PROLOG er war in der ddr und jugoslawien im gefägnis, u-haft genaugenommen. in der ddr wegen herabwürdigung des staates , im militärgefägnis sarajevo wegen angeblicher zersetzung der militärdisziplin.
Rummelsburg 1985
der bussard
sitzt auf
dachlosem lokschuppen
vor ihm
der betriebsbahnhof
rummelsburg
hinter ihm
qualmt das kraftwerk
ohne knast
den haben sie abgerissen
nach der einheit
die politischen
waren gute heizer
soffen weniger
als die herrschende klasse
erzählte oft
mein vater
auf dem betriebsbahnof
habe ich blut gespuckt
und zähne
der knast war damals voll
mit guten heizern
im lokschuppen
hämmerte die herrschende klasse
an taigatrommeln herum
oder in meiner fresse
auf dem bahnhof
nach der schicht
vor der einheit
hockte der bussard
im wald oder
auf der wiese
das ist jetzt
anders
meine fresse ist
zahnlos
das ist geblieben
seit rummelsburg
betriebsbahnhof 1985
Faules Holz/Sarajevo 1988
wie ein faules holz
treibst du vor dich hin
die sonne über dir wärmt
nicht mehr
zu tief
die löcher darin
vollgesogen
stehend
das wasser
fault alt
mit den jahren in die seitenlage
geraten treibst vor dich hin
bis eine zarte hand dich greift
innen zu
aussen
wendet
dich wärmt
ihre hand nun sonne
für faules holz
das trieb nur so
vor sich hin
unter kalter sonne
ich wache auf im militärgefägnis
sarajevo
budi mi sjećanja
izadji iz mene
das licht geht nie aus
weiss die neonsonne
unter ihr liege ich faules holz
treibe vor mich hin
zwei rippen gebrochen
die hoden faustgross
die antworten falsch
die schläge gekonnt
die sonne über mir wärmt
nicht mehr
zu tief
die löcher
ich hoffe auf eine zarte hand
die mich greift
das innen und aussen wendet
es wärmt die hand
wie eine sonne
die tür geht auf
an diesem tag
werden noch zwei rippen
brechen knacken
wie faules holz
darin das wasser
fault alt
im august 1988
sarajevo erinnerung aus kristall
sarajevo gemacht aus schlamm
und schnee
izadji iz mene
izadji iz mene
(militärgefägnis sarajevo,1987)
Keibelstrasse 1984 Ostberlin
Nacht mit Hundegebell.
Kam nicht nur einmal vor.Im Sommer häufiger.
Mein Weg zur Schule führte an ihr entlang.
Schüsse gab es dreimal.
Erst neunte Klasse und schon Stasi an der Schule,Verhör im Direktorenzimmer.
Ist mir an allen drei Schulen passiert,die Männer in den schlecht sitzenden Anzügen.
In der Keibelstrasse habe ich zwei Zähne verloren.Die hatten Hartgummiknüppel aus der Nazizeit,das nackte Herumstehen, stundenlang,wärmen tut mich nur die eigene Pisse.
Das habe ich gelernt,DDR mein Vaterland: auf Knopfdruck einpullern,war mein wärmender Anorak in der Keibelstrasse,Sitz des Polizeipräsidiums von Ostberlin.
Die Pisse musste man aufwischen,davor noch der Schlag genau auf die Vorderzähne.
Gelb und rot mischt sich unter meinem geschwollenen Geschlecht.
Vincent von der Keibelstrasse.
Zehnte Klasse.Wieder Stasi an der Schule.
Und Elf und Zwölf.Meine Zahlen sind krumm,schiefe Männer sind sie,die ein Kind
zertreten wollen,weil der Klassenkampf es so will.So nannte man das,wenn große Männer vor einer Direktorin einem
Jungen in die Nieren boxen und er vor ihr Schmerz erbricht.
Ach Schiller,Geothe,Lessing und Fontane lagen sonst auf ihren schmalen blauen UnterrichtsLippen,die Erziehung zum Menschen,diesmal liegt nur Verachtung und ein wenig geiler Speiche auf ihrem klassischen Gesicht.
Der Lieblingsschüler liegt auf Linoleum.
Braun,er erbricht sauer.
Ich sehe die Fahnen im Rücken der Direktorin.
Höre kaum etwas,langes hohes Summen in der Stirnrinde,darauf sitzen schwarze Vögel.Eine Minute vorher hat mir ein verpickelter Sachse mit beiden Händen auf die Ohren geschlagen,meine Antwort gefiel ihm nicht.Summ-Summ-Summm.Ich verrat meine Brüder nicht und deiner Votzenmutter scheiss ich in die Fresse,Sachsensau.
Die Direktorin schaut mich nicht an.
Kalt.
Ein weißer Vorhang Dederon dahinter liegt sie,die alte Kohlehandlung.Eine dünne Rauchsäule.Den harten Worten drinnen entfliehe ich in den Rauch,den schmutzigen Schnee,die Schrift bleicht an zerschossener Wand.Warnekes Kohlenhandlung seit 1931,unter dem Tisch verkauft er Schnaps an uns Schüler.
Kalt.
Rauch.
Der weiße Dederon Vorhang hängt schlapp dazwischen,zwischen der Freiheit,dem geschwärztem Schnee und den krummen Männern.
Die Stimme der Direktorin drinnen.
Wird nicht zum Studium zugelassen.
Feindlich negativ.
Dekadent.
Schmarotzer.
Parasit.
Meine Ohren summen und ich tanze den schwarzen Stern.So hieß eines meiner Lieblingslieder.Die Küsse mit den Mädchen waren immer zu hart,das andere auch und ihre Haare rochen alle gleich.Action.VEB Kosmetik in Berlin Mitte.
Drei von den vielen hart küssenden Mädchen sagten mir,sie wollen,weil sie müssen.
Männer kamen,sagten KÜSS IHN DANN FRAG IHN
Was er liest?Was sein Vater erzählt?Die Mutter träumt?
Und jetzt fick mich,die Verrätersau sagte eines der Mädchen.Ich nahm sie in den Arm und erzählte ihr was ich lese,was mein Vater erzählt und was meine Mutter träumt.
Und ich sagte ihr,erzähl alles den Männern mir ist alles egal, ich bin dreizehn,vierzehn, fünfzehn,sechzehn Jahre alt und Angst habe ich keine,Leben will ich auch nicht mehr.
In der Straßenbahn müde Augen.
In der UBahn Baujahr 1930 müde Augen.In den nach kalten Rauch,Erbrochenem und Schweiß riechenden Zügen müde Augen.Zu lange starrten sie wohl die Mauer an.
Krankgesehen am betonierten Danebenleben.
Warum fuhren all die Züge immer an der Mauer entlang.Was war der Plan der alten Männer.Zu früh aufs falschen Pferd gesetzt, alles auf ROT und Traum,dann dastehen-die leeren Hände und es blieb nur noch der leere Blick auf Beton und das Leuchten dahinter.
Auf den Wegen zu den ungeliebten Arbeitsstellen und Fickzellen DANKE H im Danach,fuhren wir immer an der Mauer entlang.Wie mein Gesicht in der Garage Keibelstrasse am Rohbeton zurechtgeschliffen wurde.
Irgendwann ging ich weg aus dem Land.Als ich wiederkam,war es eins.
Mir tut das alte Land immer noch weh NICHT MIT SCHÖNEN ACH UND WEH ohne dieses verklärte Schäumen zwischen Werra und Mulde.Es tut weh:Mit heißer Wut,halbtauben Ohren und halbierten Zähnen
hass ich dich Staat der Gewalt,
der kalten Garagen,
der kalten Küsse,
des müden Verrates.
Auf Knopfdruck einpissen war mein Weg in den Kriegskommunismus und ich rieche die Pisse unter mir und es ist warm und mein Blut spritzt an die Garagenwand,fahr an der Keibelstrasse vorbei,irgendwas neues, helles Teures steht jetzt da.Der Anorak Sachse und seine Kinder und Kindeskinder stehen jetzt wohl rechts neben mir.Das Grab der Direktorin wollt ich umgraben und ihre Knochen in der Lottumstrasse und Oderberger verstreuen,ich ließ es sein.
Habe etwas gelernt unter neuer Sonne,trotze Wohl und Weh...habe dazugelernt im warmen Süden-die Großzügigkeit meiner jugoslawischen Heimat,die habe ich langsam gelernt und sie mitgebracht.
Und ich ersticke,wenn ich mit der Bahn an der unsichtbaren Mauer entlangschramme.
Und ich sehe die schiefen Männer,meine Direktorin und die alten Fahnen hinter dem Demeterladen und Schawarma,Applestore and Biocompany.
Still feiere ich die gewonnene Freiheit,hab aufm Weg Zuviel verloren.
Vom Jetzt schweigt dieser Text.
Das hat hier keinen Platz.
Und ich höre noch Schüsse in der Nacht,vereinzelt und das Gebell der Hunde,den Verrat küssender Mädchen,warm ist es unter mir.Es stinkt nach warmer Pisse.
Pssst keine Angst Anorakkind,Junge,Mann.
So ist mein November.
Ich erinnere mich.
Beograd-Malmö via Berlin
dugine boje nosi moj zmaj voz.
kompozicija je imala duzinu od dvadesetipet
vagona. dvadesetipet sati dugo putovanje dugom ,
od istočnog berlina do grada bijelog, zapravo sivog.
bijelo. uzmi. sanjaj. maj i brda gore.
nisam sanjao vojni zatvor u sarajevu,gumeno crevo u anusu, moj islednik iz ogiluna, porodicu mu jebem i zivot i decu i kuću.
u zološkom vrtu ja jašem konje, horse against arse pain
netko lezi ispred kaveza, ne vidi zebre, vidi boje, svoje.
dvadesetpet vagona u tri boje.
zeleno. crveno. plavo.
duga nije bila prohodna, zidovi unutar voza, samo se izvana kreće,
ključevi konduktera zabranili su slobodno kretanje.
samo pogledi kroz zamagljene prljave, slobodni kao vjetar,
gledaju polja, sela, mostove, rijeke, gradove, vodotornjeve, vatre, pincgauer kod Šida, spomenik išvrljan, blato, vikendice, autoputove, porušene crkve…
iste slike, pogledi puni neke sjete, raznih zelja, oblaka bijelih, neba zaključanog.
imaš li ključ za ono iznad nas,
za ono oguljeno?
nemam, sinko,
samo za sjedenje i ležanje
drugom klasom.
nebo zaključano, klatimo se, sanjamo nemirno. jone šarene
ugašenih očiju u teksasu, hvala bogu, levis strauss. ošišanom glavom pod
pijesak, te nakon dvadesetipet sati otreseš šesti i drugi kat.
kondukteru, zaključaj mi glavu.
pada, teška je.
za deset maraka može sve.
konvertibilna amnezija, sinko, kriza je, svi bi plavo.
putnici spavaćeg i plavog vagona su sa voznom kartom imali pristup
vagon-restoranu, jedinoj prilici da sretnem ostale jone progutane
i ispljuvane na dalekim obalama.
u plavim i crvenim sretao sam jone iz strumice, kumanova, peći,
valjeva, niša, pozarevca. nijeme, pune straha. ugurani, bezbojni, medju kartone
bijele tehnike. A kad su prošli plavi i smedji policajci,
kad kutije i kartoni nisu baceni na subotički kolodvor,
kad krvavi svežanj kruna u djevojačkim gaćicama nije
pronadjen, tek tada su jone progovorile.
Nerijetko su otvarani prozori crvenih i plavih vagona
(oni zeleni su svi ostali u budimpešti. keleti pu, brate, keleti pu
jebem im nebo žičano) i ravnicom se razlijegla pjesma:
širom svijeta put me vodio
za sudbom sam svojom hodio,
u srcu sam tebe nosio.
krv se mnoga za te prolila,
borba te je naša rodila
ne znam tekst, ali gledam sve te glave i ruke
koje izranjaju kroz prozore
gutam dim dizela
kenedijke,
KONDUKTER:
dizel- električne lokomotive serije 661 proizvedene su u američkoj tvornici "GM EMD". eksploatacija ovih lokomotiva na prugama jugoslavije počela je davne 1960. godine. ove lokomotive, popularno nazvane "kenedijevke"
maksimalna brzina: 114 km/h kod podserije 000; 124 km/h kod podserija 100, 200 i 300.moj posljednji voz sa kenedsijevkom sam pratio zimi 1991.
u vozu smo bili ja, jedan pijani kelner u vagon-restoranu i dvojica mladića,
bio je to posljednji voz na toj relaciji. nosim jednog mladića i polažem ga na
jednu drvenu klupicu.
na beogradskoj željezničkoj stanici me je kondukter iznosio iz vagona
i položio na jednu tanku, drvenu klupicu. nisam bio pijan,
nešto me je slomilo, iščupalo korijenje i padam,
posječen u vagonu, s rednim brojem 23, na nekom polju iza vinkovaca,
ponekad, mislim, da i dalje ležim tamo ili
na jednoj drvenoj klupici, na glavnoj beogradskoj željezničkoj stanici,
kolodvor dva, pored mene kenedijevka i pet vagona
ljubljana - zagreb - beograd
posljednji voz
zima 91.
šal od svile slušam na walkmenu,
u usta mi pada snijeg, pada na drvenu klupicu,
ležim i gutam bijelo koje sporo pada,
pjesmu sam(o) slušam,
slučajno, valjda, zbog
neba i mora,
odnekuda odnedavna,
strašna pjesma, nježno,
podsjeća me na prijatelje, i
ljubav, voz
avion i horse,
podsjeća da sam izgubio zivot na voz
avion i horse podsjeća me na najbliže,
koje sam izgubio,
jebo vas voz
avion i horse
ljeto. osamdeset neke, neko polje obrano, prazno
vraćam se iz vojnik zatvora
ili stizem u beli grad iz sivog
i dok su putnici pjevali,
bacali su svoje prazne tužne flaše piva i rakija, ispijene u dvadesetipet nijemih nemirnih sati, na polja subotička, zasadili su šljivu, hmelj, duhan izgorjeli medju prstima, debelim i crnim, ispljuvak gorki, nekoliko kovanica švedskog i njemačkog novca, teškog.
u povratku sam uvijek zamišljao kako prolazim pored beskrajnih polja tuborga, navipove šljivovice, zgužvanih kutija crvenog marlbora. sto je sve izraslo za 52 dana pod ovim mojim nemojim suncem?dno osušenog panonskog mora rodi čuda. gledam čudo, gledam nijemo pitanje
što je
kako je
i zašto
koliko dugo traje jedan poljubac?
koliko dugo se pamti miris koze?
Pitat ću svog pijanog oca, on zna sve,
i jako je nježan. obrat ću mu dvadeset malih tuborga i šest šljiva, samo ruku moram ispruziti kroz prozor, i svi plodovi strumički, valjevski pećanski, opjevani i bačeni prije 51-og dana, naći će svoj put do mog oca.
otac mrtav pijan a nismo ni blizu subotice, tako je uvijek bilo u povratku. ispod lavaboa lezi moj mrtvi otac, ja pijan gledam kukuruz i bačene flaše.
daj mi boze malo mjesta ispod lavaboa,
da legnem na osunčana ledja mog kratkog ljeta,
da gledam sapun odozdo,
bijeli sapun, moj posljednji oblak,
pecat JZ na njemu utisnut,
moje sunce
posljednje
bledi
Keibelstrasse 1985
ewiges polizeipräsidium
härte gegen punk
mein kopf auf der tischplatte
knackt zwei vorderzähne gleich mit
herabwürdigung öffentlich und paragraph 220 von den nazis.der schlag auf mein blutendes mundloch mit dem eingerollten
proletarier aller lönder vereint euch ND
bricht mir die unteren zähnchen
kann mir das sandmännchen bringen
draussen oder im schlaf
im schlaf mutter ist ein trampeltier und der
heiner müller steht an der tür
kein mann im fahrstuhl
den habn wir nicht altbau zweiter stock
aber die keibelstrasse nen
paternoster der schnelle schlag
auf die hoden links rechts
aufm weg in den dritten vierten stock
rechts links der genosse macht
schwarz die kinderhoden
vierzehn jahre ist man da noch kind
kleine hände sind so
kleine hände singt die frau mit den
fauligen Zähnen die bricht man mir
gerade im paternoster
finger streck die finger raus du sau
der genosse macht sichs leicht mit dem
befehl von ganz
oben mfs ss
selbstschuss und ein minenfeld damit
es uns hier gut gefällt,damit es uns hier
gut gefällt in unserem schönen staat
in unseren schönen staat
meine hoden schon schwarz und blau
von arbeiter und bauernhand
zeigefinger gebrochen und krumm bis
heute im neuen deutschland
kopf an die wand
jetzt fick ich dich
du sau sagt der genosse
schiebt mir den knüppel in den
arsch pretty vacant schrei ich nur
das blut auf alten naziholz
in der keibelstrasse holten die genossen
gerne die reichsknüppel aus dem
magazin warn grossdeutsch nicht so
materialtechnisch sparsam wie der
schkopauer gummi
mein helles rot ein langsames
fliessen mutterwärme auf beton
verlier mit vierzehn mein herzloch
an den vater staat wegen 220
öffentliche Herabwürdigung
alles im fluss über unter mir
mundloch strömt und arschloch
mit großen ach und weh
ich bin der struwwelpeter
in der keibelstrasse
habe keine mutter mehr noch vater
die seufzen nur biermann müller prag
bahro alternative und markuse
ich kleb mir die zähne und das
arschblut in das schulheft
sammle schmerzbienen
andre sammeln mein
geschlecht der steinharte lappen
zwischen meine dicken hoden
geschoben gottseidank ist das
blut noch da pumpt wärme
in den kalten lappen
für die hunde
wenn sie dich hetzen
sagt er mir ins kaputte
maul der genosse polizist
in der nacht als mutter vater
von biermann müller bahro
sprachen und träumten vom
dritten weg dem rotwein den schweren
lag ich in meinem
blut
und liege noch da
seit november
83 und sehe keinen
himmel und habe
löcher in der fresse
was kostet eigentlich ein implantat
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