usne znaju za kraj poslednja igra naših srca vec nalomljena stakla pod tabanima krvavima voleli smo mnogo da plešemo da falširamo da popijemo tudja pića nase usne stvorene da se ljube jedan cijeli zivot
na dohvat ruke vrat usne tvoje kao od zemlje pod mojim prstima noktima on, radosna usta pričaju mi o čempresima pod kojima zaboravljamo tvoj grad moj grad i tenkove na ulicama avijona nad gradom otac moj sad zemlja i tvoj posećujemo tudja groblja i zemlja teška očeva pod noktima jer grabezom crtamo čemprese na njihove grobove zemljane nedelja je i ja mislim na usne njene pod noktima teska zemlja oseca se miris borova i pevamo šal od svile
PATIENTIN V Sine promeni program. Hoću, mama. Sohn, schalte bitte um. Gerne, Mutter.